Zusammenfassung
- Die am 22. September eingereichte Fassung 09 beschreibt Labormethoden für SR-MPLS- und SRv6-Weiterleitung. Sie ist ein aktiver Internet-Draft mit angestrebtem Informational-Status, kein verabschiedeter RFC.
- Der Skalierungstest kontrolliert Segmentlisten, Kandidatenpfade und Policies sowie ECMP/wECMP-Funktion bei fortgesetzter Weiterleitung; ECMP-Leistungsbenchmarking ist ausdrücklich nicht sein Gegenstand.
- Berichte müssen Last, SID-Tiefe, Schnittstellen, Überbuchung und Hash-Eingaben nachvollziehbar machen. Ohne diese Angaben sagt ein bestandener Test wenig über Vergleichbarkeit und nichts über eine Produktionsgarantie.
Ein einzelnes „bestanden“ ist für eine technische Entscheidung zu grob. Bei Segment Routing könnte es bedeuten, dass auch nach dem Einrichten vieler Policies keine Testpakete verloren gingen. Es könnte aber so gelesen werden, als sei die erreichbare Datenrate über gleichwertige Pfade gemessen worden. Das sind verschiedene Behauptungen mit verschiedenen Nachweisen.
Abschnitt 5.7 des BMWG-Entwurfs prüft die Skalierung am Headend einer SR-Policy. Nach einer kleinen Ausgangskonfiguration wächst zuerst die SID-Zahl je Segmentliste, dann die Zahl der Listen je Kandidatenpfad, der Pfade je Policy und schließlich der Policies im Gerät. Die Schritte kontrollieren, ob die Konfiguration installiert und der erwartete Pfad aktiv ist und ob Testverkehr weiter ohne Verlust ankommt. Auch gleichgewichtetes und gewichtetes ECMP sollen bei dieser Größe funktionieren. Die Autoren grenzen jedoch ausdrücklich ab: Die Leistung von ECMP/wECMP und die Leistung der Control Plane werden hier nicht benchmarkiert.
Das ist kein Mangel, den man mit einem Marketingwort beheben kann. Die Policy-Zahl beschreibt zunächst den Konfigurationsraum. „Kein Verlust“ beschreibt nur eine angebotene Last über eine bestimmte Zeit. Welche Flüsse auf welchen Pfaden landen, hängt unter anderem von Hash-Verfahren und Eingangsfeldern ab. Der Berichtsabschnitt verlangt deshalb Angaben zu beteiligten Interfaces und Überbuchung, Verkehrsrichtung, SID-Tiefe, Segmentlisten, Kandidatenpfaden, Policies, SRv6-Verhalten, Kompression, Nutzlast und den für ECMP eingesetzten Feldern.
Hardware- und Softwarestände, Geräte- und Generator-Konfigurationen sowie Skripte sollen die Wiederholung ermöglichen.
Fassung 09 ordnet die Methode zudem gegenüber älteren RFCs ein. Sie nennt TCP- und UDP-Versuche, eine an Haltezeiten von Sitzungen beziehungsweise Nachbarschaften angepasste Versuchsdauer und ECMP im Skalierungskontext. RFC 5695 hatte ECMP bei seinen MPLS-Weiterleitungstests ausgeschlossen, um deterministische Pfade zu bewahren. Wer Zahlen aus beiden Versuchsanordnungen vergleicht, muss daher zuerst die jeweilige Fragestellung vergleichen.
Der Datatracker zeigte zum Recherchezeitpunkt „AD Followup“ nach IESG-Bewertung und zwei offene DISCUSS-Positionen. Der Entwurf ist weder endgültige IETF-Annahme noch Ergebnis eines Gerätetests. Er gilt für isolierte Labore, nicht für Tests auf produktiven Internetpfaden; aus ihm folgt keine reale Dienstleistungsgarantie.
Quellen
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