Zusammenfassung
- RACK prüft eine ältere unbestätigte Übertragung anhand einer später gesendeten und nachweislich zugestellten Übertragung.
- Der Zeitschwellenwert umfasst eine RTT-Schätzung und ein begrenztes, durch DSACK anpassbares sowie durch SRTT beschränktes Umordnungsfenster. RFC 8985 erlaubt höchstens eine zusätzliche Verlustsonde über das Überlastfenster hinaus; sie zählt in der Flugdatenbilanz und die nächste ACK beseitigt die vorübergehende Überbelegung.
Lücken im TCP-Sequenzraum können auf Verlust hindeuten, entstehen aber auch durch eine veränderte Ankunftsreihenfolge. RFC 8985 beschreibt mit RACK-TLP einen zeitbezogenen Ansatz: RACK bewertet Übertragungszeitpunkte, während TLP einmalig eine Sonde senden kann, um vor dem regulären Retransmission Timeout ACK-Informationen zu erhalten.
Verlusterkennung und Sendeberechtigung bleiben dabei getrennt. Das Überlastfenster, die Bilanzierung der fliegenden Daten und der reguläre RTO gelten weiterhin.
Angenommen, eine ältere Übertragung ist noch nicht bestätigt. Eine später gesendete Übertragung trifft hingegen ein und wird vom Empfänger bestätigt. Für RACK schafft diese Zustellung einen zeitlichen Bezugspunkt.
Die ältere Übertragung kann als verloren gelten, wenn sie länger unzugestellt geblieben ist als die geschätzte Umlaufzeit zuzüglich eines begrenzten Umordnungsfensters. Entscheidend ist somit nicht allein, dass Daten mit einer späteren Position im Sequenzraum bestätigt wurden. Hinzukommen müssen die zeitliche Beziehung zwischen den Übertragungen und das Überschreiten des Schwellenwerts.
Bleibt verwertbare Evidenz aus, dient der normale Retransmission Timeout weiterhin als Rückfallmechanismus. Zeitbasierte Verlusterkennung ergänzt damit die vorhandene Wiederherstellungslogik, ohne Überlastkontrolle oder Timerverfahren mit der Verlustentscheidung gleichzusetzen.
Die maßgebliche Spezifikation ist RFC 8985; die Grenzen für Überlaststeuerung, SACK-Wiederherstellung und den Neuübertragungstimer legen RFC 5681, RFC 6675 und RFC 6298 fest. Diese Standards definieren Protokollverhalten, nicht aktuelle Implementierungsvorgaben, Verbreitung, Einsatz oder Leistung.
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