Zusammenfassung

  • Anatel testet für die Android-App Anatel Consumidor eine Verbindung ohne Abzug vom mobilen Datenvolumen. Auch Prepaid-Nutzer ohne Guthaben können sie erreichen, sofern ihre Leitung aktiv ist.
  • Wer eine formelle Beschwerde einreicht, braucht weiterhin eine zuvor beim Anbieter erhaltene Vorgangsnummer. Über eine dauerhafte Einführung will die Behörde nach einer Auswertung Anfang Januar 2027 entscheiden.

Die Rechnung für den Weg zur Beschwerdestelle soll verschwinden. Anatel kündigte am 27. Oktober an, dass der Datenverkehr ihrer Verbraucher-App während eines erweiterten Versuchs das mobile Kontingent nicht belastet. Für einen Prepaid-Kunden ohne Guthaben ist das ein echter Unterschied: Das leere Konto soll den Zugang zur App nicht mehr sperren.

An der entscheidenden Schwelle sitzt allerdings weiterhin der Mobilfunkanbieter. Die Nummer muss in dessen Netz aktiv sein. Guthabenlos ist ein Tarifzustand; eine deaktivierte Leitung ist ein anderer. Der Versuch öffnet den ersten Fall. Wer gar keine aktive Verbindung mehr hat, erhält durch die neue Tarifregel keinen Mobilfunkzugang zur Behörde. Die Maßnahme gilt für Android. Die gewöhnliche App-Anleitung nennt Android und iOS, doch die neue Datenregel wurde nur für Android angekündigt.

Auch die Beschwerde selbst beginnt beim Unternehmen. Nach der amtlichen Dienstbeschreibung muss der Kunde zuerst den Anbieter kontaktieren und eine Vorgangsnummer erhalten. Erst damit kann er eine formelle Beschwerde bei Anatel registrieren. Danach hat der Anbieter zehn Kalendertage für seine Antwort. Der kostenlose Weg zur Aufsicht verkürzt also eine mögliche Datenhürde, während die Dokumentation des Falls weiter vom Unternehmen stammt, gegen das sich die Beschwerde richtet.

Die erweiterten Tests laufen seit dem 22. Oktober in sämtlichen föderalen Einheiten Brasiliens mit den wichtigsten Mobilfunkanbietern. Der staatliche IT-Dienst Serpro arbeitet daran mit; das zuständige Bundesministerium begleitet den Versuch. Anatel erwartet Ergebnisse Anfang Januar 2027 und entscheidet danach über einen dauerhaften Betrieb. Die Behörde hat bislang keine nach Netz, Bundesstaat, Gerät und Guthabenstatus aufgeschlüsselten Zugangs- oder Abbruchzahlen veröffentlicht. Gerade solche Zahlen würden zeigen, ob die neue Tür für die Menschen aufgeht, denen das Datenvolumen ausgegangen ist.

Amtliche Quellen