Zusammenfassung

  • RFC 1078 schlug TCPMUX vor: Verbindung zu TCP-Port 1, Dienstname mit CRLF, anschließend + oder mit möglicher Erklärung. Auf + folgt das Protokoll des ausgewählten Dienstes auf derselben Verbindung; auf folgt das Verbindungsende.
  • HELP gibt die auf dem Host angebotenen Dienstnamen aus. Dienste mit eigenem zugewiesenen Port bleiben dort erreichbar und können zusätzlich über Port 1 angeboten werden. Die offizielle Nummernliste von 1987 führte die Ports 1 bis 4 noch als unbelegt.

Portnummern waren die Besuchsadressen der TCP-Dienste. Wer einen bekannten Dienst erreichen wollte, wählte dessen Kontaktport. Die amtliche Liste der zugewiesenen Nummern von Mai 1987 legte solche Einträge in den Bereich der unteren acht Bits und zeigte 1 bis 4 als unbelegt. Der gesamte Zahlenraum von TCP war wesentlich größer. Knapp und sorgfältig verwaltet war der kleine Satz vertrauter Eingänge, der gewöhnlich offiziellen Protokollen vorbehalten blieb. Ein privater Dienst konnte Kunden haben, während die offizielle Portvergabe weiterhin den bekannten Kontaktadressen diente.

Mark Lottor stellte im November 1988 mit RFC 1078 eine Rezeption vor. Das TCP Port Service Multiplexer genannte Verfahren, TCPMUX, hörte an Port 1 zu. Ein Client öffnete eine Verbindung und schickte einen Dienstnamen, gefolgt von Wagenrücklauf und Zeilenvorschub. Groß- und Kleinschreibung spielten keine Rolle. Diese winzige Anmeldung entschied, wer die folgende TCP-Unterhaltung führen würde.

Die Antwort begann mit einem einzigen Zeichen. + hieß angenommen, eventuell mit einer kurzen Erklärung bis zum CRLF; dann begann das ausgewählte Dienstprotokoll auf genau dieser Verbindung. hieß abgewiesen und führte nach einer möglichen Erklärung zum Schließen. Für den Client war der Rechner schon gefunden. Der Name und dieses Antwortzeichen entschieden nun, welcher Prozess die bereits bestehende Verbindung weiterführte.

Die Hinweise zur Umsetzung ordneten sogar den Antworten verschiedene Schreiber zu. Wenn kein passender Name gefunden wurde, sollte das negative Zeichen gewöhnlich vom Multiplexer kommen. Das positive Zeichen sollte gewöhnlich der aufgerufene Dienst schicken. Die Rezeption kann einen fehlenden Eintrag melden; die Person im Büro bestätigt, dass sie das Gespräch führt. Ein Name auf der Liste und ein tatsächlich bereitstehender Dienst sind verschiedene Betriebszustände.

Zum Schalter gehörte ein Verzeichnis. HELP war als Name reserviert; die Antwort listete die unterstützten Dienste mehrzeilig auf, einen pro Zeile, und beendete die Verbindung. Das war eine Auskunft über das Haus und noch kein Gespräch mit einer Abteilung. Namen aus der damaligen amtlichen Liste der Protokolle und Dienste behielten ihre festgelegten Bedeutungen. Die Rezeption durfte weiterleiten, aber kein bekanntes Türschild einem anderen Betrieb geben.

Auch die alten Türen blieben offen. Ein Dienst mit eigens zugewiesenem Port musste dort weiterhin erreichbar sein. Er durfte zusätzlich über TCPMUX an Port 1 auftreten. Ein Client mit der vertrauten Portnummer ging einfach den bisherigen Weg. Die gemeinsame Halle half vor allem künftigen und privaten Diensten, die keine separate amtliche Zuweisung hatten.

Bei privaten Namen empfahl Lottor Rücksicht auf Verwechslungen: ein möglichst einzigartiger Name, etwa mit dem Namen der Organisation als Präfix. Eine Versionsnummer konnte als Suffix folgen. Wenn drei Büros bloß „Archiv“ heißen, hat der Empfang ein Problem. Ein längerer Name spart falsche Wege. Das Register schützte die Bedeutung amtlicher Namen, während private Betreiber ihre Bezeichnungen sorgfältig wählen mussten.

TCPMUX machte aus einer Zahl einen Eingang und aus einem Namen eine Weiterleitung. HELP zeigte den örtlichen Wegweiser; + begann die Unterhaltung; beendete den Versuch. Die Idee gab neuen Diensten einen Platz am Schalter, ohne den langjährigen Bewohnern die Hausnummer abzuschrauben.