Zusammenfassung

  • Frühes Neighbor Discovery baute eine Default-Router-Liste, konnte aber öffentlichen Ausgang und nur für ein bestimmtes Präfix geeignete Router nicht unterscheiden.
  • RFC 4191 ergänzte Hoch, Mittel, Niedrig und eine Route Information Option mit Laufzeit. Der vollständige Host wählte zuerst das längste Präfix, nutzte Präferenz nur bei gleicher Länge und stellte bekannte Erreichbarkeit darüber.
  • Die Angaben blieben lokale Empfehlung, nicht Metrik, Authentisierung oder Befehl. Router sollten keine vollständigen Tabellen ausgeben; Hosts konnten ignorieren oder überschreiben.

Erreichbar bedeutete nicht gleich geeignet

RFC 2461 füllte Prefix List und Default Router List aus Router Advertisements. Bei Ethernet, WLAN, Unternehmenstunnel und isoliertem Netz konnten zwei lebende Router jedoch zu verschiedenen Zielwelten führen. Redirect korrigierte nur auf demselben Link, nicht zwischen Interfaces.

Drei Stufen verweigerten die Rolle einer Metrik

RFC 4191 führte 2005 drei Zweibitwerte ein; die vierte Kombination blieb reserviert. Drei Stufen sollten gerade keine universelle Kosten-, Latenz- oder Bandbreitenmetrik bilden.

Ein Administrator mit Topologiewissen musste sie explizit setzen. Interne Routingmetriken durften nicht automatisch exportiert werden. Bei Router Lifetime null wurde die Präferenz bedeutungslos: Ein zurückgezogener Default behielt keine Macht in zwei Bits.

Option 24 trug nur wenige Routen

Die Route Information Option enthält Präfixlänge, Präferenz, Laufzeit und Präfix. Ein Tunnel kann nur interne Ziele nennen, während ein anderes Interface Default bleibt. Eine ::/0-Option kann Headerwerte für vollständige Hosts übersteuern.

Laufzeit null entfernt die Route dieses Next Hops; nur Einsen bedeuten unendlich. Das beweist weder Besitz noch globale Gültigkeit. Es ist die befristete Behauptung, für diesen Zielbereich ein brauchbarer erster Hop zu sein.

Der RFC rät von Standardaktivierung, Tabellendump und mehr als siebzehn Optionen pro RA und Link ab. Hosts sollten nur eine kleine Entscheidungsfläche sehen.

Längstes Präfix kam zuerst

Typ A ignoriert die Erweiterung, Typ B nutzt Default-Präferenz, Typ C zusätzlich Routen. Typ C sucht zuerst das längste passende Präfix und vergleicht Präferenz nur bei gleicher Länge. Eine schmale Niedrig-Route schlägt innerhalb ihres Bereichs einen Hoch-Default.

Ein bekanntermaßen unerreichbarer Next Hop wird umgangen; ohne Wissen gilt er zunächst als erreichbar. Änderungen invalidieren den Destination Cache. Lokale Konfiguration darf empfangene Präferenzen ersetzen.

Der Router empfiehlt, der Host beobachtet und entscheidet. Präferenz erzeugt keinen Erreichbarkeitsbeweis.

Wiederkehr nur bei nützlichem Verkehr prüfen

Wäre echter Verkehr für den bevorzugten Router vorhanden, soll der Host dessen Rückkehr per Neighbor Solicitation prüfen, höchstens einmal pro Minute. Ohne Nutzverkehr braucht es keine Dauerprüfung. Präferenz, Bedarf und NUD liefern getrennte Gründe und Tatsachen.

Interne Instabilität nicht vervielfachen

Eine Anzeige darf dynamisch bedingt sein, doch flappende Tabellen sollen nicht direkt tausende Host-Caches bewegen. Beim Rückzug mit Router Lifetime null sollten auch alle RIO-Laufzeiten null werden.

Eine schmale Lüge fällt weniger auf

RFC 3756 beschreibt gefälschte RAs und Redirects. RFC 4191 erlaubt einem Angreifer Hoch oder eine schmale Route zu einem sensiblen Ziel. Letztere kann wertvollen Verkehr anziehen, ohne alles andere zu stören. Die Option authentisiert weder Sprecher noch Zielrecht.

Die Quelladresse setzte die nächste Grenze

RFC 8028 zeigte 2016: Ein Zielpfad kann passen und dennoch der falsche Ausgang sein. Pakete mit Provider-A-Quelle können am Ausgang B durch Ingress-Filter, zustandsbehaftete Firewall oder uRPF fallen. Der Host muss daher auch Quellpräfix und dessen ankündigenden Router verbinden.

Quellen und Grenzen

Das Grundmodell stammt aus RFC 2461, revidiert in RFC 4861. Präferenzen, RIO, Hosttypen, Auswahl, Probes und Grenzen definiert RFC 4191; Bedrohungen RFC 3756, Quellpräfixwahl RFC 8028.

Die Texte messen keine heutige Verbreitung oder universelle Erholungszeit und beweisen keine Autorisierung. Historisch entstand eine kleine, ablaufende Routensprache mit lokaler Entscheidung.