Zusammenfassung
- NAME/FINGER ermöglichte 1977 die Abfrage, wer ein entferntes System gerade nutzte, oder die Suche nach einer bestimmten Person.
- Die Anfrage war klein; die Antwort konnte Namen, Terminalstandort, Leerlaufzeit, letzten Logout oder eine persönliche Notiz enthalten.
Eine leere Zeile genügte als Anfrage
Die aufschlussreichste Anfrage in der NAME/FINGER-Notiz von 1977 enthält fast nichts: Wagenrücklauf und Zeilenvorschub. Ein Client verbindet sich mit einem entfernten Dienst, sendet diese leere Zeile und erhält, sofern der Server antwortet, eine Übersicht der gerade angemeldeten Personen. Je nach System zeigt sie vollständige Namen, laufende Jobs, die Leerlaufzeit eines Terminals und sogar dessen Standort im Gebäude. Eine Anfrage nach einem Namen konnte über die laufende Sitzung hinausgehen: Sie konnte den letzten Logout und eine kurze Nachricht der Person zurückgeben.
Das Netz vereinheitlichte die Frage, nicht die Darstellung einer Person
Das ist älter als Profilseiten, aber keine frühe Webseite. Die Netzwerkanfrage griff auf Konten- und Terminaldaten zu, die der jeweilige Rechner bereits verwaltete. RFC 742 von Ken Harrenstien beschreibt im Kern eine Befehlszeile und schreibt kein Antwortformat vor. Jeder Standort entschied selbst, wie lokale Daten in lesbare Auskunft verwandelt wurden. Gemeinsam war der Weg der Anfrage, nicht die Darstellung des Menschen.
1990 wurde Sichtbarkeit zur Betriebsentscheidung
Das Dokument beschreibt eine Folge von Übernahmen. Das von Les Earnest bei SAIL geschriebene Programm FINGER inspirierte NAME auf MITs ITS-System. Earl Killian am MIT und Brian Harvey bei SAIL setzten das ursprüngliche Protokoll um; auch am SRI lief bald ein ähnlicher Server. RFC 742 nennt diese drei Standorte, liefert aber keine Zahl zur Verbreitung im gesamten Netz.
Die Beispiele zeigen, warum „Online-Status“ zu kurz greift. Eine Ausgabe nennt Konsolenorte und laufende Aufgaben. Eine andere meldet, dass jemand nicht angemeldet ist, und zeigt anschließend dessen Plan: wo die Person sein wird, wann sie erreichbar ist und wie man Kontakt aufnehmen kann. Kein Standort musste all diese Felder anbieten. Die Beispiele belegen jedoch, dass eine Antwort Systembeobachtungen und bewusst verfasste Angaben zusammenführen konnte.
Auch die erste Spezifikation trägt die Spuren ihrer Netzwerktechnik. RFC 742 beschreibt den Zugang zu Socket 117 oktal, also Port 79 dezimal, über ICP und zwei 8-Bit-Verbindungen. RFC 924 führte Finger 1984 als Elective auf und vermerkte, dass Anpassungen für TCP nötig seien. Die knappe Beschreibung blieb auf die aktuelle oder jüngste Aktivität eines Nutzers gerichtet.
Im Juni 1990 beließ das IAB/IETF-Protokoll RFC 742 vorläufig als geerbten Proposed Standard und erteilte zugleich den Auftrag, ein besseres Dokument zu beschaffen und die Einstufung erneut zu prüfen. RFC 1194 erschien im November. Es sollte die Kommunikation präzisieren, ohne bestehende Implementierungen zu beschädigen, von denen viele auf Berkeley BSD Unix beruhten. Zugleich bezeichnete es Nutzerinformationen als sensibel und behandelte Ablehnungen, zugängliche Dateien, ausführbare Programme und Audit-Protokolle.
Die dauerhafte Grenze des Protokolls lautet: Ein Mensch wurde über das Netz abfragbar, doch die Antwort war weder einheitlich noch zwingend öffentlich. Der Administrator wählte die Ausgabe. Nutzer konnten einen Plan hinterlegen, hatten aber nicht unbedingt Kontrolle über automatisch erzeugte Felder. Die Überarbeitung von 1990 löste diesen Konflikt nicht; sie machte ihn zu einer Betriebsfrage.
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