Zusammenfassung
- BELINET verteilte die Kosten internationaler UUCP-E-Mail auf belizische Standorte: Monatsbeitrag plus ein Cent je 320 Byte gesendeter oder empfangener Auslandsnachricht.
- Das machte den planmäßigen Mailaustausch tragfähig, bedeutete aber keine allgemeine direkte IP-Verbindung Belizes zum Internet.
Der Tarif von einem Cent je 320 Byte war klein; der Telefonanschluss war es nicht. Brian Candler vom University College of Belize (UCB) schrieb 1994, ein Anruf von Belize in die Amerikas koste umgerechnet 1,60 US-Dollar je Minute oder angefangener Minute. Ein oder zwei tägliche Gespräche nach Puerto Rico konnten rund 100 US-Dollar pro Monat erreichen, obwohl wenig Daten übertragen wurden. Schon die Modem-Aushandlung beanspruchte kostenpflichtige Zeit.
UCB teilte die wiederkehrende Ausgabe mit anderen Einrichtungen. Im November 1994 zählte Candler mehr als 20 weitere UUCP-Knoten im Land. Jeder zahlte monatlich 25 Dollar sowie einen Cent je 320 Byte internationaler Nachrichten, gesendet oder empfangen. Die Quelle nennt für diese beiden Beträge keine Währung. Sie sollten weder umgerechnet noch als geprüfte Preisliste dargestellt werden. Der Grundbetrag half, den Dienst bereitzuhalten; die variable Gebühr folgte dem Auslandsverkehr.
UCB wählte sich werktags viermal und am Wochenende zweimal täglich bei der University of Puerto Rico ein. Die Rechner tauschten wartende Post aus und beendeten den Anruf. UUCP hielt die Verbindung nicht offen, während jemand las oder schrieb. Dafür mussten Nutzer bis zum nächsten Austausch warten.
Candler korrigierte im Juni 1994 Darstellungen, die die teilnehmenden Standorte als Internetanbieter bezeichneten. Belize hatte über diesen Dienst noch keine direkte internationale TCP/IP-Verbindung. Lokale Standorte riefen UCB an; die Universität tauschte E-Mail per UUCP aus. Das Ethernet auf dem Campus nutzte IP, damit verbundene PCs das Mail-System erreichten. Ein lokales IP-Netz belegt keinen allgemeinen oder dauernden Internetzugang.
Vor dem lokalen Netz waren Disketten Teil des Betriebs. Beschäftigte schrieben an ihren Rechnern, brachten Dateien zur Waffle-Maschine und ließen sie einlesen. Eingehende Post wurde ausgedruckt und in Mitarbeiterfächer gelegt. Candler entwickelte dazu das Pascal-Programm „Sneakermail“. Linux löste später die Begrenzung des DOS-Rechners, der einen lokalen Nutzer und den Modemzugang nicht gleichzeitig bedienen konnte.
Candler schätzte einen dedizierten 64-kbit/s-Satellitenkanal auf mindestens 3.500 US-Dollar monatlich; hinzu kämen regulatorische Hürden beim Telekommunikationsmonopol. Das war seine Schätzung, kein Angebot und kein Beleg einer installierten Leitung. Im August 1995 berichtete er, UCB habe wegen mangelnder Zuverlässigkeit von der University of Puerto Rico auf PSG gewechselt und zählte etwa 80 weitere UUCP-Knoten. Das sind Betreiberangaben, keine landesweite Statistik. Candler erklärte das System für selbsttragend und leicht profitabel, doch unabhängige Konten fehlen.
Belastbar ist die Form des Kostenmodells: Grundgebühr, Volumenanteil und geteilte Gesprächskosten.
Quellen
- BELINET: The Belize Information Network (Bericht von 1994, aktualisiert 1995).
- Klarstellung von Juni 1994 zum UUCP-Maildienst in Belize.
- Aktualisierung zur BELINET-Verbindung im Oktober 1994.
- Erster UUCP-Mailknoten in Belize, Dezember 1993.
- OAS / RedHUCyT-Rückblick auf regionale Netze und Schulen in Belize.
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