Zusammenfassung

  • Die MLS-Arbeitsgruppe hat am 2. November die Fassung -02 ihres Internet-Drafts zu virtuellen Clients veröffentlicht. Mehrere emulierende Clients können als ein Blatt in einer übergeordneten Gruppe auftreten.
  • Jeder Emulationsclient besitzt den gesamten geheimen Zustand des virtuellen Clients. Ein kompromittiertes Gerät eröffnet damit Zugriff auf aktuelle Geheimnisse und die gemeinsame Identität in allen übergeordneten Gruppen.
  • Sein Ausschluss verlangt gelöschte KeyPackages, neue Zugangsdaten und Schlüsselupdates in jeder Gruppe. Ein neuer Abschnitt begrenzt die wirksame Stärke durch die schwächere der verwendeten Kryptosuiten.

Die Oberfläche zählt eins, das Risiko zählt alle

Ein einzelnes Mitglied im verschlüsselten Gruppenbaum kann mehrere Geräte vertreten. Andere Teilnehmer sehen nur das virtuelle Blatt und können nicht erkennen, welches der Geräte geschrieben hat. Kleinere Bäume sparen Aufwand; eine Änderung in der inneren Emulationsgruppe kann mehrere äußere Gruppen bedienen. Die neue Fassung von „MLS Virtual Clients“ macht diesen Entwurf greifbar.

Der gemeinsame Auftritt beruht auf gemeinsamem Geheimnis. Laut Abschnitt 7.1 hält jeder Emulationsclient den vollständigen geheimen Zustand. Wird ein Gerät kompromittiert, fallen die aktuellen Geheimnisse der inneren Gruppe und sämtlicher übergeordneter Gruppen an den Angreifer. Er kann den virtuellen Client dort auch nachahmen. Für Außenstehende blieb es ein einziger Platz; tatsächlich hat die Anwendung mehreren Geräten die Macht über ihn gegeben.

Beim Entfernen reicht ein Häkchen in der Geräteliste nicht. Zuerst muss der Zustelldienst ausstehende KeyPackages löschen. Danach entfernt ein Commit das Gerät aus der Emulationsgruppe und beginnt eine neue Epoche. Die Anwendung stellt neue Anmeldedaten und Authentisierungsschlüssel bereit. Verbliebene Geräte aktualisieren die Schlüssel des virtuellen Clients in jeder übergeordneten Gruppe und laden neue KeyPackages hoch. Langfristige Zugangsdaten, die das entfernte Gerät kannte, sollten widerrufen werden. Meist muss dafür ein anderes Gerät online sein.

Ein nicht gelöschtes Paket kann dem ausgeschlossenen Gerät später noch eine Welcome-Nachricht erschließen.

Die Fassung -02 fügt eine klare Grenze für die Kryptosuiten hinzu. Das Ausgangsgeheimnis entsteht unter der Suite der inneren Gruppe. Der Import in eine stärkere äußere Suite erhöht seine Entropie nicht. Die schwächere Suite bestimmt die wirksame Stärke. Die Autoren empfehlen daher, innen mindestens die Stärke aller Ziel-Suiten zu wählen.

Unsichtbar wird der virtuelle Client dadurch nicht vollständig. Ableitungsdaten verraten seine besondere Blattart; eine gemeinsame Epochenkennung kann ihn über Gruppen hinweg verknüpfen. Einsatz- oder Vorfallszahlen enthält der Entwurf nicht. Er liefert aber einen prüfbaren Maßstab: Wer Geräte hinter einer Identität verbirgt, muss eines von ihnen überall wirksam ausschließen können.

Originalquellen