Summary
- Girish Kondas individueller Internet-Draft in Fassung 02 vom 19. Oktober nennt eine Eingabe erst dann veraltet, wenn ihr Alter die festgelegte Grenze überschreitet. Testfall TC-2 nimmt die Gleichheit ausdrücklich in das Zeitfenster auf.
- Wes Jacksons individueller Entwurf in Fassung 05 vom 28. Oktober verbietet die Nutzung einer abgefragten Eingabe ab Erreichen ihres Horizonts. Antwortet die notwendige Quelle nicht, folgt eine vorläufige Ablehnung.
- Konda legt den Zustand des Belegs fest, nicht zwingend die Freigabe der Handlung. Die endgültige Entscheidung bleibt von der örtlichen Regel abhängig.
Ein Ausfall, zwei Anrufe beim Bereitschaftsdienst
Der Status eines Ausstellers wird zum Zeitpunkt A bestätigt. Die vertrauende Stelle erlaubt ein Höchstalter M. Genau bei A+M fällt die Quelle aus. Die frühere positive Antwort liegt noch im Speicher. Darf der Prüfer damit den Agenten freigeben? Die Antwort bestimmt, ob der Bereitschaftsdienst die Regelentscheidung oder die Verbindung zum Statusserver untersucht.
Kondas Preserving Evaluation State in Agent Protocol Decisions benutzt eine strikte Ungleichung. Ein Wert ist erst veraltet, wenn sein Alter größer als M ist. Bei Gleichheit gilt er noch als festgestellt. Der Testfall TC-2 nennt genau diesen Streit mit Jackson. Konda trennt außerdem ein überprüftes Nein von einer unerreichbaren Quelle. Im ersten Fall ist eine Entscheidung möglich. Im zweiten fehlt die nötige Information. Wer beides als „abgelehnt“ ausgibt, lässt den Anrufer womöglich sinnlos wiederholen oder vorschnell aufgeben.
Jacksons Verifier-Side Evaluation Semantics for Delegated Authority Chains zieht die Schranke bei A+M. Ab dann darf der Prüfer den alten Wert nicht mehr benutzen. Er muss neu abfragen. In Anhang A.3 erlaubt Fall G2 die Handlung, wenn die neue Antwort den Ausstellerstatus bestätigt. Bei G3 antwortet die Quelle nicht. Die Ablehnung ist vorläufig. Im Protokoll steht „nicht geprüft“, nicht „Ausstellerstatus entzogen“.
Am Rand hält das erste Modell die alte Auskunft noch für festgestellt. Die zweite Regel verlangt einen frischen Beleg. Eine örtliche Regel nach Konda kann die Handlung aus anderen Gründen trotzdem verweigern. Doch der Grund für die Unterbrechung liegt an zwei verschiedenen Orten. Hier prüft ein Team die Freigaberegel. Dort stellt es die Verbindung zur Quelle wieder her. Das gleiche rote „abgelehnt“ auf dem Bildschirm wäre für eines der Teams eine falsche Fährte.
Der IETF Datatracker führt beide Texte als aktive individuelle Internet-Drafts. Es sind keine angenommenen RFCs. Der Widerspruch steht in den Vorschlägen; ein echter Ausfall ist hier nicht belegt. Ein gemeinsamer Test für A+M, einmal mit Antwort und einmal ohne, oder eine spätere Angleichung würde die Bewertung verändern. Wer nur vor und nach der Frist testet, überspringt genau die Zeile, in der die Entwürfe auseinanderlaufen.
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