Zusammenfassung
- RFC 10067 verbindet zwei eigenständige Segment-Routing-Pfade zu einem bidirektionalen Paar. Die Endpunkte erfahren so vom Rückweg; jeder Pfad behält seine Kennung und seinen Betriebszustand.
- Eine ausgehandelte Zuordnung und zwei Routenbeschreibungen reichen für eine Dienstzusage nicht aus. Der Betreiber muss die Meldungen und Messungen beider Richtungen zusammenführen.
Der Rückweg hat eine eigene Fahrkarte
Auf einer Netzkarte sind zwei Standorte mit einem einzigen Strich verbunden. Im Betrieb fahren die Pakete hin und zurück möglicherweise auf verschiedenen Strecken. RFC 10067 beschreibt, wie PCEP zwei einseitige Segment-Routing-LSPs als bidirektionales Paar verknüpft. Ein PCE kann den Vorgang beginnen, ebenso ein PCC am Netzrand. Das Ergebnis ist eine Zuordnung, keine Verschmelzung der beiden Wege.
Jeder Endpunkt meldet eine eigene PLSP-ID für den von ihm ausgehenden Pfad. Der PCE hält beide Kennungen fest. RFC 9059 hatte die Paarung für RSVP-TE beschrieben; die neue Spezifikation überträgt sie auf SR und SRv6. Die gemeinsame Zuordnungsnummer ist eine Büroklammer für zwei Akten. Sie ist kein Zustellnachweis für beide Richtungen.
Der Rückweg muss bekannt sein, wenn ein Eingangsknoten gerichtetes BFD nach RFC 9612 oder bestimmte Leistungsmessungen nach RFC 9503 einsetzen soll. Trotzdem wird die Erreichbarkeit jeder Richtung getrennt überwacht. RFC 10067 verlangt, dass die Verwaltungsebene beide Ergebnisse korreliert, bevor der bidirektionale Dienst als betriebsbereit gilt. Eine grüne Zuordnungsanzeige trägt keine Antwortpakete zurück.
Der Paarungsvorgang hat Schranken
Beide PCEP-Partner müssen zunächst Unterstützung für Zuordnungstyp 8 bekanntgeben. Die allgemeine Mechanik stammt aus RFC 8697. Auf einem PCE darf ein SR-LSP nicht gleichzeitig in zwei bidirektionalen SR-Zuordnungen stecken. Geschieht es doch, sendet der PCE die Rückweg-Beschreibung nicht an den Eingangsknoten; er protokolliert den Fehler und löst Alarm aus. Ein Pfad bekommt nicht einfach zwei widersprüchliche Rückfahrkarten.
Der umgekehrte explizite Weg wird in PATH-ATTRIB als Rückweg markiert. Die Kodierung mehrerer Wege nutzt RFC 10066. Ein weiteres Merkmal kann angeben, dass Hin- und Rückweg dieselbe Trasse benutzen. Widerspricht es den Eigenschaften des Rückwegs, muss der PCC den Konflikt protokollieren und alarmieren. Das ältere Kennzeichen „Reverse LSP“ ist für diese SR-Zuordnung ausgeschlossen, weil es ein anderes Konstrukt bezeichnet. Gleiche Wörter machen verschiedene Zustandsmaschinen nicht austauschbar.
Ein Änderungsprotokoll sollte daher beide Fähigkeitsmeldungen, die Zuordnung, beide PLSP-IDs, die Routenberichte der Endpunkte sowie Messungen vor und nach dem Eingriff enthalten. Bei einem Ausfall um drei Uhr morgens ist die Frage nicht, ob die Präsentation eine saubere Linie zeigte. Entscheidend ist, an welchem Ende die Antwort ihren Weg verlor.
Heng Lus Vorrang für tatsächlich laufende Technik liefert den redaktionellen Maßstab. Der Standard gibt der Paarung eine Sprache. Der Betreiber muss belegen, dass der versprochene Dienst diese Sprache auch im Datenverkehr einlöst.
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