Zusammenfassung
- Für die Umsetzungskosten der neuen gTLD-Runde 2026 rechnete ICANN mit 1.000 Anträgen. Die Ausschreibung brachte rund 1.600 Anträge und etwa 110 Millionen Dollar an Kostendeckungsbeiträgen ein; die Umsetzungskosten lagen bei rund 70 Millionen.
- Der rechnerische Überschuss von etwa 40 Millionen Dollar soll als Rückzahlung nach Antragsvolumen an Bewerber gehen. Sie mussten die Option bei der Einreichung mit Ja oder Nein wählen; ein Nein schloss spätere Forderungen aus.
Die neue gTLD-Runde 2026 forderte Organisationen dazu auf, sich um neue Internet-Domains zu bewerben. Für die technische und organisatorische Umsetzung der Runde erhob ICANN eine Gebühr mit einem eigenen Kostenanteil. Die Rückzahlungswahl fiel schon beim Antrag: Bewerber mussten festlegen, ob sie eine spätere Rückzahlung nach Antragsvolumen annehmen wollten. Zu diesem Zeitpunkt waren endgültige Kosten und Auszahlungsbetrag noch offen.
Abschnitt 3.3.3.2 des Leitfadens setzt die Bedingungen. Die Runde muss mehr als 1.000 Anträge erhalten und die Umsetzungskosten decken; berechtigt sind bezahlte Anträge. Qualifizierte Fälle aus dem Applicant Support Program erhalten eine Rückzahlung im Verhältnis zur gezahlten Gebühr. ICANN berechnet den Endbetrag anhand tatsächlicher Antragszahl und endgültiger Kosten. Für den einzelnen Standardantrag lässt sich aus den gerundeten Gesamtsummen kein fester Betrag ableiten.
Der Finanzausschuss erklärt auch, wohin der Kostenanteil fließt. Zwei Fonds hatten die Umsetzung vorfinanziert und erhalten den Betrag zurück: rund 35 Millionen Dollar gehen an den Project Fund, der befristete, mehrjährige Vorhaben außerhalb des Jahresbudgets trägt; weitere 35 Millionen fließen in die Gebührenfonds der Runde 2012, die ebenfalls Umsetzungskosten vorstreckten. Der erwartete Rest von etwa 40 Millionen Dollar folgt der im Antrag gewählten Rückzahlungsoption.
Am 22. Oktober genehmigte das Board eine separate Übertragung von 20 Millionen Dollar aus dem Operating Fund, der den laufenden Betrieb finanziert, in den Project Fund. Der Project Fund kann mehrjährige Vorhaben aufnehmen; jedes konkrete Projekt braucht eine eigene Board-Freigabe. Die Übertragung weist einen Teil des Überschusses aus dem Geschäftsjahr 2026 diesem Zweck zu.
Der Finanzausschuss veröffentlicht weder die endgültigen Umsetzungskosten noch die Zahl der berechtigten, bezahlten Anträge oder der gespeicherten Ja-Stimmen. Diese drei Angaben bestimmen die tatsächliche Rückzahlung. Quellen: Leitfaden der Runde 2026, Abschnitt 3.3.3.2; Protokoll des Finanzausschusses, 1. Oktober 2026; Beschlüsse des ICANN-Boards, 22. Oktober 2026; ICANN-Budget für das Geschäftsjahr 2027.
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