Summary
- Das W3C verabschiedete P3P 1.0 am 16. April 2002 als Recommendation. Websites konnten ihre erklärten Praktiken zur Datenerhebung und Nutzung in XML für Programme ausdrücken.
- Eine Richtlinien-Referenzdatei verband Seitenadressen und Cookies mit den passenden Erklärungen. Der Browser musste sie finden, den ersten zutreffenden Eintrag wählen und die Richtlinie abrufen.
Ein Kunde steht an der virtuellen Kasse. Unten auf der Seite steht „Datenschutz“. Ein Klick führt zu einem Text, doch ein Browser mit gespeicherten Datenschutzwünschen hat eine genauere Frage. Gilt dieser Text für das Bestellformular? Für den Kontobereich? Für das Cookie, das bei der Ankunft gesetzt wurde? Ein Schild am Eingang des Kaufhauses ersetzt keinen Plan für die einzelnen Abteilungen.
Die P3P-1.0-Recommendation vom 16. April 2002 bot Websites ein XML-Vokabular für Angaben über erhobene Daten, Verwendungszwecke und Empfänger. Ihr Beispiel schickt Claudia zu CatalogExample: Ihr Browser holt die Richtlinie der Seite und gleicht die Angaben mit ihren Einstellungen ab. Der Vergleich ist erst der letzte Handgriff. Vorher muss der Browser den passenden Text ausfindig machen.
Dazu diente eine Richtlinien-Referenzdatei. Eine Website konnte sie am bekannten Pfad /w3c/p3p.xml ablegen, in HTML mit einem link-Element anzeigen oder per HTTP-Header P3P darauf verweisen. Der Browser beschaffte und las zunächst diese Datei, danach die darin bezeichnete Richtlinie. Die Referenzdatei war der Lageplan, die Richtlinie der Text im betreffenden Raum. Eine Erklärung aus dem Nachbarraum konnte noch so ordentlich formuliert sein: Für den angefragten Vorgang führte sie zur falschen Tür.
In diesem Plan verknüpften POLICY-REF-Einträge Richtlinien mit Teilen des URI-Raums. Auch Cookies konnten ein- oder ausgeschlossen werden. Trafen mehrere Einträge auf dieselbe URI zu, zählte der erste passende Eintrag in der Datei. Die Reihenfolge war damit eine Entscheidung darüber, welche Erklärung beim Browser ankam. Die freundliche Überschrift „Datenschutz“ stand am Ende eines ziemlich präzisen Wegeleitsystems.
Das W3C wählte für ein Cookie-Beispiel den Namen obnoxious-cookie. Eine Referenz umfasste Cookies allgemein und nahm dieses eine aus; eine zweite Referenz nahm genau dieses auf. Der Name ist ein kleiner Witz im Normtext. Die Regel zeigt einen ernsten Unterschied: Die geöffnete Seite und ein von ihr begleitetes Cookie können zu verschiedenen Richtlinien führen. Der Browser musste auch den Cookie-Weg durch den Plan prüfen.
Der Lageplan war zeitlich begrenzt. EXPIRY legte die Nutzungsdauer der Referenzdatei oder der Richtlinie fest; ohne Eintrag galt eine Voreinstellung von 24 Stunden. Änderte die Website ihre Erklärung, verlangte die Recommendation Aufzeichnungen über alte Versionen und deren Geltungsdaten für bereits erhobene Daten. Das W3C kündigte P3P 1.0 am selben 16. April an. Für eine konkrete Anfrage zählten Adresse, Ausnahmeregel, Reihenfolge und Zeitpunkt gemeinsam.
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