Zusammenfassung
- Die Anleitung vom Juni 1994 verlangte eine genaue Betreffzeile und einen Befehl, um Hilfe, Verzeichnis und Merkblätter abzurufen.
- Muriel Harris unterschied 1998 zwischen Dokumentenabruf und fortgesetzter Beratung und beschrieb die pädagogischen und technischen Aufgaben.
Für die Schreibhilfe brauchte man zunächst den richtigen Bindestrich.
Muriel Harris erklärte im Writing Lab Newsletter vom Juni 1994, wie der automatische E-Mail-Dienst von Purdue bedient wurde. In den Betreff gehörte owl-request, in die Nachricht send docs. Zurück kam eine Hilfedatei, die den Abruf des Verzeichnisses und der Merkblätter erläuterte. Harris betonte: Bindestrich ja, Leerzeichen nein.
Ein Angebot zur Unterstützung beim Schreiben begann mit einer kleinen Interpunktionsprüfung. Der Computer wusste offenbar, wie man eine Zielgruppe beschäftigt.
Sonntagabend im Aktenschrank
Der Nutzen war handfest. Im Writing Lab lagen bereits ausgearbeitete Materialien. Harris wollte sie auch dann zugänglich machen, wenn das Zentrum geschlossen war. In der Rückschau von Purdue University aus dem Jahr 2019 erinnerte sie sich an Studierende, die sonntagabends Merkblätter anforderten. Ein Verzeichnis und die Nummer des gewünschten Dokuments reichten aus.
Abgabefristen hielten sich schließlich selten höflich an Sprechstunden. Die automatische Zustellung verlängerte die Verfügbarkeit eines Bestands, der zuvor unter anderem im Aktenschrank des Zentrums lag.
Michael Manley baute die erste E-Mail-Infrastruktur. Dave Taylor überarbeitete später den Mailserver und entwickelte die frühe Website. Die didaktische Vorarbeit war bereits vorhanden; hinzu kam ein Weg, sie außerhalb des Büros zu nutzen.
Für diesen Weg mussten die Blätter auf ihren typografischen Schmuck verzichten. Harris beschrieb 1994 die Übertragung nach ASCII: keine Fettschrift, keine Unterstreichungen, keine wechselnden Schriftarten. Der Aktenschrank ging in Arbeitskleidung ins Netz. Zugleich lud sie andere Schreibzentren ein, ihre eigenen Online-Ressourcen bekannt zu machen.
Ein Abruf ist schnell erledigt
Im 1998 erschienenen Kapitel über Computer in Schreibzentren berichtete Harris, dass der automatische Abruf von Merkblättern die wichtigste Nutzung des E-Mail-Angebots in Purdue war. Kontakte kamen ihrer Erfahrung nach selten über eine Frage und eine Antwort hinaus, auch wenn man versuchte, ein Gespräch daraus zu machen.
Wer ein bestimmtes Blatt sucht, kann eine Nummer angeben. Wer mit einem Text feststeckt, braucht gelegentlich erst Hilfe dabei, die eigene Frage zu formulieren. Harris widmete auch dieser Aufgabe Aufmerksamkeit. Sie verlangt Zuhören und Rückfragen, während der Server eine bereits vorbereitete Datei zustellen kann.
Das Kapitel machte die Arbeitsteilung sichtbar. Zwei mit Graduierten besetzte Assistenzstellen übernahmen Koordinationsaufgaben: eine für Inhalte, didaktische Entwicklung und Schulungen, eine mit einem Ingenieurstudenten für technische Wartung und Weiterentwicklung. Die Tutorinnen und Tutoren des Writing Lab leisteten die Beratung. Hinter einer Mailadresse arbeiteten mehrere Berufe.
Dauerhafte Mittel für Personal zu beschaffen, fiel Harris schwerer als Unterstützung für Geräte. Ein Computer lässt sich einmal bestellen. Die Arbeit, die seinen Dienst brauchbar hält, meldet sich zum nächsten Haushalt wieder. Leider ohne automatische Finanzierung im Anhang.
Die nächtliche Antwort funktionierte, weil vorbereitetes Wissen ohne persönliche Begleitung jeder einzelnen Kopie verschickt werden konnte. Das Wissen zu pflegen, mit Schreibenden daran zu arbeiten und den Versandweg zu betreuen blieb im Kalender der Beschäftigten stehen.
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