Zusammenfassung
- Der Plan von 1995 sollte USPNet erweitern und modernisieren; er war nicht der erste Internetanschluss der Universität. Die ITU datiert die direkte Verbindung auf November 1994 mit 2,4 kbit/s.
- Die fünf Jahre bis 1997 betreffen Genehmigungen für Erdfunkstellen in allen Mitgliedstaaten, nicht eine belegte fünfjährige Verzögerung des Suva-Gateways.
USPNet hatte 1995 zwei unterschiedliche Zentren. Der Internetverkehr ließ sich am Hauptcampus der University of the South Pacific in Suva bündeln. Die Anlagen und Genehmigungen, die andere Campusstandorte erreichen sollten, ließen sich dort nicht ebenso zusammenführen. Darin liegt die Aussage des Ausbauplans: Ein Gateway konnte den internationalen Anschluss zentralisieren, aber nicht die Zuständigkeiten, von denen das regionale Netz abhing.
USPNet entstand 1973 als Fernunterrichtsnetz für Studierende, die sich die Reise und den Aufenthalt in Suva nicht leisten konnten. Der experimentelle NASA-Satellit PEACESAT übertrug Unterrichtssendungen an Terminals in den Mitgliedstaaten. Nachdem der Satellit 1985 ausgefallen war, nutzte die Universität ab 1986 Kapazität auf INTELSAT. Cable and Wireless Public Ltd in Hongkong übernahm später jeweils für zwei Jahre die Kosten des Satellitenraums, bis 1994. In dieser Zeit sollte die USP ein eigenständigeres System aufbauen.
Die erste Beschränkung war nicht der Zweck des Netzes, sondern die Kontrolle des Übertragungswegs und die Finanzierung seiner laufenden Kosten.
Anfang der 1990er Jahre war die Anbindung ein Flickenteppich. Laut einer späteren Fallstudie der Asiatischen Entwicklungsbank stellten nationale Telekommunikationsbehörden in fünf der elf weiteren Mitgliedstaaten Verbindungen über Erdfunkstellen bereit. Kiribati wurde getrennt, nachdem Gespräche mit der dortigen Telekommunikationsbehörde die hohen Gebühren nicht senken konnten. Behörden bezeichneten einen Teil des Zugangs als subventioniert, doch die Lizenzen beschränkten die Nutzung auf Bildungszwecke. Zudem wollten sie USPNet nur ungern außerhalb ihrer Zuständigkeit operieren lassen, auch wegen möglicher Konkurrenz zu nationalen Monopolen.
Das Netz gehörte zu einer Universität, überschritt aber mehrere souveräne Betriebsgrenzen.
Die Chronologie passt nicht in ein einziges Datum für die „Ankunft des Internets“. Die ITU-Fallstudie zu Fidschi datiert den ersten direkten Internetanschluss der USP auf November 1994: eine Satellitenverbindung über eine 2.400-Bit/s-Mietleitung nach Australien. Internetzugang war damit vorhanden, aber mit einer Kapazität weit unter einem schnellen Campusnetz. Der Vorschlag vom Juni 1995 ging weiter. Er sah Erdfunkstellen und Anschlüsse an die Nebenstellenanlagen jedes Hochschulzentrums vor, damit universitätsinterne Anrufe zwischen Mitgliedstaaten zum Ortstarif möglich wären.
Für Internetzugang sollte eine schnellere zentrale Verbindung am Hauptcampus in Suva alle Standorte versorgen. Dafür waren Genehmigungen für Satellit, Internet und Telefonie nötig.
Das waren getrennte technische und rechtliche Kontrollflächen. Eine nationale Behörde konnte festlegen, ob ein Satellitenterminal auf ihrem Gebiet betrieben werden durfte, welche Nutzung zulässig war und wie die Verbindung in das örtliche Telefonnetz eingebunden wurde. Die Universität konnte ein gemeinsames System planen und Bildungsrabatte aushandeln, verfügte aber nicht über alle Genehmigungen. Ein zentraler Suva-Anschluss konnte den internationalen Upstream vereinfachen, aber keine Erdfunkstellen in anderen Ländern genehmigen.
Ein älterer Vorschlag zeigt den Unterschied zwischen Grundsatzbeschluss und Umsetzung in mehreren Staaten. 1992 genehmigte der USP-Rat ein Netz von Erdfunkstellen in allen Mitgliedstaaten und beauftragte die Universität, in jedem Land die zuständige Behörde um Erlaubnis zu bitten. Die Fallstudie der Asiatischen Entwicklungsbank berichtet, dass es fünf Jahre bis 1997 dauerte, bis der Vorschlag wirksam wurde. Diese Zeitspanne betrifft die Genehmigung der Erdfunkstellen. Sie belegt weder, dass die USP fünf Jahre auf Internetzugang warten musste, noch dass allein die Genehmigungen den Zeitraum verursachten.
Der Ausbauvorschlag von 1995 selbst führte zu keiner Entscheidung. Laut der ADB-Studie wurde er von Fortschritten bei der Videoübertragung und rasch sinkenden Bandbreitenkosten überholt. Im Juli 1997 bat die Regierung Fidschis Japan um Hilfe für ein eigenständiges privates VSAT-Netz. Dieses Design sollte Videovorlesungen aus Suva, Port Vila und Apia in den Mittelpunkt stellen; die übrigen Zentren sollten Video empfangen und Zwei-Wege-Sprache sowie Daten nutzen können. Es war eine andere Antwort auf dieselbe Geografie: ein Hochschulkommunikationsnetz für Satellitenunterricht statt nur eine zentrale Internetzufahrt.
Fidschis öffentliches Internet entwickelte sich parallel zu USPNet, doch die Berichte beschreiben unterschiedliche Leitungen und Meilensteine. Die ITU nennt einen 64-kbit/s-Satellitenversuch von Telecom Fiji nach Neuseeland ab November 1995 und den kommerziellen Start im Mai 1996. Ein von JICA gehosteter Bericht beschreibt eine kostenlose 64-kbit/s-Leitung, die das Sekretariat des Pacific Islands Forum 1995 bei einer Konferenz in Suva für eine Demonstration schnellen Internets nutzte.
Ilaitia Tuisawau, Ingenieur bei Telecom Fiji, erinnerte sich später an einen sechsmonatigen kommerziellen Pilotversuch um Dezember 1995 mit einer 64-kbit/s-Verbindung über die University of Waikato. Die Experimente können zusammenhängen; die Quellen belegen jedoch weder eine identische Leitung noch einen einzigen Starttermin.
Die Suva-Hub-Idee blieb bestehen. Die ADB-Studie hält fest, dass 2005 ein Ausbau mit einer IP-Plattform am Suva-Hub und elf weiteren Zentren genehmigt wurde. Das spricht für den anhaltenden Nutzen einer gemeinsamen Kapazitätsbündelung, beweist aber nicht, dass der Plan von 1995 unverändert umgesetzt wurde.
Die Quellen enthalten weder den ursprünglichen Vorschlag von 1995 noch Genehmigungsakten aller Länder, Nutzungsdaten, vollständige Betriebskosten, Leitungsprotokolle oder verbindliche Servicezusagen. Sie zeigen dennoch das Kontrollproblem: Ein zentrales Gateway kann Verkehr und internationale Bandbreite bündeln, während Genehmigungen, Ortsleitungen, Strom, Wartung und laufende Kosten verteilt bleiben. Wer nur von „dem Netz“ spricht, lässt offen, wer jede Verbindung freigeben konnte und wer sie am Laufen halten musste.
Quellen
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