Zusammenfassung

  • Atlassian zählt ausgeführte Automatisierungsschritte, bestimmte KI- und Kontextaktionen in Rovo-Credits sowie abgeschlossene Kundenanfragen in Customer Service Management als unterschiedliche Einheiten.
  • Ein Ablauf kann gleichzeitig Schritte und Rovo-Credits verbrauchen. Use Rovo wird jedoch nicht ein zweites Mal als Automatisierungsschritt gezählt. Eine Supportlösung ist wiederum nur dann kostenpflichtig, wenn die vollständige Antwort ohne Übergabe an einen Menschen erfolgt und das System die Anfrage als gelöst bewertet.

Selbst ein Auslöser, der keinen passenden Vorgang findet, kann einen kostenpflichtigen Schritt auslösen. Atlassian zählt NO_MATCH, weil der Auslöser ausgeführt wurde. Ruft derselbe Ablauf danach Use Rovo auf, kommt diese KI-Aktion nicht noch einmal auf das Schrittekonto. Sie fällt unter die Rovo-Credits. Ein Lauf kann somit zwei getrennte Kontingente belasten, ohne dieselbe KI-Aktion doppelt zu berechnen.

Das ist der entscheidende Unterschied zwischen einer allgemeinen „Nutzungsgebühr“ und Atlassians konkretem Modell. Das Entgelt pro Nutzer bleibt bestehen; hinzu kommen Messgrößen für bestimmte Funktionen. Automatisierungsschritte zählen ausgeführte Bestandteile eines Ablaufs, Rovo-Credits ausgewählte KI- und Teamwork-Graph-Kontextaktionen, und Customer Service Management misst ein abgeschlossenes Kundenergebnis. Welche Einheit zählt, hängt von der ausgeführten Funktion ab.

Automation zählt ausgeführte Bestandteile

Atlassian definiert einen Schritt als ausgeführten Trigger, eine Bedingung, Aktion, Verzweigung oder Schleife. Entscheidend ist nicht allein, ob dadurch ein Jira-Vorgang oder eine Confluence-Seite verändert wird. Auch Schritte ohne Änderung, mit bestimmten Geschäftsfehlern, nach einem Abbruch oder bei NO_MATCH können berechnet werden. Ausgenommen sind gedrosselte Läufe ohne ausgeführten Schritt und Fehler auf Systemseite.

Der Zähler folgt damit dem technischen Ablauf und nicht nur dem sichtbaren Ergebnis. Eine Regel mit mehreren Bedingungen und Verzweigungen kann etliche Schritte verbrauchen, bevor überhaupt eine Änderung eintritt. Atlassian legt fest, welche Ausführungszustände zählen; es behauptet nicht, dass jeder Schritt den gleichen Nutzen erzeugt.

Die Automation-Kontingente werden über geeignete Apps einer Organisation zusammengeführt. Im Beispiel des Unternehmens ergeben 100 Nutzer von Jira Premium 75.000 Schritte pro Monat; 100 Nutzer von Confluence Standard ergänzen 10.000. Gemeinsam stehen 85.000 Schritte zur Verfügung. Zusätzlich berechnet Atlassian 0,50 US-Dollar je 1.000 Schritte. Ist die Zusatznutzung deaktiviert und das Kontingent erschöpft, halten die Automatisierungen bis zur nächsten Erneuerung an.

Rovo misst einen anderen Verbrauch

Rovo-Credits sind keine weiteren Automatisierungsschritte. Nach Atlassians Angaben kostet ein einfacher Rovo-Vorgang zehn Credits. Premium-Funktionen und angereicherter Kontext aus dem Teamwork Graph verbrauchen je nach Aufgabe und Aufwand unterschiedlich viele Credits. Geeignete Jira-, Confluence- und Collection-Abos steuern je nach Produkt und Tarif Kontingente bei. Die Credits werden innerhalb der Organisation geteilt, monatlich erneuert und nicht übertragen.

Zusätzliche Rovo-Credits kosten laut Preisliste 0,01 US-Dollar pro Credit. Zehn Credits entsprechen somit 0,10 US-Dollar, aber nur wenn die Aktion das inkludierte Kontingent überschreitet und als Mehrverbrauch abgerechnet wird. Das ist kein allgemeiner Preis pro Eingabe, Agent oder Ablauf. Bedingungen und gewöhnliche Aktionen verbrauchen Schritte; Use Rovo greift auf den separaten Credit-Zähler zu.

Für Administratoren entstehen daher zwei unterschiedliche Stellschrauben. Ein Ablauf mit Rovo kann das Schrittekontingent und den Credit-Pool in unterschiedlichem Tempo aufbrauchen. Atlassian beschreibt getrennte Kontingente und Kontrollen; ein Restbestand an Schritten lässt sich nicht in Credits umwandeln. Welche Funktion beeinträchtigt wird, hängt davon ab, welcher Zähler zuerst sein Limit erreicht.

Customer Service Management zählt das Ergebnis

Customer Service Management verwendet eine dritte Einheit. Atlassian berechnet eine Lösung erst, wenn der KI-Agent eine vollständige Antwort liefert, das Gespräch nicht an das Supportteam übergibt und ein systeminterner Sprachmodell-Bewerter die Anfrage als gelöst einstuft. Es geht um das Ergebnis, nicht um jede Nachricht oder jeden Modellaufruf.

Für Lösungen ist im Customer-Service-Management-Abo kein Inklusivkontingent vorgesehen. Atlassian nennt einen US-Dollar ab der ersten erfolgreichen Lösung; bei größeren Jahrespaketen sinkt der veröffentlichte Stückpreis. Die Abrechnung ist ausdrücklich von Rovo-Credits und Automation-Schritten getrennt. KI-Beteiligung allein löst deshalb noch keine Supportgebühr aus: Erst eine Kundenanfrage, die den veröffentlichten Abschlusstest besteht, zählt.

Bei Monatsplänen gilt standardmäßig eine Grenze von 25.000 nutzungsabhängig abgerechneten Lösungen pro Monat. Sind Pakete verbraucht und ist diese Grenze erreicht, gibt der Agent keine direkten Lösungen mehr aus. Er informiert Kunden, dass eine Anfrage für sie angelegt wird, und erstellt einen Vorgang für das Team. Der Dienst wechselt von autonomer Bearbeitung zur menschlichen Nachverfolgung. Das ist weder dasselbe wie eine gestoppte Automation noch wie eine Rovo-Aktion, die an ihrem Credit-Limit pausiert.

Der Starttermin steht fest, Rechnungsdaten fehlen noch

Atlassians Supportseiten nennen den 3. Dezember 2026 als Start der zusätzlichen Abrechnung für diese Zähler. Am 10. Oktober liegt der Termin noch in der Zukunft. Die Regeln sind dokumentiert, tatsächliche Mehrverbrauchsrechnungen und Kundenreaktionen aber noch nicht beobachtbar. Im Aktionärsbrief zum vierten Quartal des Geschäftsjahres 2026 meldete Atlassian, dass Rovo-gestützte Aktionen im Quartalsvergleich um mehr als 50 Prozent gestiegen seien. Das ist ein vom Unternehmen berichteter Aktivitätswert, kein Credit-Verbrauch, Rechnungsbetrag oder Beleg für künftige Erlöse.

Ökonomisch macht Atlassian drei verschiedene Nenner abrechenbar: die Ausführung eines Flows, bestimmte KI- und Kontextarbeit und die erfolgreich gelöste Anfrage. Die Kontingente und Limits bleiben getrennt. Die veröffentlichten Preise machen die jeweiligen Einheiten sichtbar, aber nicht miteinander austauschbar.

Quellen