Zusammenfassung
- EVPN wählt einen DF für Mehrzielverkehr zu einem mehrfach angebundenen Ethernet Segment; der Dienstanschluss am gewählten PE kann trotzdem ausgefallen sein.
- ES- und Ethernet-A-D-Rücknahmen beschleunigen die Konvergenz, belegen aber weder synchrone Tabellen noch korrektes Split Horizon oder Paketkontinuität.
- RFC 8584 beschreibt logische Anschlussfehler, bei denen die Kandidatenliste stabil bleibt und Verkehr dennoch in ein Blackhole läuft.
- Ein Failover-Nachweis verbindet Wahl, Dienstzustand, Hardwareprogrammierung und bidirektionale Paketmessung.
Bei einer hypothetischen Wartung bleiben zwei PEs für dasselbe Segment sichtbar. Das Dashboard zeigt den Reserve-PE als neuen DF des betroffenen VLANs, BGP ist stabil. BUM-Verkehr verschwindet dennoch, weil der Anschluss dieses Dienstes am gewählten PE down ist. Das Wahlergebnis ist richtig; die Aussage über die Dienstwiederherstellung ist falsch.
Das Beispiel benennt keinen realen Betreiber oder Hersteller. Es trennt die Zuweisung von Verantwortung in der Kontrollebene vom Beleg tatsächlicher Zustellung.
Was die Wahl entscheidet
RFC 7432 definiert das Standard-Service-Carving. PEs kündigen Ethernet-Segment-Routen an, warten auf den Kandidatensatz, sortieren Originator-Adressen und berechnen den Ethernet Tag modulo PE-Anzahl. Der DF gibt Mehrzielverkehr zum Segment frei; Nicht-DFs verwerfen ihn weiter in dieser Richtung.
Das begrenzt Duplikate und Schleifen. Bei All-Active kann bekannter Unicast mehrere PEs nutzen, während der DF den BUM-Ausgang kontrolliert. Bei Single-Active ist die aktive Verantwortung breiter. Keine Variante prüft dadurch automatisch jeden AC, jede Bridge Domain, jeden Label-Eintrag oder das CE-Bonding.
Eine ES-Routenrücknahme startet das Carving neu. Eine A-D-per-ES-Rücknahme aktualisiert Next-Hops vieler MAC-Adressen. Das ESI-Label trägt Split Horizon. RFC 7432 nennt ausdrücklich das Übergangsrisiko, dass zwei PEs bei Ausfall oder Wiederkehr kurzzeitig beide DF zu sein glauben.
Ein stabiler Kandidatensatz kann einen Defekt verbergen
RFC 8584 dokumentiert unfaire Verteilung und unnötige Neuzuordnung, wenn sich die PE-Zahl ändert. Kritischer ist der logische Fehler: Ein einzelner AC oder eine MAC-VRF kann ausfallen, während andere Dienste die ES-Route aktiv halten. Die Kandidatenliste bleibt gleich; entfernte PEs wählen nicht neu.
Das kann BUM bei All-Active und den gesamten Verkehr des betroffenen CE bei Single-Active verwerfen. Das erweiterbare Verfahren lässt PEs Algorithmus und Fähigkeiten abstimmen und AC-Zustand berücksichtigen. Ob alle denselben Zustand programmiert und Pakete innerhalb des Ausfallbudgets übertragen haben, bleibt trotzdem zu messen.
Den Übergang messen
Für ESI, EVI und Tag werden Kandidaten, Verfahren, Fähigkeiten und DF/NDF vor und nach dem Ereignis erfasst. Dazu kommen Redundanzmodus, ES/A-D-Ereignisse, AC, Bridge Domain, ESI-Label, Split Horizon, MAC, Next-Hop und CE-Bond.
Bekannter Unicast und BUM werden in beide Richtungen während Ausfall, stabilem Zustand und Wiederkehr getestet. Verlust, Duplikate, Schleifen, Umsortierung und Konvergenzzeit zeigen, ob der alte DF korrekt blockiert, der neue weiterleitet und der zurückkehrende PE keine zweite Störung auslöst.
Quellen
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