Zusammenfassung

  • Die Spectrum Management Authority (SMA) prüft die Vergabe von 100 MHz aus Jamaikas Band 2500–2690 MHz. Drei Blöcke könnten bis zu drei Lizenznehmer aufnehmen.
  • Geeignete Bewerber, die den kommerziellen Dienst unmittelbar nach der Lizenzvergabe starten können, sollen binnen zwölf Monaten 50 und binnen 24 Monaten 95 Prozent der Bevölkerung abdecken. Für benannte unterversorgte Gemeinden gelten dieselben Prozentwerte und Fristen.

Jamaika fragt den Markt zunächst nicht, wer das Spektrum gewonnen hat. Die Behörde will wissen, wer welches Frequenzstück nutzen würde und wie schnell daraus ein Netz werden kann. Die Spectrum Management Authority veröffentlichte am 26. Oktober eine Aufforderung zur Interessenbekundung. Antworten müssen bis zum 20. November um 16 Uhr eingehen.

Zur Diskussion stehen 100 MHz aus dem größeren Bereich 2500–2690 MHz, der als 3GPP-Band 41 bekannt ist. Die Frequenzen verteilen sich auf 50 MHz von 2500 bis 2550, 40 MHz von 2635 bis 2675 und 10 MHz von 2680 bis 2690. Der Bandplan erlaubt bis zu drei Lizenznehmer. Interessenten sollen ihren Bedarf und bevorzugten Bereich nennen. Das gesamte 190-MHz-Band wird in diesem Schritt nicht vergeben.

Bewerben können sich Unternehmen mit einer Carrier- oder Service-Provider-Lizenz der jamaikanischen Office of Utilities Regulation (OUR) sowie neue Marktteilnehmer, die eine solche Lizenz beantragen wollen. Die Aufforderung knüpft Ausbaupflichten an Bewerber, die die Zulassung erfüllen und nachweisen, dass sie unmittelbar nach einer Spektrumlizenz kommerziell starten können.

Der Zeitplan ist knapp: mindestens 50 Prozent Bevölkerungsabdeckung nach zwölf Monaten, mindestens 95 Prozent nach 24 Monaten. Die SMA nennt dieselben Schwellen für unterversorgte oder unversorgte Gemeinden in einem Anhang, der die Orte samt Einwohnerzahlen aufführt. Interessenten sollen außerdem einen Ausbauplan und eigene Abdeckungsziele einreichen.

Die Behörde veröffentlicht Ziele, aber noch keine Messlatte. Die Aufforderung spricht für beide Gruppen von Bevölkerungsabdeckung, erklärt jedoch nicht, wie die Vorgabe für die aufgelisteten Gemeinden gemessen oder geprüft wird. Gelten die 95 Prozent für die Bevölkerung aller Orte zusammen, oder muss jeder Ort die Schwelle erreichen? Das Dokument lässt die Frage offen. Ohne Bezugsgröße und Prüfverfahren ist eine genaue Prozentzahl öffentlich leicht zu wiederholen und schwer zu kontrollieren.

Mit der Interessenbekundung sondiert die SMA die Nachfrage; über Zuteilung und Lizenzen entscheidet sie später. Einen Preis nennt das Dokument nicht; die Kosten sollen separat nach dem SMA-Preismodell festgelegt werden. Einzelne Interessenbekundungen und die Namen der Einreichenden bleiben vertraulich. Die Unternehmen sollen also ihre Pläne offenlegen, während die Öffentlichkeit noch nicht sieht, wer sich meldet.

Die SMA kann Antworten bereits vor Fristende prüfen und zusätzliche Angaben verlangen. Danach zählen die endgültigen Zuteilungsregeln, Preise, Lizenzbedingungen und Nachweise für den Ausbau. Jamaika hat eine 24-Monats-Uhr aufgestellt. Die Öffentlichkeit braucht dazu eine Regel, mit der sie das Ergebnis prüfen kann. Offizielle Quellen: SMA-Aufforderung zur Interessenbekundung, 26. Oktober 2026; Mitteilung des Ministeriums.