Zusammenfassung
- Die Vereinbarung umfasst unter anderem Konnektivität, IPv6 und Internetknoten. Die Teilnahme an REGULATEL-Arbeitsgruppen ist ausdrücklich vorgesehen.
- Das Register für Internetnummern und nationale Regulierungsbehörden behalten unterschiedliche Aufgaben. Die Kooperation ist noch kein Nachweis besserer Verbindungen.
Acht Nennungen für fehlende Abstimmung zwischen Institutionen, sieben für mangelnde Investitionen: So sieht eine der Hürdenlisten aus, mit denen REGULATEL arbeitet. Die Zahlen stehen im Infrastrukturteil des Berichts der Arbeitsgruppe für digitale Teilhabe und Dienstqualität von 2025. Er wertet einen Fragebogen aus. Gemeint sind also Antworten zu Hindernissen, keine Statistik über die Zahl unversorgter Haushalte.
Die Liste macht verständlich, warum ein Register für Internetadressen mit Telekomregulierern sprechen will. Ein Netz braucht technische Ressourcen. Für seinen Ausbau können aber auch Genehmigungsverfahren, Stromversorgung und das Zusammenspiel von Behörden entscheidend sein. Die letzten beiden Probleme nennt der Bericht ausdrücklich. Keine der beteiligten Institutionen kann diese ganze Strecke allein abdecken.
Zwei Berufe, keine neue Oberbehörde
LACNIC verwaltet IPv4- und IPv6-Adressen sowie Nummern autonomer Systeme. Hinzu kommen technische Schulung, Forschung und gemeinschaftliche Regelentwicklung. REGULATEL ist dagegen ein Forum von 23 Regulierungsstellen aus Lateinamerika und Europa, darunter Mitglieder aus Spanien, Portugal und Italien. LACNIC erhält durch die Zusammenarbeit keine nationale Aufsichtskompetenz; das Forum ersetzt seine Mitgliedsbehörden ebenfalls nicht.
Die Mitteilung von LACNIC vom 15. Oktober 2026 stellt genau diesen Austausch in Aussicht. Das Memorandum umfasst Internet-Governance, Konnektivität, digitale Teilhabe, IPv6 und Internetknoten sowie institutionelle und akademische Zusammenarbeit. Die Beteiligung an REGULATEL-Arbeitsgruppen ist ausdrücklich vorgesehen.
Öffentlich vorgestellt wurde die Vereinbarung laut Mitteilung am Vortag in der Casa de Internet in Montevideo. Anwesend waren Ernesto Majó, dort als CEO von LACNIC bezeichnet, und Desirée Logroño, geschäftsführende Präsidentin von REGULATEL. Das ist der beschriebene Vorstellungstermin, nicht ein unabhängig festgestelltes Unterzeichnungsdatum.
Was in den Arbeitsgruppen tatsächlich liegt
Bei REGULATEL gibt es neun aktive Gruppen. Ihre Unterlagen sind aufschlussreicher als die bloße Zahl. Der Arbeitsplan für Internetfragen 2026, koordiniert von ANATEL und ENACOM, sieht ein Gespräch mit Organisationen des Internetumfelds, einen Fragebogen mit anschließendem Regionalbericht und regelmäßige Rundbriefe vor. Die Themen des Gesprächs und des Fragebogens sind im Plan noch offen. Das sind vorhandene Arbeitsformen, an die technische Expertise anschließen könnte.
Ein zweiter Strang betrifft den Netzausbau. Die von CRC koordinierte Qualitätsgruppe führt in ihrem Bericht von 2025 einen Workshop über ländliche und schwer erreichbare Gebiete am 26. Juni auf. ANACOM, SUTEL, CONATEL und CRC sind genannt. Am 19. August folgte dem Bericht zufolge ein Austausch über die gemeinsame Nutzung von Infrastruktur mit SUTEL, OSIPTEL und CRC. Hier geht es nicht nur um Definitionen, sondern um Erfahrungen mit der Frage, wie ein Netz an seinen vorgesehenen Ort kommt.
Auch für 2026 ist das Thema konkret eingeplant: Der Arbeitsauftrag der Qualitätsgruppe setzt einen virtuellen Runden Tisch zur aktiven und passiven Infrastrukturteilung in das Zeitfenster August bis Oktober. Zu den vorgesehenen Ergebnissen gehört die Weitergabe von Präsentationen und Materialien. Das ist ein überprüfbarer Arbeitsansatz, nicht lediglich der Wunsch, Kontakte zu pflegen.
Diese Berichte und Pläne gehören zur bisherigen Arbeit der Gruppen. Sie belegen weder eine neue Aufgabenverteilung an LACNIC noch abgeschlossene Projekte aus dem Oktober-Memorandum. Die Ankündigung selbst nennt keinen bestimmten gemeinsamen Liefertermin. Was darüber hinaus im vollständigen Vertrag steht, lässt sich aus ihr nicht ableiten.
Ein Anschluss an laufende Arbeit
Das Exekutivkomitee koordiniert Jahresplanung und Arbeitsgruppen und beaufsichtigt die Programme. Auch die Kontakte zum technischen Umfeld reichen zurück: Ein LACNIC-Beitrag vom 9. April 2024 beschreibt einen Besuch von REGULATEL im zweiten Jahr in Folge.
Die neue Vereinbarung muss deshalb keine leere Bühne füllen. Sie kann Gespräche über IPv6 und Internetknoten an eine Arbeit anschließen, die bereits nach Ausbauhürden und Dienstqualität fragt. Ein zugeteilter Adressblock ist noch kein guter Anschluss. Gerade die Unterlagen der Regulierer zeigen, wie viele weitere Entscheidungen dazwischenliegen.
Korrektur vom 21. Oktober 2026: Die Ankündigung sieht die Beteiligung an Arbeitsgruppen ausdrücklich vor. Diese Fassung trennt Veröffentlichungsdatum und öffentlichen Termin und ersetzt einen allgemeinen Verweis auf ein persönliches Profil durch institutionelle Quellen.
Mitgliederbriefing
Detaillierter Profilkontext
Melden Sie sich mit der richtigen Mitgliedschaftsstufe an, um das vollständige Briefing und die Quellennotizen freizuschalten.
Nur für den Strategischen Kreis
Strategischer Kreis
Offen für alle Leser. Schalten Sie Profil-Briefings nach Beitritt und Anmeldung frei.
Strategischem Kreis beitretenNur für Leadership Alliance
Leadership Alliance
Für qualifizierte Inhaber von IP-Assets und Management; melden Sie sich an, um Leadership-Alliance-Briefings freizuschalten.
Leadership Alliance beitreten





