Summary
- Martin Levy, Job Snijders und Erik Bais entwickelten den RIPE-Vorschlag 2018-06 gegen nicht maßgebliche Routenobjekte, die einer RPKI-Ursprungsautorisierung widersprechen.
- Erst nach vierzehn aufeinanderfolgenden Konflikttagen wird gelöscht. Beim ersten Durchlauf markierte RIPE NCC 978 Objekte und schrieb 269 Adressen an.
Die Karteikarte und die Unterschrift
In einem Internet Routing Registry verknüpft ein route- oder route6-Objekt ein Präfix mit einem Ursprungs-AS. Aus solchen Angaben entstehen Filterlisten. RIPE-NONAUTH enthält auch Einträge zu Ressourcen außerhalb der RIPE-Verwaltung, deren Inhaber der Anlage womöglich nie zugestimmt hat. Veröffentlicht dieser Inhaber ein ROA mit einem anderen autorisierten Ursprungs-AS, stehen zwei Aussagen nebeneinander: die alte Karteikarte und die signierte Erklärung.
Auf der RIPE-Seite zum Vorschlag stehen Levy, Snijders und Bais als Autoren. Das verabschiedete Dokument RIPE-731 legt die Prüfung fest. Präfix und Ursprungs-AS eines Objekts werden per Origin Validation mit ROAs aus allen fünf RIRs abgeglichen. Liefert die Prüfung „invalid“, benachrichtigt RIPE NCC Kontakte aus den RPSL-Feldern und kann über RDAP nach dem Ressourceninhaber suchen. Hält der Konflikt vierzehn Tage ohne Unterbrechung an, wird das Objekt entfernt; danach folgt eine letzte Nachricht.
Die Frist ist mehr als höfliche Bürokratie. Ein falsch gesetztes ROA lässt sich korrigieren. Ein dauerhaft widersprechender Eintrag verliert nach einer klaren Zeitspanne seinen Platz als Quelle für Filter. Die Regel betrifft allein diesen nicht maßgeblichen Teil der Datenbank. Für von RIPE verwaltete Ressourcen sieht sie diesen Ablauf nicht vor. Gerade die enge Zuständigkeit hält die Entscheidung überprüfbar.
Nach der Annahme im November 2019 wurde die Regel im Januar 2020 umgesetzt. Für den ersten nächtlichen Lauf meldete RIPE NCC 978 erkannte Konfliktobjekte und E-Mails an 269 Adressen. Damit wird der Beginn des Verfahrens und seine Benachrichtigungsspur greifbar. Levys APNIC-Biografie beschreibt Jahrzehnte im Netzbetrieb. Der Vorschlag trägt einen ähnlichen Ton: ein konkreter Fehlerzustand, eine Uhr und ein definierter nächster Schritt.
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