Zusammenfassung

  • Seit dem 1. Oktober weist OVHcloud öffentliche IPv4-Adressen separat aus; bei B3-, C3- und R3-Instanzen der dritten Generation gilt das auch für lokale Datenträger. Die Compute-Stundensätze blieben unverändert, doch die Konfiguration kann teurer werden.
  • Der veröffentlichte IPv4-Tarif beträgt 0,0027 Euro je Stunde ohne Mehrwertsteuer, rund 1,97 Euro für einen 730-Stunden-Monat. Das ist der Preis eines Cloud-Dienstes, nicht der Transferpreis eines IPv4-Blocks und kein Beleg für die Marge des Anbieters.
  • Savings-Plan-Rabatte gelten weiterhin nur für Compute. Adressen und Speicher liegen außerhalb der Preisbindung; ein festgeschriebener Instanzpreis ist daher keine Obergrenze für die gesamte Rechnung.

Wenn eine öffentliche Adresse im Preis einer virtuellen Maschine verschwand, wirkte die Instanz wie ein einzelnes Produkt. Seit dem 1. Oktober 2026 macht OVHcloud diesen Bestandteil sichtbar: Öffentliches IPv4 wird über alle Instanzgenerationen und Gateways hinweg separat berechnet. Bei den B3-, C3- und R3-Instanzen der dritten Generation gilt das zusätzlich für lokalen Speicher. Die Compute-Stundensätze änderten sich nicht. Das ist keine pauschale Preiserhöhung für jeden Kunden, sondern eine neue Aufteilung der Rechnung in Ressourcen, deren Umfang von der Architektur abhängt.

Für den europäischen Tarif nennt OVHcloud 0,0027 Euro pro Stunde und öffentlicher IPv4-Adresse, ohne Mehrwertsteuer. Auf Basis von 730 Stunden sind das etwa 1,97 Euro im Monat. Local-Low-Latency-Speicher kostet laut Preisliste 0,0001458 Euro je GB-Stunde, rund 0,11 Euro je GB-Monat. Das sind Einzelhandelspreise für vom Anbieter kontrollierte Cloud-Ressourcen. Sie verraten weder OVHclouds Beschaffungskosten für Adresskapazität noch die Marge oder den möglichen Transferpreis eines übertragbaren Blocks.

Diese Trennung ist wichtig, weil Dienstleistung und Vermögenswert verschiedene Fragen beantworten. Eine öffentliche Adresse in einem Cloud-Konto ist ein stundenweise abgerechneter Dienst. Bei einem Blocktransfer zählen Nutzungsrechte, Registrierungsdaten, Routing, Prüfung der Gegenpartei und Laufzeit. Eine monatliche Position von 1,97 Euro ist kein Kaufpreis für IPv4 – ebenso wenig wie ein Hosting-Tarif den wirtschaftlichen Wert aller Dienste festlegt, die eine Adresse ermöglicht.

Die Rechnung hängt von der Maschinenkonfiguration ab

In OVHclouds Beispielen steigt ein B3-16 mit 100 GB lokalem Speicher von 75 auf 87 Euro im Monat. Ein C3-8 mit derselben Kapazität steigt von 67 auf 79 Euro. Die Anbieterrechnung gilt für 730 Stunden, vor Steuern und ohne Laufzeitbindung. Sie ist keine Prognose für jedes Kundenkonto: Instanzfamilie, Speichergröße und Zahl öffentlicher Adressen verändern den Ressourcenmix.

Die Aufteilung des Speichers ist enger gefasst als die der IPv4-Adresse. Der neue Adresspreis betrifft alle Generationen. Bei älteren B2-, C2- und R2-Instanzen bleibt das lokale Laufwerk enthalten; bei B3, C3 und R3 steht es separat auf der Rechnung. Beim Vergleich von Generationen müssen Kunden deshalb zwei Fragen stellen: Welche Systeme brauchen tatsächlich eine eigene öffentliche Adresse, und wie viel lokalen Speicher nutzen sie?

OVHcloud zeigt zehn private Instanzen hinter einem öffentlichen Gateway: 860,70 Euro pro Monat, verglichen mit 869,70 Euro, wenn jede Maschine eine eigene Adresse erhält. Das verdeutlicht, wie sich rund zwei Euro pro Adresse summieren können. Es beweist nicht, dass das Gateway für jede Anwendung passt. Es braucht selbst eine öffentliche Adresse und bringt zusätzliche Anforderungen an Kapazität, Verwaltung, Verfügbarkeit, Latenz und Fehlerisolierung mit sich. Öffentlich erreichbare Dienste, Kunden-Whitelists oder Anwendungen mit fester IP können eine andere Architektur benötigen.

Compute-Rabatte deckeln die Gesamt­rechnung nicht

Die wichtigste Vertragsgrenze verläuft zwischen Compute und den ergänzenden Ressourcen. OVHcloud zufolge rabattiert ein Savings Plan die Rechenleistung, nicht IPv4 oder lokale Datenträger. Bestehende Pläne behalten für die abgedeckte Instanz während der Laufzeit ihren Preis und Rabatt; neue Adress- und Speicherpositionen fallen nicht unter diese Garantie und werden zu den jeweils geltenden Tarifen berechnet. Neue Pläne über zwölf oder 36 Monate bieten 15 beziehungsweise 30 Prozent Rabatt auf Compute – nicht auf Adresse oder Datenträger.

Das ist kein Widerspruch, sondern ein enger gefasster Gegenstand der Preisbindung. Der Kunde fixiert einen Teil des Dienstes, nicht zwingend die gesamten Kosten der Architektur. Ändern sich Adresszahl, Speicherbedarf oder Tarife, kann die Rechnung steigen, während der Compute-Preis gleich bleibt. Wer nur vCPU, Arbeitsspeicher und Laufzeitrabatt vergleicht, übersieht Ressourcen, die nun separat erscheinen.

Sinnvolle Kennzahlen sind öffentliche Adressen je Workload, der Anteil privat betreibbarer Instanzen, lokaler Speicher je Server, Gateway-Kosten und die vollständige Rechnung unter jedem Plan. OVHcloud hat Konfigurationsbeispiele veröffentlicht, aber keine Kundendaten zu Adressnutzung, Migration oder realisierten Einsparungen. Es gibt auch keinen Beleg dafür, dass jede Anwendung IPv4 aufgeben kann oder IPv6 jede Abhängigkeit automatisch ersetzt.

Vor einer mehrjährigen Bindung sollte die Kostenrechnung Compute, Adressen, Speicher und ausgehenden Traffic getrennt ausweisen. Danach lassen sich privates Networking, Gateways, Flex-Speichergrößen und IPv6-kompatible Anwendungspfade testen. Eine unnötige Adresse abzuschalten kann Kosten und Angriffsfläche senken; eine notwendige Adresse zu entfernen kann dagegen Verfügbarkeit und Support belasten.

OVHcloud hat einen Cloud-Einsatzfaktor sichtbarer gemacht. Noch ist nicht belegt, ob Kunden Adressen freigeben, Netzwerke umbauen, die Kosten tragen oder Workloads verlagern. Die neue Position verbessert möglicherweise die Entscheidungsgrundlage. Sie zeigt für sich genommen weder, ob IPv4 zu teuer oder zu günstig ist, noch den Wert des Vermögenswerts oder die Gesamtkosten der Cloud.

Quellen: Tarife und Konfigurationsbeispiele von OVHcloud; Erläuterung des Preismodells und der Savings Plans; aktuelle Preise der Public Cloud.