Zusammenfassung

  • RFC 3985 verlangte pro Dienst einen gemeinsamen Standardmodus und erlaubte Zusatzmodi nur, wenn ihr Wert die zusätzliche Komplexität rechtfertigte.
  • Der Pseudowire emulierte wesentliche Eigenschaften minimal; native Darstellung am CE war kein Beweis für eine physische Leitung oder vollständige Dienstgleichheit.

RFC 3985 beschrieb im März 2005 die PWE3-Architektur. Status, Errata und Datatracker bewahren den Kern: nur notwendige Funktion für den geforderten Treuegrad. Ein Defaultmodus sollte von allen PEs eines Diensttyps unterstützt werden; optionale Modi mussten ihren Komplexitätsaufwand rechtfertigen.

RFC 3916, Status, Errata und Verlauf hatten die Kundensicht vorgegeben: eine ungeteilte Verbindung, deren Emulationsdefizite dennoch Anwendungen ausschließen können.

RFC 3985 trennte Rollen. Der Forwarder wählt den PW, NSP übersetzt mit Kenntnis der Nutzlastsemantik, der PW kapselt und transportiert. Ein Zwischenformat wird zum neuen Framingtyp und braucht Dokumentation und gesicherte Interoperabilität.

Das Prinzip minimaler Intervention verlangt möglichst unveränderte Nutzlast. Der Verweis auf RFC 1958, Status, Errata und Datatracker verbindet dies mit allgemeinen Internetprinzipien. Weniger Übersetzung verringert Kopplung und Fehlinterpretation.

Emulierter Dienst, PW und PSN-Tunnel haben verschiedene Reichweiten. Zugangsschaltung, Forwarder, NSP, Demultiplexer und Tunnel liefern getrennte Belege. Kapselungs- und Konvergenzschicht dürfen leer sein, wenn sie nichts Notwendiges beitragen.

Der PSN verursacht weiterhin Verlust, Verzögerung, Variation und Umordnung. Manche Garantien benötigen Traffic Engineering, andere bleiben unmöglich. Eine CE-Anzeige beseitigt diese Bedingungen nicht.

RFC 4385, Status, Errata und Datatracker standardisierten das Steuerwort. Korrekte Syntax ist kein vollständiger Dienstbeleg.

RFC 8077, Status, Errata und Datatracker konkretisierten LDP-Aufbau; erfolgreicher Aufbau beweist nicht CE-Zustellung.

RFC 7893, Status, Errata und Datatracker behandelten später Stau: Ein PW reserviert nicht inhärent Bandbreite.

PWE3 selbst schützt native Daten weder in Integrität und Vertraulichkeit noch in Zustellung. PE-zu-PE-IPsec ersetzt keine gleichwertige Sicherheit des nativen Dienstes. LAN-Vertrauen kann über emuliertes Ethernet gefährlich erweitert werden.

Gerade optionale Treue macht die Governance wichtig. Sie darf nicht stillschweigend zur Voraussetzung werden. Der gemeinsame Modus, die ausgewählten Eigenschaften, Transformationen und bekannten Defizite müssen separat prüfbar bleiben. RFC 3985 machte aus der scheinbaren Leitung einen begrenzten Vertrag statt einer unbelegbaren Identitätsbehauptung.

Quellen