Summary
- Die am 1. November aktualisierte Fassung 02 ersetzt die Prüfung jedes Agenten durch eine Zugangsprüfung des Auftraggebers, der obersten Token-Angaben und des gerade handelnden Agenten.
- Eine spätere Sperre eines früheren Agenten bleibt in verknüpften Belegen erkennbar. Der empfangende Dienst darf den nächsten Aufruf nach dieser Entwurfsregel deshalb nicht abweisen.
Die Ausweiskontrolle am Eingang ist keine Geschichtskommission. Ein Dienst kann sehen, durch welche KI-Agenten ein Auftrag gewandert ist. Einer davon wurde inzwischen gesperrt. Trotzdem entscheidet er über den Aufruf anhand des Auftraggebers und des Agenten, der jetzt vor ihm steht. Genau diese Trennung macht die neue Fassung des Entwurfs „Agent Execution Evidence“ ausdrücklich.
In Fassung 01 stand noch, der empfangende Dienst prüfe jeden Akteur. Die Autoren führen die veröffentlichte Form auf einen älteren Arbeitsstand zurück. Fassung 02 streicht die Vorgabe und erklärt die früheren Akteure aus verschachtelten act-Angaben zu Einträgen im actor_chain, die für die Zulassung nicht benutzt werden dürfen. Das folgt RFC 8693, Abschnitt 4.1: Für die Zugriffskontrolle gelten die obersten Token-Angaben und der aktuelle Akteur; die Vorgänger liefern Historie.
Historie kann scharf sein. Der Entwurf verbindet Belege des sendenden und des empfangenden Dienstes. Später lässt sich prüfen, ob Arbeit nach der Sperre eines vorgelagerten Agenten weiterlief, wer den jeweiligen Übergang annahm und welche Grundlage der Empfänger als admission_basis festhielt. Doch ein Protokoll, das diesen Verlauf später beweist, ist noch keine Sperre im Augenblick des Aufrufs. Der Text sagt ausdrücklich, dass der Empfänger einen Aufruf nicht wegen der Sperre eines früheren Akteurs verweigern kann.
Auch die Beweiskette trägt weniger Autorität, als ihr Name suggeriert. Beim Empfang ist sie zunächst die Behauptung des Token-Ausstellers. Übereinstimmende Angaben in verfügbaren Belegen zeigen Konsistenz, weder Vollständigkeit aller Übergänge noch eine Verengung von Berechtigungen auf jedem Schritt. Für den aktuell aufrufenden Agenten muss der Status seiner Registrierung und Zusicherung dagegen frisch genug für die Vorgaben des Empfängers sein. Ist er eingeschränkt, sind nur entsprechende Vorgänge zulässig.
Abschnitt 14 stellt die Frage einer Zulassung nach der ganzen Akteursgeschichte offen. Dafür wären Regeln über Vollständigkeit, Vertrauen und das Verhältnis zu RFC 8693 nötig. Der IETF-Eintrag nennt den Text einen am 1. November aktualisierten individuellen Entwurf. Eine tatsächlich eingeführte Prüfung gesperrter Vorgänger am Eingang wäre die fehlende neue Tatsache.
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