Zusammenfassung

  • CMIS-LT ermöglicht es einem Empfänger, über CMIS Änderungen an der Signalformung des Senders für jede Lane und jede Richtung anzufordern
  • Coherent CMIS 1.5 aktualisiert das gemeinsame Managementmodell für kohärente 400ZR-Module; die Produktinteroperabilität hängt jedoch weiterhin von der Umsetzung durch die Anbieter ab

Die Fakten

Das Optical Internetworking Forum (OIF) teilte am 2. September mit, dass seine Mitglieder sowohl eine neue Implementierungsvereinbarung zu CMIS Out-of-Band Link Training (CMIS-LT) als auch Coherent CMIS 1.5, eine Aktualisierung seiner Vereinbarung zum Management digitaler kohärenter Optik, genehmigt hätten. Die Genehmigungen erfolgten bei der Q3-Sitzung des OIF in Montreal, die vom 10. bis 13. August stattfand.

CMIS-LT definiert eine gemeinsame Out-of-Band-Methode für das Link-Training an der Host-Schnittstelle eines Moduls, und zwar für jede Lane und jede Richtung. Ein Empfänger kann am zugehörigen Sender Änderungen der Signalformungsparameter anfordern, wobei die Trainingsinformationen über die CMIS-Managementschnittstelle ausgetauscht werden.

Coherent CMIS 1.5 erweitert CMIS für das Management digitaler kohärenter Optikmodule um zusätzliche Register, Nachrichten des Typs Command Data Block, Variable Diagnostic Monitoring und kohärenzspezifische Funktionen. Version 1.5 bleibt auf 400ZR-Module mit einem Datenpfad für 400G Ethernet, einer Host-Schnittstelle mit acht Lanes und einer kohärenten 400ZR-Medienschnittstelle mit einer Lane ausgerichtet.

Einordnung

CMIS-LT verändert einen eng begrenzten, aber wichtigen Aspekt der Integration: wie ein Host und ein steckbares Modul das elektrische Link-Training koordinieren. Die Signalabstimmung findet weiterhin an den Endpunkten der Verbindung statt, doch die Anfragen können über eine gemeinsame CMIS-Nachrichtenstruktur statt über unterschiedliche anbieterspezifische Austauschmechanismen übermittelt werden. Wenn Anbieter die Vereinbarung einheitlich umsetzen, könnte die Host-Modul-Qualifizierung produktübergreifend besser reproduzierbar werden.

Coherent CMIS 1.5 betrifft einen weiteren Teil der Beziehung zwischen Host und Modul: das Management eines kohärenten Optikmoduls nach dessen Installation. Gemeinsame Register, Befehle und Diagnoseüberwachung bieten Hosts eine einheitliche Möglichkeit, 400ZR-Module zu konfigurieren und zu überwachen; sie machen jedoch nicht jedes Modul austauschbar. Firmware, Host-Silizium, Modulhardware und die unterstützten Funktionen müssen weiterhin im Zusammenspiel getestet werden.

Für BTW-Leser liegt der praktische Nutzen in einem enger umrissenen Integrationsaufwand an der Schnittstelle zwischen Host und Modul. Die Vereinbarungen können standardisieren, wie das Link-Training, die Steuerung und die Überwachung der Geräte erfolgen; sie können die Produktqualifizierung jedoch nicht ersetzen. Ein sinnvoller Maßstab ist, ob herstellerübergreifende Bereitstellungen bei der Inbetriebnahme und Fehlerbehebung weniger anbieterspezifische Ausnahmen erfordern.

Worauf zu achten ist

Zu beobachten ist, ob Hersteller von Switches, Routern, Chips und Modulen CMIS-LT und Coherent CMIS 1.5 in ihrer Produktdokumentation und ihren Kompatibilitätsmatrizen nennen. Die Demonstrationen des OIF auf der ECOC 2026 bieten eine frühe herstellerübergreifende Testumgebung; ob die Vereinbarungen den Qualifizierungsaufwand in produktiven Netzen verringern, werden jedoch Ergebnisse mit ausgelieferten Produkten, Firmware-Anforderungen und dokumentierte Ausnahmen zeigen.