Zusammenfassung

  • NEW_LINK_DETECTED, LINK_HANDOVER_IMPEND, LINK_SWITCH und LINK_UP stehen für Erkennung, Entscheidung, Befehl und Link-Bereitschaft; sie stammen nicht einmal alle aus derselben Richtung.
  • Nach LINK_UP prüft IP erst das erreichte Netz, wählt predictive, reactive oder recovery, klärt NCoA und DAD und benötigt spätere Paket- und Anwendungsbelege.

Ein Feld kann keine Zustandsmaschine ersetzen

Die vier Meldungen lassen sich bequem unter einem Namen speichern. Dann sieht jedes System einen „Handover Event“, und das letzte Ereignis setzt den Status auf Grün. Diese Vereinheitlichung ist semantisch teuer. Sie verschweigt, ob ein Beobachter etwas sah, eine Policy etwas entschied, ein Controller etwas verlangte oder eine Maschine etwas ausführte.

RFC 5270 ist Informational. Es koppelte den Hard Handover von IEEE 802.16e an das FMIPv6 aus RFC 5268; RFC 5568 löste RFC 5268 später ab. Der Text ist daher keine heutige Autorität für das alte Drahtformat. Als Beweismodell bleibt er scharf: Jede Schicht meldet nur ihren eigenen Übergang.

Wer lediglich den Endstatus behält, kann einen falschen Funkhinweis nicht von einer falschen Topologiezuordnung unterscheiden. Auch ein verspätetes FBack, ein nicht ausgeführter Befehl und eine falsche Zielzone erscheinen gleich.

Entdeckung erzeugt Arbeit, keine Route

MOB_NBR-ADV kann benachbarte BSIDs und Kanäle ankündigen. Scanning liefert dynamische Linkqualität; Association kann Ranging-Parameter und Serviceverfügbarkeit ergänzen. Erkennt die Link-Schicht eine neue Station, meldet sie NEW_LINK_DETECTED an IP.

IP muss nun die zugehörige Routerinformation ermitteln, etwa über RtSolPr und PrRtAdv. Eine Basisstation ist noch kein Access Router. Der Beleg besteht aus Kandidat plus Zuordnung, nicht aus dem Kandidaten allein.

Einige Broadcast-Managementnachrichten sind nicht authentisiert. Gefälschte oder ständig wechselnde BSIDs können viele Erkennungen und nutzlose Anfragen auslösen. Scanning soll die Nachbarinformation überprüfen. Das lokale Ereignis kann also korrekt aus einer unzuverlässigen äußeren Prämisse entstehen.

Die Entscheidung beschreibt ein Soll

Nach Handover-Anfrage und -Antwort teilt LINK_HANDOVER_IMPEND der IP-Schicht Ziel und bevorstehenden Wechsel mit. IP prüft das Subnetz. Bei einem Wechsel formuliert es eine voraussichtliche NCoA, sendet FBU und lässt PAR und NAR mit HI/HAck und FBack vorbereiten.

Das Ziel ist noch eine Prognose. RFC 4907 warnt vor unsteten Link-Hinweisen und empfiehlt, Signalstärke mit weiteren Verlustanzeichen zu verbinden. Ein authentischer Entscheidungsdatensatz kann auf einer veralteten Karte oder schwachen Messung beruhen.

Deshalb braucht er Policy, Messfenster, Topologiegeneration und Ziel. Ohne diese Herkunft wird aus einer damaligen Erwartung im Bericht eine angebliche Tatsache.

Ein Signal läuft abwärts

LINK_SWITCH ist ein Befehl von IP an Link. Die alte Verbindung kann bis zum FBack bestehen bleiben; danach fordert IP den Funkwechsel an. Dieser Befehl darf nicht wie die drei aufwärts gerichteten Indikationen behandelt werden.

Ein versandter Befehl beweist Absicht und Zuständigkeit, nicht Ausführung. IP kann die Anforderung quittieren; der Funkautomat muss das Resultat liefern. Geht die Richtung verloren, spricht der Controller fälschlich im Namen der physischen Schicht.

Auch das Timing von MOB_HO-IND ist Teil des Befunds. Danach gibt die alte Station Verbindungen und Ressourcen frei. Fehlt FBack bis dahin, wird reactive mode wahrscheinlich. „Nicht vor Abbruch eingetroffen“ ist ein erklärendes negatives Ereignis.

LINK_UP endet auf Schicht zwei

Nach dem Wechsel synchronisiert sich der Knoten und durchläuft Ranging, Fähigkeiten, Schlüsselmanagement, Registrierung und Service Flows. Kontextübertragung kann Schritte verkürzen. Ist der Link datenbereit, meldet die Schicht LINK_UP.

Dann beginnt die IP-Auswertung. Im selben Subnetz ist FMIPv6 unnötig. Im vorhergesagten Netz mit altem FBack folgt UNA im predictive mode. Ohne FBack folgen UNA und FBU reactive. In einem unerwarteten Netz korrigiert ein neues FBU das Binding auf den bestätigten Ort.

Dasselbe grüne Ereignis kann somit vier unterschiedliche weitere Pfade eröffnen. Es ist ein Beleg für lokalen Netzeintritt, kein Beleg für die richtige IP-Ankunft.

Die Adresse ist noch vorläufig

Der Knoten nutzt die formulierte NCoA für UNA und startet danach Duplicate Address Detection. Der NAR kann per RA mit NAACK eine andere Adresse vorgeben. Link-Bereitschaft liegt also zeitlich vor endgültiger Adressautorität.

Nach UNA aktualisiert der NAR seinen Neighbor Cache und gibt gepufferte Pakete frei. Das beweist eine Aktion am NAR, nicht vollständigen Empfang, Transportkontinuität oder Anwendungserfolg.

Ein belastbarer Beleg verbindet Anzeigenherkunft und Scan, BSID-Router-Mapping, Zielpolicy, FBU/FBack, Abbruchfenster, LINK_SWITCH und Ausführung, authentisierten Netzeintritt, LINK_UP, beobachtetes Netz, Branch, endgültige NCoA, DAD, UNA, erstes bidirektionales Paket und Anwendungsempfang. Die Lücken gehören ebenfalls in die Kette.

Quellen