Zusammenfassung

  • Pacific Sustainable Development Network meldete 1995 etwa zehn Mitglieder. Im Dezember 1996 nutzte das Netz laut eigener Auskunft weiterhin PACTOK und Wantok und wählte sich zweimal täglich nach Sydney ein.
  • Eine Hostliste vom Juni 1996 machte einige Vanuatu zugeordnete Systeme sichtbar. Der Bearbeiter warnte jedoch vor verschwundenen Namen und Schleifen in den Routen. Ein Listeneintrag belegt keinen stabilen lokalen Internetdienst.

„Mit dem Internet verbunden“ kann Verschiedenes bedeuten: ein Name in einer Hosttabelle, eine Route, die von einem Beobachtungspunkt aus antwortet, ein funktionierender Dienst oder ein Netz, das sich eine dauerhafte Verbindung leisten kann. Für das Pacific Sustainable Development Network (PSDN) in Vanuatu zeigen die Unterlagen von 1994 bis 1996, dass diese Ebenen nicht gleichzeitig vorhanden waren.

Der früheste Beleg ist institutionell, keine Paketmessung. Das Network Startup Resource Center (NSRC) legte am 1. Oktober 1994 einen Anbietereintrag für PSDN in Port Vila an. In einer Aktualisierung vom August 1995 schrieb der Netzwerkkontakt, das Netz sei im Oktober 1994 gegründet worden und habe etwa zehn Mitglieder; das Wachstum verlangsame sich. Diese Selbstauskunft belegt den von der Organisation genannten Beginn und eine ungefähre Mitgliederzahl. Sie beweist weder direkten IP-Zugang für alle Mitglieder noch ein einheitliches nationales Netz.

Ein Jahr später war die Sichtbarkeit noch unsicher. Am 17. Juni 1996 leitete der Ingenieur Olivier M. J. Crepin-Leblond eine Liste von Vanuatu zugeordneten Hostnamen weiter, die er in der globalen Datei „FI hosts“ gefunden hatte. Er schränkte den Befund gleich ein: Einige Knoten schienen in den Vereinigten Staaten zu stehen, manche Namen waren bereits aus dem DNS verschwunden, und Routen, die am Vortag funktioniert hatten, liefen nun in Schleifen – möglicherweise in Hongkong. Noch sei nicht alles stabil, meinte er. Das ist die datierte Prüfung eines externen Beobachters, keine Karte aller Netze Vanuatus.

Sie zeigt aber, dass ein veröffentlichter Name weder einen Standort im Land noch dauerhafte Erreichbarkeit oder einen Dienst für lokale Nutzer belegt.

Die Dezembermeldung des PSDN-Kontakts beschreibt den Betrieb genauer. Nick Thieberger schrieb, das Netz nutze weiterhin ein FidoNet-System namens PACTOK und die von Rob Garnsey in Sydney entwickelte Software Wantok. Die Verbindung nach Sydney wurde zweimal täglich per Modem hergestellt. In derselben Nachricht hieß es, die Gruppe hoffe auf den Wechsel zu einem lokalen TCP/IP-System Anfang 1997. Während einige Namen bereits in weltweiten Verzeichnissen auftauchten, war diese Organisation also weiter auf ein anderes Nachrichtensystem und eine Einwahl ins Ausland angewiesen.

Der geplante Ausbau stieß auf ein konkretes Kostenhindernis. Laut Thieberger verlangte der lokale ISP Vanuatu Telecom etwa 100 US-Dollar Anschlussgebühr, rund 30 Dollar im Monat und ungefähr 0,30 Dollar pro Minute – zu viel für ein kleines Netz wie PSDN. Den jährlichen Mitgliedsbeitrag des Netzes bezifferte er auf etwa 250 Dollar. Das sind von einem Beteiligten genannte Beträge, keine geprüften Rechnungen. Weder die Dauer der einzelnen Sydney-Verbindungen noch die vollständige Monatsrechnung sind überliefert; eine Gesamtkostenrechnung ist daher nicht möglich.

Die Angaben zeigen dennoch, wie feste Gebühren und Minutenpreise den Wechsel zu einem direkteren lokalen Dienst erschweren konnten.

Die Geräteangaben belegen Vorbereitung, nicht Abschluss. PSDN nutzte einen 486er mit Windows 3.11 und einem Modem; für den geplanten Wechsel zu TCP/IP hatte es einen Pentium 166 mit Windows NT gekauft. Die herangezogenen Quellen bestätigen nicht, dass der für Anfang 1997 erhoffte Wechsel gelang. Ein Gerät „für die Migration“ ist kein Nachweis, dass das neue Netz bereits lief.

Aus diesen Aufzeichnungen lassen sich weder Vanuatus erster Internetanschluss noch der erste öffentliche Provider oder die landesweite Reichweite bestimmen. Sie erzählen eine engere Geschichte: Ein Netz konnte in einer Liste stehen, von außerhalb zeitweise beobachtet werden und dennoch zweimal täglich Sydney anrufen müssen. Für PSDN erforderte der TCP/IP-Wechsel Geräte und eine Protokollentscheidung, aber auch tragbare Preise und eine internationale Verbindung, über die das Netz nicht selbst bestimmte. Ein Hostname war ein Meilenstein – noch kein verlässlicher Dienst.

Quellen: NSRC-Anbietereintrag für Pacific Sustainable Development Network; Netzwerk-Update aus Vanuatu, 7. August 1995; New IP Hosts VU, 16. Juni 1996, weitergeleitet am 17. Juni; Konnektivitäts-Update von Pacific S.D. Network, 24. Dezember 1996.