Zusammenfassung

  • Eine gültige Reply mit IA_PD und IAPREFIX bestätigt eine Präfixbindung und deren Laufzeiten; sie beobachtet keine Route, keinen FIB-Eintrag und kein betriebsbereites LAN.
  • Die Abnahme muss DHCPv6-Transaktion, RIB/FIB im Zugangsnetz, CE-Zustand, LAN-Ankündigung und präfixgebundene Verkehrstests derselben Generation verbinden.

Die Oberfläche meldet Erfolg, das /56 ist sichtbar und die Erneuerungszeiten laufen. Trotzdem erreicht ein LAN-Gerät das IPv6-Internet nicht, und eine externe Messstelle findet keinen funktionierenden Rückweg zu einer Adresse im Block. Eine korrekte DHCPv6-Aufzeichnung verrät nicht, an welcher Übergabe der Dienst scheitert.

RFC 8415 begrenzt die Bedeutung der Reply. Der Server liefert darin zugewiesene Leases und Konfiguration. Bei Prefix Delegation enthält IA_PD ein oder mehrere Präfixe sowie T1 und T2; jedes IA Prefix besitzt eine Preferred Lifetime und eine Valid Lifetime. Damit ist geklärt, welchen Bereich der Client wie lange verwenden darf.

Ob Pakete weitergeleitet werden, bleibt offen.

Die Lease programmiert nicht den Datenpfad

RFC 8415 stellt ausdrücklich fest, dass Prefix Delegation allein den Client nicht zum Weiterleiten fremdadressierter Pakete verpflichtet. Nach der Zuweisung kann er den Block unterteilen, längere Präfixe an interne Links vergeben und Router Advertisements senden. Das sind nachgelagerte Vorgänge.

Auch die Zugangsseite braucht eigene Zustände. Kommunizieren Server und Client über einen Relay, kann ein weiteres Protokoll oder ein Out-of-Band-Verfahren nötig sein, um Routinginformationen auf den durchlaufenen Routern zu installieren. Eine gültige Bindung kann deshalb neben einer fehlenden, veralteten oder auf die falsche Sitzung zeigenden Route bestehen.

RFC 7084 trennt die CE-Pflichten: eine andere Präfixgröße als angefragt akzeptieren, WAN-Routing aufbauen, LAN-/64 auswählen und ankündigen. Zudem müssen nicht an ein LAN vergebene Teile des delegierten Aggregats auf ein Nullziel zeigen und verworfen werden. Ein /56 macht nicht jede enthaltene Adresse erreichbar.

Nachweis für genau eine Generation

Der Datensatz beginnt mit Client- und Serverkennung, Transaktionskontext, IAID, Präfixlänge, Status, T1, T2 und beiden Laufzeiten. Danach folgen zuständiger Zugangsrouter, Next Hop, RIB/FIB-Generation und Teilnehmersitzung. Auf dem CE werden WAN-Standardroute, tatsächlich genutztes LAN-/64, Forwarding-Generation und RA-Laufzeiten festgehalten.

Verkehrstests verwenden eine Adresse aus dem tatsächlich zugewiesenen LAN-Präfix, nennen die Messpunkte und prüfen Hin- und Rückweg getrennt. Ein einzelner Ping ohne Bezug zur aktuellen Bindung kann einen alten Zustand bestätigen.

RFC 9096 setzt die zeitliche Grenze: Die IAID soll standardmäßig Neustarts überdauern, nachgelagerte Laufzeiten dürfen die Restlaufzeit der Delegation nicht überschreiten, und veraltete Konfiguration muss signalisiert werden. Renew, Rebind, Neustart, Präfix- oder Routenwechsel beenden den alten Nachweis.

Quellen