Zusammenfassung

  • Der erste GeoBlock von Cape Station hat laut Fervo am 30. September 2026 den kommerziellen Betrieb erreicht und erzielt Stromerlöse bei 33 MW gemeldeter Nettoleistung.
  • Zwei weitere Starts sollen bis Januar folgen. Die angekündigte kürzere Bauzeit und der Geldfluss zur Muttergesellschaft sind damit noch nicht nachgewiesen.

Ein Tag Vorsprung, zwei Blöcke noch offen

Ein Tag früher als vereinbart: Das ist der Vorsprung, den Fervo Energy für den ersten GeoBlock von Cape Station meldet. Am 24. September 2026 wurde die Anlage im US-Bundesstaat Utah mit dem Netz synchronisiert, am 30. September begann der vertragliche kommerzielle Betrieb. Der Block erreichte laut Unternehmen 33 MW Nettoleistung und erzielt seitdem Erlöse aus einem Stromabnahmevertrag. Nach 23 Monaten Bau und Inbetriebnahme verkauft hier nicht mehr nur eine Projektidee ihre Zukunft. Ein Kraftwerksblock verkauft Strom. Mitteilung von Fervo vom 1. Oktober

Der nächste wichtige Termin betrifft allerdings die beiden weiteren Blöcke. Zur ersten Ausbaustufe gehören drei GeoBlocks zu je 33 MW, zusammen rund 100 MW. Bei der Bekanntgabe befanden sich die zwei übrigen noch in der Inbetriebnahme. Fervo erwartete ihren vertraglichen Betriebsbeginn bis zum 1. Januar 2027. Der erste Block hat damit eine Hürde genommen, die den anderen noch bevorsteht.

Gerade darin liegt der Reiz dieser unspektakulär klingenden Zahl: zwei. Weitere Starts würden zeigen, ob Fervo einen einzelnen Erfolg wiederholen kann. Das Unternehmen will schließlich nicht bei der ersten Ausbaustufe stehen bleiben. Zusätzliche 400 MW der Phase II waren nach derselben Mitteilung bereits im Bau; für sie ist 2028 als Betriebsbeginn vorgesehen. Diese Termine sind die damaligen Erwartungen des Unternehmens, keine Bestätigung späterer Fertigstellung.

23 Monate sind erreicht, 18 noch nicht

Fervo möchte künftige GeoBlocks in 18 Monaten bauen. Die Differenz zu den 23 Monaten des ersten Blocks beträgt fünf Monate. Noch ist sie ein Vorhaben des Managements und keine eingesparte Bauzeit.

Auch bei der Leistung lohnt es sich, genau hinzusehen. Die gemeldeten 33 MW beschreiben elektrische Leistung, nicht die über einen Monat gelieferte Energiemenge. Der Oktober-Mitteilung fehlen Messreihen, aus denen sich Dauerbetrieb und Unterbrechungen ablesen ließen. Sie nennt weder die Höhe der Erlöse noch den Käufer des Stroms dieses ersten Blocks. Der Start ist deshalb ein konkreter Fortschritt, aber noch keine längere Betriebsgeschichte. Die bei der SEC veröffentlichte Form 8-K vom 1. Oktober enthält dieselbe Unternehmensmitteilung; sie ist kein zweiter, unabhängiger Leistungsnachweis.

Der Stromerlös hat noch einen Weg vor sich

Für die Muttergesellschaft endet die Rechnung nicht beim Stromverkauf. Zum 30. Juni standen aus der Finanzierung Project Granite für Phase I rund 212,3 Millionen US-Dollar aus. Der Quartalsbericht von Fervo beschreibt Zahlungsprioritäten und Bedingungen für Ausschüttungen auf Projektebene. Erlöse können dort anfallen, ohne bereits als frei verfügbares Geld bei Fervo anzukommen.

Der Stichtag gehört zu dieser Zahl dazu. Ende Juni lag der kommerzielle Start noch drei Monate in der Zukunft. Der damalige Kreditstand sagt nicht, wie hoch die Schulden nach dem Start waren; die Mitteilung über erste Erlöse verrät ihrerseits nicht, wie viel Geld inzwischen bei der Muttergesellschaft eingegangen ist.

Ein prominenter Kundenname schließt diese Lücke nicht. Cape Generating Station 6 LLC, eine Tochter von Fervo, vereinbarte am 26. August mit Google Energy LLC einen separaten Stromabnahmevertrag über 396 MW und 15 Jahre. Vorgesehen sind vier Teiltranchen zu je 99 MW mit angestrebten Betriebsstarts ab dem dritten Quartal 2028. Die dazugehörige Form 8-K ist am 1. September unterzeichnet. Das ist nicht der Vertrag, den man dem ersten 33-MW-Block einfach zuschreiben darf: Fervos Oktober-Mitteilung nennt dessen Abnehmer nicht.

So bleibt Cape Station eine Geschichte mit zwei Geschwindigkeiten. Der erste Block hat laut Fervo bereits den kommerziellen Betrieb erreicht. Der große Ausbau lebt noch von künftigen Terminen. Die beiden übrigen Blöcke der Phase I sind die nächsten Gelegenheiten, den Abstand zwischen beiden zu verkleinern.

Präzisierung vom 23. Oktober 2026: Das Google-Abkommen wurde am 26. August geschlossen; die zugehörige Form 8-K wurde am 1. September unterzeichnet. Die frühere Bezeichnung als August-Unterlage vermischte diese Daten.