Summary

  • Der ICANN-Vorstand berief am 22. Oktober Patricio Poblete, Catherine Adeya, Chris Buckridge und Miriam Sapiro in den Ausschuss für Rechenschaftsverfahren. Poblete führt den Vorsitz.
  • Bei vier stimmberechtigten Mitgliedern verlangt die Satzung drei für ein Quorum. Im Vorjahr waren fünf stimmberechtigte Direktoren bestellt; auch damals lag die Schwelle bei drei.

Vier Stühle stehen am Tisch, drei müssen besetzt sein: So knapp ist die neue Personalrechnung im Board Accountability Mechanisms Committee. Der Vorstandsbeschluss vom 22. Oktober benennt Patricio Poblete als Vorsitzenden sowie Catherine Adeya, Chris Buckridge und Miriam Sapiro. Die Berufung von 2025 umfasste fünf stimmberechtigte Direktoren. Wes Hardaker war zusätzlich als RSSAC-Verbindungsperson ohne Stimmrecht dabei.

Die Ausschusssatzung lässt drei bis sieben Stimmberechtigte zu und fordert für die Beschlussfähigkeit eine Mehrheit. Bei fünf Mitgliedern konnten zwei ausfallen und drei blieben. Bei vier reicht schon der Ausfall von zwei, um unter die Schwelle zu rutschen. Der formale Mindestwert blieb also gleich; der Spielraum für Krankheit, Termine und Befangenheit wurde kleiner.

Dabei prüft der Ausschuss Anträge auf erneute Prüfung von Handlungen oder Unterlassungen der ICANN-Mitarbeiter und des Vorstands. Er befasst sich mit Empfehlungen aus unabhängigen Überprüfungsverfahren, bevor diese zum Vorstand gelangen, und kann Untersuchungen des Ombudsmanns aus eigener Initiative genehmigen. Wie konkret Befangenheit werden kann, zeigen die Minuten vom 5. Oktober: Greg DiBiase, damals stimmberechtigt, und Hardaker, der nicht abstimmende Verbindungsmann, zogen sich wegen möglicher Interessenkonflikte aus der Diskussion über Antrag 26-3 zurück, blieben aber im Raum. Anwesenheit allein erzählt bei solchen Verfahren nur die halbe Geschichte.