Zusammenfassung

  • Additional system-ids geben demselben Originating System weitere LSP-Sätze; das Virtual IS bleibt ein gebundener Anzeigename und kein eigenständiger Router.
  • TLV 23/223 trägt Attribute, darf ohne TLV 22/222 im Originalsatz keine Nachbarschaft begründen und verliert bei Konflikten gegen den Originalwert.

Mehr Aktenordner, nicht mehr Geräte

Ein IS-IS-System besitzt pro Level höchstens 256 LSP-Fragmente mit 1492 Byte Ursprungspuffer. Multi-Topology, TE und Routerfähigkeiten können diesen Raum ausschöpfen. RFC 5311 weist demselben physischen Originating System Additional system-ids zu, die innerhalb von Level-1-Area beziehungsweise Level-2-Domain eindeutig sein müssen.

Das Virtual IS hinter einer Zusatz-ID ist kein zweites Gerät. Es ist der Herausgebername eines Extended-LSP-Satzes. Fragment null enthält TLV 24 und nennt die Normal system-id. Fehlt null mit positiver Restlebenszeit, wird kein anderes Fragment dieses Satzes verarbeitet. Ein frisches Fragment 19 ist damit nur ein empfangenes Byteobjekt, kein gültiger Betriebszustand.

Inventar und Telemetrie müssen Zuweisung, Eindeutigkeitsraum, Eltern-ID, Level, Fragment null, Lebenszeit, Alias und Satzvollständigkeit zusammenhalten. Wer nur vorhandene Fragmente zählt, erklärt verwaiste Daten zur Wahrheit.

Alte und neue Router einigen sich durch Machtbegrenzung

Anders als RFC 3786 beschränkt RFC 5311 Extended-Inhalte auf Informationen, die den Shortest Path Tree nicht verändern. Altgeräte sehen das Virtual IS nur hinter dem Ursprung; fähige Geräte erkennen das Alias. Da hinter der virtuellen Identität keine weiteren Systeme erreichbar werden, bleibt das Topologiemodell kompatibel.

ES Neighbors, Partition DIS und Prefix Neighbors sind verboten. Ein fähiger Empfänger ignoriert den verbotenen TLV, meldet den Fehler und verarbeitet zulässige Inhalte weiter. OL, ATT und Partition Repair müssen null sein. Ein ATT-Bit könnte Altgeräte dazu bringen, das Virtual IS fälschlich als Area-Ausgang zu wählen.

Area Addresses im Extended-Nullfragment bilden eine Teilmenge des Normal-Nullfragments. Extended-Nachbarschaft darf nur zum Originating System zeigen, mit Nichtnullmetrik, empfohlen MaxLinkMetric-1; der Originalsatz zeigt mit Metrik null zum Virtual IS zurück. So ist der Attributspeicher erreichbar, ohne Transitautorität zu erhalten.

Leaf-Präfixe sind erlaubt, doch MT verlangt die vollständige Topologieliste in TLV 229. Weil Änderungen FIB-Aktualisierungen auslösen, empfiehlt der RFC, Leaf-Information nach Möglichkeit im Normalsatz zu belassen.

Ein Attribut ist keine Gründungsurkunde

TLV 23 und MT-TLV 223 lagern Neighbor-Attribute aus den Reachability-Strukturen 22 und 222 aus. Sie dürfen in Original- oder Extended-LSPs stehen. Trotzdem kann aus ihnen keine Nachbarschaft folgen, wenn der Originalsatz nicht 22/222 für den Nachbarn enthält.

Konfliktfreie Angaben sind additiv. Bei Widerspruch gewinnt Original. Fehlt dort ein Wert, gewinnt der Extended-Satz mit der kleinsten system-id. Treffen 22 und 23 für denselben Neighbor/Link/Attribute-Kontext zusammen, gilt 22 und 23 wird ignoriert; dasselbe gilt für 222/223.

Die kleinste ID beweist keine physische Richtigkeit. Sie ist nur die festgelegte Auswahlregel. Ein Controller muss Kandidaten, Satz, Fragment, Lebenszeit und Auswahlgrund bewahren. Flache Tabellen löschen genau die Provenienz, die Fehlentscheidungen später erklärbar macht.

Overload des Elternsystems entzieht die geliehene Reichweite

Nicht-SPF-Daten können veralten. Solange der Normal-LSP des Ursprungs kein OL trägt, folgt die Reichweite des Virtual IS dem Elternsystem. Setzt der Ursprung OL, müssen auch fähige Systeme die zugehörigen Virtual IS als unerreichbar behandeln. Das entspricht Altgeräten und verhindert Schleifen mit Extended-Leaf-Information.

Ein Extended-Fragment kann daher syntaktisch perfekt sein und trotzdem nicht gelten: null abgelaufen, Alias fehlend, Elternsystem overloaded oder Originalwert vorrangig. Danach bleiben SPF-Eingabe, RIB/FIB, Paket und Dienst jeweils eigene Belege.

RFC 5311 ist Standards Track von Februar 2009. Es belegt weder heutige Produktunterstützung noch Einsatz, kollisionsfreie Zuweisung oder Weiterleitung. Spätere RFCs 8491 und 8667 zeigen Verwendung, keine Betriebszählung. Der Gegenstand unterscheidet sich auch von RFC 5305: Dort war Anzeige nicht Reservierung; hier ist Attribut nicht Topologieautorität.

Quellen