Summary

  • W3C sah 2003 in US-Patent 5,838,906 ein mögliches Problem für interaktive Objekte in HTML und reichte frühere technische Arbeiten zur erneuten Prüfung ein. Seine Warnungen über mögliche Schäden waren Prognosen, keine spätere Zählung betroffener Seiten.
  • Internet Explorer verlangte 2006 auf bestimmten Seiten eine manuelle Aktivierung von ActiveX durch Klicken oder TAB und ENTER. Microsoft nannte das Eolas-Verfahren als Zusammenhang, bot Unternehmen vorübergehend einen Kompatibilitäts-Patch und machte das Verhalten im Juni dauerhaft. Ein Update von April 2008 schaltete „Click to activate“ ab.

Eine Seite war geladen, ein Steuerelement sichtbar. Der erste Klick galt trotzdem nicht der eigentlichen Funktion, sondern dem Freischalten der Bedienung. Für den Besucher sah das nach einer eigenwilligen Webgestaltung aus. Tatsächlich lag der Anfang der Kette in einem Patentverfahren, das auf der Seite nicht auftauchte.

In einer FAQ zu Patent 5,838,906 aus dem Jahr 2003 schilderte W3C die Gründung einer Patent Advisory Group am 23. September und die Einreichung früherer technischer Arbeiten beim US-Patentamt am 23. Oktober. Das Patent betraf das automatische Aufrufen externer Anwendungen für interaktive, in Dokumente eingebettete Objekte. W3C argumentierte in seiner ursprünglichen Eingabe, eine geplante Änderung des Internet Explorer könne Kompatibilität beeinträchtigen und viele Webseiten zum Umbau zwingen. Das war seine Position im Streit, keine Messung der tatsächlichen Folgen der späteren Browserfassung.

Microsoft stellte die Verbindung in Security Advisory 912945 selbst her. Das Unternehmen bezeichnete die Verhaltensänderung als nicht sicherheitsbezogen. Auf manchen Seiten konnten Nutzer ein ActiveX-Steuerelement erst verwenden, nachdem sie dessen Oberfläche manuell aktiviert hatten: mit einem Klick oder mit TAB und ENTER. Die Mitteilung verwies ausdrücklich auf Eolas Technologies und die Regents of the University of California gegen Microsoft. Dieser erste Klick erteilte nicht etwa eine neue Sicherheitsfreigabe für unbekannte Software.

Der Start zog sich über mehrere Monate. Eine frühe IE-6-Aktualisierung ging im Januar 2006 an MSDN-Abonnenten, wurde im Februar dort öffentlich zugänglich, erschien Ende Februar als empfohlene Windows-Aktualisierung und war im April-Update enthalten. Unternehmenskunden meldeten, sie brauchten mehr Zeit für ihre internen Anwendungen. Microsoft veröffentlichte am 11. April einen Kompatibilitäts-Patch, der das frühere Verhalten vorübergehend zurückbrachte. Im Juni endete diese Frist und die neue Aktivierung wurde dauerhaft. Unternehmen bekamen Zeit zum Testen; Leser einen zusätzlichen Schritt.

Die Mitteilung MS08-024 vom 8. April 2008 dokumentiert die Umkehr. Ein kumulatives IE-Update schaltete „Click to activate“ durch Automatic Component Activation ab. Dieselbe Aktualisierung schloss eine Sicherheitslücke, doch Microsoft führte die Aktivierungsänderung gesondert als funktionale, von der Lücke unabhängige Neuerung auf. Welcher private juristische Vorgang die Entscheidung von 2008 auslöste, geht aus diesen Originaldokumenten nicht hervor. Belegt sind die beiden Browserentscheidungen.

Betreiber mussten mehr prüfen, als ob ein Objekt sichtbar war. Entscheidend war, ob es beim ersten Bedienversuch reagierte und welche IE-Version samt möglichen Zwischen-Patches vorlag. Die Quellen zählen weder Seiten noch Besucher, die davon betroffen waren. Datiertes Material zu Anwendungskompatibilität und Update-Verteilung würde das Ausmaß zeigen.

W3C focht die Folgen eines Patents an, Microsoft verschob eine Schranke im Browser, und die Person vor der Seite musste sie mit der Hand überwinden. Zwei Jahre später war die Schranke wieder weg.

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