Zusammenfassung
- RFC 9777 entdeckt Listener nur am direkt angeschlossenen IPv6-Link; es authentisiert weder den Antrag noch den Ende-zu-Ende-Pfad.
- Socket-Zustand wird zum Interface-Zustand zusammengeführt und anschließend als INCLUDE/EXCLUDE-Zustand des Routers verdichtet.
- Acht getrennte Belege führen von berechtigter Absicht bis zur nutzbaren Anwendungslieferung.
Ein positiver Source Timer sieht wie Gegenwart aus, ist aber gespeicherte Vergangenheit. Genau diese zeitliche Grenze macht RFC 9777 für den Betrieb wichtig. Der Standard von März 2025 regelt, was ein IPv6-Router über Listener auf einem angeschlossenen Link lernt. Er bescheinigt nicht, was außerhalb dieses Links geschieht.
Aus vielen Sockets wird eine Zeile
Eine Anwendung nennt Socket, Interface, Multicast-Adresse, Filtermodus und Quellen. INCLUDE wählt die genannten Quellen; EXCLUDE verwirft sie und akzeptiert die übrigen. Mehrere Sockets werden jedoch zu einem Interface-Zustand verschmolzen. Reines INCLUDE ergibt eine Vereinigung; ein einziges EXCLUDE ändert die Berechnung. Der Report ist keine Prozessliste.
Der Router verdichtet den ganzen Link erneut. INCLUDE hält Quellen samt Timern. EXCLUDE verwendet Requested List, Exclude List und Filter Timer. Die Requested List unterstützt den späteren Wechsel zu INCLUDE und schnelles Sperren, wirkt aber nicht unmittelbar als Weiterleitungsregel. Der Router kann somit einen korrekten Gruppenzustand haben, ohne den fortbestehenden Antragsteller zu kennen.
Auch ein Paket im Host ist nicht das Ende der Kette. Die Übergabe an einen Socket hängt weiterhin von dessen Zustand und möglicherweise vom Transport-Port ab. RFC 9777 verlangt keine quellenspezifische Filterung pro Socket. Frame, IP-Annahme, Socket-Lieferung und erfolgreiche Verarbeitung sind eigene Tatsachen.
270 Sekunden gespeicherte Unsicherheit
Current-State Reports erneuern den Zustand; State-Change Reports melden Änderungen und werden gemäß Robustness Variable wiederholt. Bei den Standardwerten 2, 125 Sekunden Query Interval und 10 Sekunden Query Response Interval beträgt MALI 270 Sekunden. Das ist ein Alterungsfenster unter Verlustannahmen, keine Aussage über die aktuelle Anwendung.
Auch Fast Leave prüft vor dem Löschen. LLQI von einer Sekunde und zwei Abfragen ergeben zwei Sekunden LLQT. In dieser Zeit empfiehlt MLD weiterhin die Weiterleitung. Der Ablauf eines Source Timers löscht in INCLUDE eine Quelle, kann sie in EXCLUDE aber in die Exclude List verschieben. Der Ablauf des Filter Timers wechselt von EXCLUDE nach INCLUDE. „Expired“ ohne Ausgangszustand ist keine Diagnose.
Abwärtskompatibilität kostet Semantik
Eine MLDv1 General Query setzt den Host am Interface in v1-Kompatibilität—bei Standardwerten für 260 Sekunden—und verwirft offene Antworten und Wiederholungen. Quellenspezifische Wünsche werden nicht mehr signalisiert.
Ein MLDv1 Report setzt den Router für diese Gruppe ebenfalls herab. BLOCK wird ignoriert, Quelllisten in TO_EX gehen verloren. Nach Rückkehr zu v2 muss der genaue Zustand neu gelernt werden; unerwünschte Quellen können bis MALI offenbleiben.
RFC 4604 verlangt für SSM, alte nicht quellenspezifische Reports nicht zum Aufbau von Forwarding State zu verwenden. Die SSM-Bereiche müssen übereinstimmen. Kompatibilität ist also ein zeitlich begrenzter Betriebsmodus mit weniger Präzision.
MLD ist der Auslöser, nicht der Baum
RFC 9777 lässt Routing-Information ausdrücklich vorgehen. Für PIM-SSM macht RFC 4607 den Erfolg davon abhängig, dass der (S,G) Join hop-by-hop auf schleifenfreiem Pfad zur Quelle gelangt. RFC 7761 beschreibt Shared und Source Trees, Übergänge, Replikation, vorübergehende Duplikate und Prunes. Lokaler Zustand kann vor der Konvergenz existieren.
Am letzten Link besitzt ein Snooping-Switch eine weitere Tabelle. RFC 4541 trennt Control- und Data-Forwarding, Router-Ports und Topologiebehandlung. Außerdem besitzt MLDv2 keine kryptografische Authentisierung: Link-Local-Adresse, Hop Limit 1 und Router Alert halten Off-Link-Fälschungen fern, nicht aber einen Angreifer auf demselben Link.
Acht Belege
Socket-Absicht erfasst Prozess, Berechtigung, Filter und Zeit. Report-Sendung belegt das richtige Paket. Querier hält Version, QRV, QQI und Timer fest. Router-Zustand zeigt Modus, Listen und Restzeit. Kompatibilität erklärt jede Herabstufung. Upstream-Forwarding folgt Join/Prune und RPF. Replikation belegt Ein- und Ausgänge der Zweige. Empfang misst Reihenfolge, Verlust, Latenz, Dekodierung und Nutzung.
Kein Beleg darf für einen anderen sprechen. Eine lokale Tabelle beweist keinen entfernten Zweig; ein Paket beweist keine nutzbare Anwendung.
Quellen
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