• Der Versuch von FiberCop und Nokia ermöglicht es bestehenden Glasfasern, Vibrationen und Bodenbewegungen zu erkennen

• Die Glasfaserinfrastruktur entwickelt sich von einer Konnektivitätsplattform zu einem Werkzeug für operative Erkenntnisse



Der Fakt

FiberCop und Nokia haben einen Versuch mit verteilter Glasfasererkennungstechnologie im Zugangsnetz von FiberCop in Italien abgeschlossen, der es bestehenden Glasfaserkabeln ermöglicht, Vibrationen, Bodenbewegungen und andere Umgebungsaktivitäten ohne dedizierte Feldsensoren zu erkennen. Der Versuch hat gezeigt, wie dieselbe Infrastruktur Breitbanddienste bereitstellen und gleichzeitig die vorausschauende Wartung unterstützen kann.

Die Technologie analysiert Lichtveränderungen, die die Glasfaser durchlaufen, um physische Ereignisse in der Nähe des Kabels zu identifizieren, einschließlich Bauaktivitäten, Bodenbewegungen und mechanischer Belastungen. Da die Faser selbst als Sensor dient, können Betreiber die Überwachung auf bestehende Netze ausweiten, ohne zusätzliche Sensoren installieren zu müssen. Das Netz von FiberCop führt an über 13 Millionen Standorten in Italien vorbei und zeigt das Ausmaß, in dem vorhandene Glasfaseranlagen operative Sichtbarkeit parallel zur Kommunikation bieten könnten.

Die Bewertung

Glasfasernetze übernehmen eine breitere betriebliche Rolle. Jahrzehntelang bestand ihr Hauptzweck im Transport von Informationen. Die verteilte Erkennung gibt dem Netz eine zweite Funktion: die Umgebung zu überwachen, die es bereits durchquert. Dies verändert die Art und Weise, wie Betreiber kritische Infrastrukturen warten und schützen.

Die kontinuierliche Überwachung bietet eine frühzeitigere Sichtbarkeit von Bauaktivitäten, Bodenbewegungen und anderen Ereignissen, die Dienste stören könnten, bevor es zu Ausfällen kommt. Mit dem Wachstum der Netze ist die operative Sichtbarkeit genauso wichtig wie die Abdeckung und ermöglicht schnellere Reaktionen und fundiertere Wartungsentscheidungen.

Für BTW-Leser wird das vorausschauende Infrastrukturmanagement zu einer Wettbewerbsfähigkeit. Betreiber, die bestehende Glasfasernetze nutzen, um operative Erkenntnisse zu gewinnen, anstatt nur Datenverkehr zu transportieren, können die Ausfallsicherheit verbessern und gleichzeitig die Wartungskosten senken. Eine Infrastruktur, die ihre Umgebung erkennt, ist wertvoller als eine, die nur Daten transportiert.

Im Blick behalten

Beobachten Sie, ob Betreiber von Tests zur kommerziellen Einführung der Glasfasererkennung übergehen. Die Übernahme durch Versorgungsunternehmen, Verkehrsbetreiber und andere Anbieter kritischer Infrastrukturen wird zeigen, ob die Technologie zu einer Standard-Betriebsfähigkeit wird oder eine spezialisierte Anwendung bleibt.