Zusammenfassung
- RIPE NCC meldet im Bericht vom 22. Oktober fünf Mitglieder und 23 Endnutzer, deren Ressourcen aufgrund für seine Dienste geltender EU-Sanktionen neu eingefroren wurden.
- Vier weitere Mitglieder kamen im August auf „on hold“: Für ihre Prüfung fehlten Mitwirkung oder abschließende Unterlagen.
Manchmal ist die wichtigste Sperre kein Kabelschloss, sondern ein gesperrter Vorgang. Der neue Transparenzbericht von RIPE NCC führt einen eingefrorenen Endnutzer vom 3. September und 22 weitere vom 8. September auf. Hinzu kommen fünf Mitglieder. Die auffällige Bewegung fand damit bei den Endnutzern statt, also bei einer anderen Rolle als dem klassischen Mitglied mit seiner direkten Beziehung zur Registry.
RIPE NCC beschreibt genau, was die Maßnahme steuert: die Registrierung von Nummernressourcen in der RIPE Database. Betroffene können keine zusätzlichen Ressourcen erhalten und vorhandene nicht transferieren. Die bisherigen Einträge bleiben bestehen. Auch den Standard-Servicevertrag eines Mitglieds beendet RIPE NCC wegen einer solchen Einstufung nicht automatisch. Die Sperre greift bei der nächsten administrativen Änderung; damit kann sie für eine geplante Übergabe von Adressen sehr real werden.
Wer nur IPv4-Adressen zählt, übersieht einen Teil des Bildes. Mehrere Zeilen vom 8. September nennen null IPv4-Adressen, aber jeweils eine ASN; eine andere nennt 1.024 Adressen und eine ASN. Selbst ein Eintrag ohne IPv4-Bestand kann also eine registrierte Ressource betreffen. Die Länderkennzeichen stehen für den rechtlichen Sitz des Inhabers. Namen veröffentlicht der Bericht nicht. Seine Tabelle erklärt die Form des Eingriffs, ohne einzelne Netze preiszugeben.
Daneben führt RIPE NCC den Status „on hold“. Er gilt, wenn ein Inhaber bei Prüfungen nicht mitwirkt oder keine Unterlagen für einen Abschluss beibringen kann. Vier Mitglieder wurden im August so eingestuft. Eines hält zugleich Ressourcen als Endnutzer; zwei Rollen in derselben Tabellenzeile ergeben kein zweites Unternehmen. Die als „frozen“ ausgewiesenen Fälle beruhen dagegen auf als anwendbar bestätigten EU-Sanktionen. Für beide Gruppen ist der Registrierungsschalter eingeschränkt, der Weg zu dieser Entscheidung unterscheidet sich.
Im vorigen Quartalsbericht standen am 2. Juli 25 bestätigte Fälle und 16 auf „on hold“. Am 1. Oktober lauten die Werte 53 und 20. Der Zuwachs von 28 bestätigten Fällen entspricht den fünf Mitgliedern und 23 Endnutzern. Gerade die Verteilung dieser 28 macht den neuen Bericht zu mehr als einer Fortschreibung der Gesamtsumme.
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