Zusammenfassung
AFPUB-2026-GEN-001-DRAFT01würde Aufgaben der Ko-Vorsitzenden, Moderation, Einsprüche, Abberufung, Konsultationen und einen neuen Number Council regeln.- AFRINICs Mitarbeiterbewertung sagt, dass das PDP innerhalb der Satzung arbeitet und ein nachgeordnetes Richtliniendokument Funktionen des Verwaltungsrats nicht allein neu zuweisen kann.
- Der Entwurf wird noch diskutiert. Entscheidend ist, ob jede Entscheidung einen Akteur, eine Rechtsgrundlage, einen Auslöser, einen Überprüfungsweg und einen öffentlichen Nachweis hat.
Ein Vorschlag aus der Unterbrechung
Die Autoren führen mehrere Störungen auf das frühere Fehlen eines beschlussfähigen Verwaltungsrats zurück: nicht ratifizierte oder nicht umgesetzte Vorschläge, ausgefallene Treffen, nicht erneuerte Ämter und eine eingefrorene RPD-Liste. Das sind Kausalbehauptungen der Autoren, keine unabhängig belegten Tatsachen dieses Quellenpakets.
Das institutionelle Problem ist dennoch prüfbar. Ein Bottom-up-Prozess bleibt anfällig, wenn jeder gewöhnliche Übergang von der ständigen Handlungsfähigkeit eines einzigen Unternehmensorgans abhängt. Der Entwurf wurde am 20. Mai 2026 eingereicht und als erste Fassung auf RPD veröffentlicht. Die Präsentation vom 24. Juni beweist weder Konsens noch Annahme; AFRINIC führt den Text weiterhin als „Under Discussion“.
Das Verfahren ist die stärkste Ebene
Eine vorläufige Sitzungsleitung darf die Tagesordnung führen, aber keinen Konsens feststellen. Der Text regelt Auswahl und Abberufung der Ko-Vorsitzenden, Moderation, Einsprüche und die Aussetzung von Schreibrechten. Betroffene erhalten weiter Nachrichten und können Einspruch einlegen; normalerweise gehen direkter Kontakt und eine öffentliche Warnung voraus.
Diese Sicherungen verhindern, dass Kontinuität Ermessen nur von einem Engpass zum nächsten verschiebt. Gemeinschaftsnähe legitimiert eine Entscheidung nicht automatisch. Macht muss sichtbar, begrenzt und überprüfbar sein. Ein Einspruch gegen eine Entscheidung der Ko-Vorsitzenden braucht drei Unterstützer aus der Diskussion und muss binnen zwei Wochen eingereicht werden. Das eröffnet die Prüfung, beweist aber keinen Fehler.
Der Konflikt liegt bei der Ratifizierung
Kann der Verwaltungsrat 60 Tage lang nicht handeln oder lehnt er ohne Begründung ab, erlaubt der Entwurf eine Petition von mindestens 15 Berechtigten, die mit verschiedenen AFRINIC-Mitgliedern aus mindestens drei Teilregionen verbunden sind. Danach folgt eine neue Mitarbeiteranalyse. Findet sie kein neues Problem, soll die Richtlinie laut Entwurf als ratifiziert gelten und umgesetzt werden.
Das ist ein Resilienzmechanismus und zugleich ein Zuständigkeitswechsel. Der Entwurf erkennt selbst an, dass Satzungsartikel 11.2 geändert werden müsste. Die veröffentlichte rechtliche Mitarbeiterbewertung sagt, das PDP leite seine Befugnis aus der Satzung ab und eine dem Verwaltungsrat zugewiesene Funktion könne nicht allein über das CPM übertragen werden, bevor die Mitglieder die Satzung ändern.
Dies ist kein Gerichtsurteil. Es ist jedoch eine institutionelle Einschränkung der Organisation, die die Richtlinie umsetzen müsste. Der Konflikt besteht zwischen Lähmung bei einem handlungsunfähigen Verwaltungsrat und einem Legitimitätsrisiko, wenn ein Richtlinientext eine weiterhin satzungsmäßig zugewiesene Befugnis ersetzt.
Jede Übergabe braucht eine Karte
Eine öffentliche Matrix sollte für jede Handlung Akteur, Rechtsquelle, Auslöser, Nachweis, Frist, Einspruch und öffentliche Aufzeichnung benennen. Bei Sitzungen wären Satzungspflicht, von Mitgliedern beschlossene Änderung und operative Delegation zu trennen. Bei Moderation wären Warnung, Beschränkung, Dauer und Einspruch sichtbar. Bei Ratifizierung müsste feststehen, was der Verwaltungsrat prüft und welche Gründe er veröffentlicht.
Die Mitarbeiterbewertung erwartet keine Auswirkungen auf WHOIS, RDAP, MyAFRINIC, NetSuite, NMRP oder RPKI und keine auf Mitgliederservice, IT oder Personal. Dieser negative Befund grenzt das Problem ein: Es geht nicht primär um Registry-Software, sondern um die institutionelle Weisungskette.
Worauf es nun ankommt
Zu beobachten ist, ob eine neue Fassung CPM- und Satzungsänderungen trennt, die Befugnisse des Number Council klärt, Moderationsschutz erhält und dem 60-Tage-Weg eine anerkannte Rechtsgrundlage gibt. AFRINIC braucht Kontinuität und Entscheidungen, die auch nach der Krise rechtmäßig bleiben.
Quellen
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