• Nach iranischen Angriffen erwägen die VAE, ihren geplanten Stargate-KI-Campus auf mehrere Standorte zu verteilen, berichtete Reuters
  • G42 erklärte, die Bauarbeiten kämen planmäßig voran, während die endgültige Standortaufteilung weiter geprüft werde

Die Fakten

Reuters berichtete am 11. September, dass die VAE nach iranischen Angriffen erwägen, ihren geplanten KI-Campus auf mehrere Standorte zu verteilen. G42 teilte mit, die Bauarbeiten kämen planmäßig voran und die Projektdetails würden weiterhin geprüft. Weder ein endgültiger überarbeiteter Masterplan noch Kostenangaben wurden bekannt gegeben.

Der ursprüngliche, im Mai 2025 angekündigte Plan für Stargate UAE sah ein KI-Rechenzentrum in Abu Dhabi mit einer angestrebten Kapazität von 1 GW und einer ersten, für 2026 geplanten Phase mit 200 MW vor. Cisco erklärte, gemeinsam mit den anderen Projektpartnern Technologien für Netzwerke, Sicherheit und Systembeobachtung bereitzustellen.

Die Einordnung

Die Verteilung des Projekts auf mehrere Standorte könnte das Risiko verringern, dass ein einzelner lokaler Vorfall den gesamten Campus beeinträchtigt. Getrennte Gebäude machen eine Kundenanwendung jedoch nicht automatisch ausfallsicherer. Dafür benötigt der Dienst auch an anderer Stelle ausreichende Kapazität, aktuelle Kopien seiner Daten und eine Möglichkeit, die Arbeitslast zu verlagern oder neu zu starten, wenn etwas ausfällt.

Solche Vorkehrungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Ein zweiter Standort könnte separate Arbeitslasten ausführen, Reservekapazität vorhalten oder eine aktive Kopie desselben Dienstes betreiben. Jede Option bringt andere Kosten und Wiederherstellungszeiten mit sich. Kunden müssten daher wissen, was das Projekt tatsächlich bietet, statt anzunehmen, mehrere Standorte böten automatisch eine Absicherung.

Für die Leserinnen und Leser von BTW würde ein überarbeiteter Standortplan die physische Auslegung von Stargate UAE verändern. Die Auswirkungen auf Kunden hängen jedoch davon ab, wie Dienste über diese Standorte hinweg aufgebaut werden. Bis der neue Plan und die Wiederherstellungsregelungen veröffentlicht sind, sollte die geografische Trennung nicht als bestätigte Garantie für die Betriebskontinuität gelten.

Worauf zu achten ist

Zu achten ist auf einen bestätigten Masterplan, der die Zahl und Lage der Standorte, ihre Kapazitäten und die Bauabfolge ausweist. Leistungsspezifikationen für Kunden sollten außerdem zeigen, ob Arbeitslasten zwischen den Standorten repliziert werden können, wie viel Reservekapazität verfügbar ist und wie die Wiederherstellung getestet wird. Diese Angaben werden zeigen, ob die geografische Änderung einen praktischen Vorteil für die Ausfallsicherheit schafft.