Zusammenfassung
- Die TRCSL führt rund 29,5 Millionen Mobilfunkanschlüsse und eine Penetration von 135,5 Prozent Ende 2025 vor allem auf Mehrfach-SIM-Nutzung zurück. Fehlende Rufnummernmitnahme, Bündelangebote und nummerngebundene Dienste erschweren den Wechsel.
- Zwei Entwürfe schlagen Einzelhandelsauflagen für Dialog und neue Wholesale-Zugangsregeln vor. Sie stehen noch zur Konsultation; wirksam werden sie erst, wenn Anbieter eintreten und Kunden ihren Dienst tatsächlich verlagern.
Mehr Anschlüsse als Einwohner sind kein Beleg dafür, dass jeder Kunde zwischen Anbietern wählen kann. Die Quote von 135,5 Prozent für Sri Lanka im Dezember 2025 setzt Mobilfunkverträge ins Verhältnis zur Bevölkerung. Sie zählt weder einzelne Menschen noch Kunden, die ihre hauptsächliche Nutzung zu einem anderen Netz verlagern. Der Entwurf zur Analyse der Mobilfunkmärkte im Einzelhandel der Telecommunications Regulatory Commission of Sri Lanka (TRCSL) sagt ausdrücklich, dass die hohe Penetration vor allem auf Mehrfach-SIM-Nutzung zurückgeht und keinen uneingeschränkten Wettbewerb belegt.
Ein Kunde kann seine bisherige Nummer für Bankgeschäfte, Authentifizierung und Kontakte behalten und eine weitere SIM für bessere Abdeckung oder ein günstigeres Datenpaket verwenden. Die Zahl der Anschlüsse steigt, obwohl kein Wettbewerber die zentrale Kundenbeziehung übernommen hat. Laut TRCSL gibt es in Sri Lanka keine mobile Rufnummernmitnahme; ein Anbieterwechsel bedeutet meist auch eine neue Nummer. Bündelangebote und Trägheit der Kunden kommen hinzu. Dass Ende September 2025 rund 95,3 Prozent der individuellen Anschlüsse Prepaid waren, beseitigt diese praktischen Wechselkosten nicht.
Auch Kündigungen messen keinen Wechsel eins zu eins. Der Entwurf weist darauf hin, dass Reaktivierungen und neue Anschlüsse die Fluktuation beeinflussen: Ein Kunde kann eine SIM nicht mehr nutzen, eine andere erneut aktivieren oder mehrere Leitungen behalten. Bruttoabmeldungen, Nettozuwachs und ein bestätigter Wechsel der Hauptnutzung sollten daher getrennt ausgewiesen werden.
Die Marktdaten erklären den Regulierungsansatz. Für Ende September 2025 weist der Entwurf Dialog Axiata 62,1 Prozent der Sprachkunden und 66,7 Prozent der Spracherlöse zu. Im mobilen Breitband entfallen demnach 62,7 Prozent der Kunden und 67,6 Prozent der Erlöse auf Dialog. Die TRCSL schlägt vor, Dialog in beiden Einzelhandelsmärkten erhebliche Marktmacht zuzuschreiben. Es handelt sich um vorläufige Schätzungen für bestimmte Märkte und Stichtage, nicht um endgültige Feststellungen.
Neben dem Einzelhandel betrachtet die TRCSL den vorgelagerten Engpass. Der Entwurf zum Wholesale-Mobilfunkzugang besagt, dass kein Betreiber die definierten Zugangsprodukte kommerziell an Dritte verkauft, kein MVNO eingetreten ist und nationales Roaming bislang kein wirksamer Marktzugang war. Vorgeschlagen werden für Dialog transparente, kostenorientierte und diskriminierungsfreie Zugangsbedingungen, getrennte Konten und eine Überwachung von Margenverengungen. Hinzu kommen Vorschläge zu nationalem Roaming und aktivem RAN-Sharing. Im Einzelhandel soll Dialog Tarife vorab genehmigen lassen; Anbieter ohne erhebliche Marktmacht sollen mehr Tarifspielraum erhalten. Kostenrechnung, getrennte Konten und Transparenz ergänzen das Paket.
Die beiden Maßnahmenblöcke setzen an unterschiedlichen Stellen an. Wholesale-Zugang kann einem neuen Anbieter ermöglichen, Dienste anzubieten, ohne ein vollständiges Funknetz aufzubauen. Einzelhandelsauflagen zielen auf das Verhalten eines Anbieters, den der Entwurf als stark einstuft. Keines dieser Instrumente senkt automatisch die Kosten, die Kunden durch einen Wechsel ihrer bei Banken und digitalen Diensten hinterlegten Nummer tragen. Die TRCSL benennt fehlende Rufnummernmitnahme als Hindernis, schlägt in ihrer Maßnahmenliste aber kein Portabilitätsverfahren vor.
Für die Konsultation bleibt damit die Frage, ob Wholesale-Eintritt Einzelhandelspreise disziplinieren kann, solange Kunden nur schwer wechseln.
Die veröffentlichten Daten erlauben noch keine Vorhersage. Im Abschnitt zur Kundendauer fehlen im Entwurf einzelne Vergleichswerte. Das TRCSL-Konsultationsschreiben stellt klar, dass die Berichte Vorschläge sind und ihre Veröffentlichung keine neuen Pflichten auslöst; die öffentliche Bekanntmachung führt alle vier Berichte auf. Stellungnahmen sind bis zum 4. November 2026 um 17 Uhr Ortszeit in Sri Lanka möglich.
Die spätere Auswertung sollte Anschlüsse von einzelnen Kunden, Abmeldungen von echten Anbieterwechseln und Wholesale-Angebote von unterzeichneten und genutzten Verträgen trennen. Eine Penetration oberhalb von 100 Prozent kann mit einer festgefahrenen Kundenbasis einhergehen. Wettbewerb zeigt sich erst, wenn Kunden wechseln und neue Anbieter sie erreichen können.
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