Zusammenfassung

  • Ohne ausdrücklich als Fusionen und Übernahmen klassifizierte Einträge verzeichneten ARIN und RIPE NCC im September 2,13 Millionen transferierte IPv4-Adressen. Das waren 39,3 Prozent mehr als im August. Die Zahl eindeutiger Empfänger stieg nur um 4,2 Prozent, von 216 auf 225.
  • Der Zuwachs bleibt bestehen, wenn die größten Empfänger beider Monate nach demselben Verfahren herausgerechnet werden. Registerdaten zeigen jedoch weder Preise noch Verträge, Zahlung, Nachfrage oder Einsatz. Sichtbar ist mehr registrierte Bewegung, kein belegter Boom eigenständiger Käufe.

Der Nenner bestimmt die Aussage

InterLIR, Betreiber eines IPv4-Marktplatzes, wertete die Registrierungen für August und September 2026 aus. Ohne ausdrücklich gekennzeichnete Fusionen und Übernahmen summierte sich das Volumen im September auf 2.134.784 Adressen, verglichen mit 1.532.416 im August. Gruppen mit übereinstimmendem Datum, Abgeber und Empfänger stiegen von 237 auf 249, also um 5,1 Prozent. Die Zahl eindeutiger Empfänger in beiden Regionen nahm von 216 auf 225 zu, ein Plus von 4,2 Prozent.

Diese Kennzahlen zählen Verschiedenes. Das Volumen addiert die Größe der erfassten Präfixe. Eine Gruppe ist eine analytische Zuordnung von InterLIR und kein Vertrag. Die Empfängerzahl zeigt Organisationen auf der Empfängerseite, aber nicht, wie viele unabhängige Käufer neu in den Markt eingetreten sind. Ein einzelner großer Block kann das Volumen daher stärker bewegen als die beiden anderen Werte.

Auch der M&A-Filter verändert den Vergleich. Im unbereinigten Augustwert enthalten waren rund 5,30 Millionen Adressen, die im Zuge einer Unternehmensbewegung von Frontier Communications zu Verizon Business wechselten. Dieser eine Vorgang übertraf den gesamten unbereinigten Septemberwert. Werden nur ausdrücklich als M&A markierte Einträge entfernt, wird der Monatsvergleich aussagekräftiger. Unternehmensinterne Bewegungen unter anderen Klassifikationen bleiben aber möglich.

Konzentration erklärt einen Teil, nicht den ganzen Zuwachs

CloudIP erhielt im September sechs /16-Blöcke von IBM und weitere drei von NCR Voyix, insgesamt 589.824 Adressen. Das entsprach 43,5 Prozent des ARIN-Volumens unter RESOURCE_TRANSFER in diesem Monat. Die Größenordnung prägt die Schlagzeile, erklärt aber nicht den gesamten Anstieg.

InterLIR ordnete Empfänger für jeden Monat separat und entfernte anschließend dieselbe Zahl der größten Empfänger aus beiden Monaten. Danach lag das gemeinsame Volumen immer noch um 15,7 Prozent höher, wenn jeweils der größte Empfänger entfiel, um 11,4 Prozent nach Ausschluss der drei größten und um 17,4 Prozent nach Ausschluss der zehn größten. Das sind verschiedene Schnitte durch eine konzentrierte Verteilung, keine einzelne Schätzung der zugrunde liegenden Nachfrage. Bei ARIN bleibt nach Ausschluss des größten Empfängers jedes Monats ein Plus von 9,6 Prozent.

Wird dagegen nur CloudIP aus dem September entfernt und mit dem ungekürzten August verglichen, ergibt sich ein Minus von 7,7 Prozent: Die Nenner sind dann nicht vergleichbar.

Auch regional entwickelt sich das Bild unterschiedlich. Das ARIN-Volumen stieg um 63,4 Prozent, während die Zahl seiner Empfänger bei 92 blieb. Bei RIPE nahm das Volumen um 10,9 Prozent zu, die Empfängerzahl stieg von 125 auf 133. Blöcke ab /18 stellten 70 Prozent des gemeinsamen Septembervolumens, gegenüber 62 Prozent im August. Zugleich entfielen 74 Registereinträge mit zusammen 101.888 Adressen auf eine einzige Bewegung von Canada Post. Mehr Einträge bedeuten nicht automatisch mehr unabhängige Transaktionen.

Ein Transferregister ist kein Kurszettel

ARIN und RIPE NCC veröffentlichen Registrierungsänderungen nach ihren jeweiligen Regeln. Die ARIN-Politik hält fest, dass Nummernressourcen unter ihrer Verwaltung nicht verkauft werden; die RIPE-NCC-Politik verlangt nach Abschluss eines Transfers eine Aktualisierung der Registerdaten. Keines der Register zeigt einen ausgehandelten Preis oder beweist einen eigenständigen kommerziellen Kauf. Der Eintrag sagt auch nicht, wann ein Präfix im Routing angekündigt wird, ob es in eine andere Registerregion wechseln kann oder welche Betriebsarbeit beim Empfänger anfällt.

InterLIRs Reihe zu Mietpreisen ist von den Transferdaten getrennt. Für September nennt das Unternehmen Monatsdurchschnitte von 0,43 Euro je Adresse in der ARIN-Region und 0,42 Euro in der RIPE-Region. Es handelt sich jedoch um eine Stichprobe, nicht um einen marktweiten Index. Sie misst keine IPv4-Verkaufspreise; eine veränderte Zusammensetzung kann die Durchschnittswerte beeinflussen. Dass InterLIR selbst einen Marktplatz betreibt, ist ein Grund, Methode und Nenner genau zu prüfen, aber kein Beleg für falsche Berechnungen.

Für Netzbetreiber ist der Bericht vor allem ein Anlass für konkrete Fragen: Welche Registerregion, Präfixgröße und welcher Transferweg passen zum Bedarf? Monatssummen sagen nicht, ob ein bestimmter Block geeignet ist, was er kosten sollte oder ob ein Antrag genehmigt wird. Öffentliche Register machen manche Bewegungen sichtbar; Portabilität und Betriebswert hängen weiterhin von den geltenden Regeln und der Lage des empfangenden Netzes ab.

Quellen