Summary

  • MAE-East bot einen gemeinsamen physischen Pfad; jedes Netz entschied selbst, mit wem es Routen austauschte.
  • Die Aufzeichnungen von 1994 zeigen die Kosten konzentrierten Verkehrs und konzentrierter Routing-Informationen.

Ein gemeinsamer Raum bedeutet noch kein gemeinsames Regelwerk. Anfang der 1990er Jahre verbanden Anbieter im Raum Washington ihre Router über MAE-East, einen Austauschpunkt von Metropolitan Fiber Systems. Damit gab es einen gemeinsamen physischen Ort. Ob zwei Netze Verkehr füreinander transportierten, blieb eine getrennte Entscheidung.

Bei Beschreibungen eines Internetknotens geht dieser Unterschied leicht verloren. Ein Switch kann Router in dasselbe lokale Netz bringen, aber ihre Betreiber nicht zwingen, einander Routen anzukündigen oder abzunehmen. Die CAIDA-Geschichte erläutert, dass die Teilnehmer Routen und Filter bilateral festlegen konnten. Eine Verbindung zum Austauschpunkt garantierte also keine Erreichbarkeit zu jedem anderen Teilnehmer. CAIDAs Darstellung verortet MAE-East im Raum Washington, etwa ein Jahr nach der Gründung der Commercial Internet Exchange 1990, als die Nutzungsregeln des NSFNET den kommerziellen Verkehr noch beeinflussten.

Ein Bericht der Internet Engineering and Planning Group vom März 1994 macht den betrieblichen Preis sichtbar. Die Last auf dem erweiterten Ethernet von MAE-East nahm zu. Der Bericht nannte Paketverluste von bis zu 10–20 Prozent, verbunden mit Kollisionen und langen Ethernet-Segmenten in MFS’ Aufbau. Die Teilnehmer arbeiteten an der Leistung, wollten aber die Eigenschaften eines Layer-2-Austauschs erhalten. Dieselben Protokolle hielten fest, dass Router mit 4 MB den vollständigen Routingbestand ohne Default-Route nicht mehr aufnehmen konnten; die ICMNET-Router von MAE-East waren auf 64 MB ausgebaut. In dieser Konfiguration erzeugten Routenflaps 30 bis 50 Aktualisierungen pro Sekunde. Das waren damalige Betriebsmeldungen, keine unabhängige Prüfung aller Teilnehmer. Die IEPG-Protokolle erwähnen auch eine mögliche Erweiterung bis Stockholm, belegen jedoch keine Umsetzung.

Das spätere Network-Access-Point-Programm der National Science Foundation ordnete einen verwandten Übergang. Die Ausschreibung von 1993 trennte Backbone-Anbieter, Austauschpunkt-Manager, Routing-Arbiter und regionale Netze. 1994 beschrieb die IEPG NAPs als Layer-2-Anlagen, bei denen Netzpolitik über bilaterales Peering und die Verbindung zwischen NAPs über Transit-Anbieter laufen sollte. Die Ausschreibung und der IEPG-Bericht zeigen eine Architekturentscheidung, keine automatische Folge von Ethernet.

Im Januar 1997 beklagte ein NANOG-Teilnehmer, Verhandlungen zwischen jedem Netzpaar und schwer auffindbare Ansprechpartner verlangsamten das Peering. Das ist eine einzelne Betriebserfahrung, keine Branchenmessung. Sie zeigt dennoch die Kehrseite bilateraler Selbstbestimmung: Jedes Netz behält die Wahl, während der Koordinationsaufwand wächst. Die archivierte Diskussion forderte bessere Informationen über verbindungsbereite Netze, kein erzwungenes allgemeines Peering.

MAE-East war historisch also nicht deshalb bedeutsam, weil es alle Netze vereinte. Es brachte unabhängige Router an eine gemeinsame Schnittstelle, verringerte den physischen Aufwand der Verbindung und überließ Routenwahl, Geschäftsbedingungen und nachgelagerten Transit den angeschlossenen Netzen.

Quellen