Zusammenfassung
<base href>legt die URL fest, von der aus relative Adressen im HTML-Dokument aufgelöst werden. Der Linktextchapter.htmlbleibt gleich, während sich das vollständige Ziel ändern kann.- HTML 2.0 dokumentierte dies für Seiten außerhalb ihres ursprünglichen Umfelds. Spätere Standards regelten die Vorrangfolge, das erste passende Element und die Beschränkung durch
base-uri.
Die Wegweiser stehen unverändert da. Auf einem steht „nächste Straße“, auf einem anderen „Bilder“. Nur der Nullpunkt auf der Landkarte wurde versetzt. Plötzlich meint „nächste Straße“ eine andere Straße. In HTML übernimmt <base href> diese Rolle: Das Element gibt relativen Adressen einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Der Browser berechnet von dort aus die vollständigen Wege; die kurzen Angaben im Dokument müssen dafür nicht umgeschrieben werden.
Die Funktion entstand aus einem praktischen Problem. RFC 1866 vom November 1995, die Beschreibung von HTML 2.0, führte das optionale BASE-Element für Dokumente an, die außerhalb ihres üblichen Kontexts gelesen werden. Eine Seite konnte in einer Nachricht landen oder an anderer Stelle geöffnet werden. images/logo.gif stand weiterhin darin, aber zu welchem Verzeichnis gehörte es? Eine im Dokument mitgeführte absolute Basisadresse bewahrte den Bezug. Der RFC rechnete das am Beispiel eines Bildes vor. Ein reisendes Dokument bekam ein Herkunftsschild für seine kurzen Wege.
HTML 4.01 vom Dezember 1999 ordnete die Zuständigkeiten. BASE musste in den Kopf des Dokuments, vor Elemente mit externen Referenzen. Seine Adresse hatte Vorrang vor Protokollmetadaten und danach vor dem Aufenthaltsort der Seite. Links, Bilder, Stylesheets und Formularziele konnten relative Adressen enthalten. Ändert sich der gemeinsame Ausgangspunkt, können sich ihre Ziele zusammen ändern. Das Beispiel der Spezifikation verwendet ../cages/birds.gif: Dieselbe Zeichenfolge ergibt je nach Basis einen anderen vollständigen Pfad. Ein kurzer Eintrag im Kopf verwaltete viele Pfeile im Rest der Seite.
RFC 3986 vom Januar 2005 beschrieb das allgemeine Modell. Eine im Inhalt eingebettete Basis-URI hat Vorrang vor der Adresse eines umschließenden Objekts oder der URL, unter der der Inhalt abgerufen wurde. So kann ein per E-Mail verschicktes Dokument seinen relativen Verweisen eine nachvollziehbare Heimat geben. Der RFC formuliert die Regeln für URI-Referenzen allgemein; HTML setzt sie mit base konkret um. Der Fundort der Seite und der Ausgangspunkt ihrer Links können zwei verschiedene Adressen sein. Die Seite bleibt am Ort, die Richtungsangaben wandern.
Der gepflegte HTML-Standard der WHATWG zeigt die Wirkung an einer einfachen Kombination. Mit <base href="/book/"> führt href="chapter.html" zu /book/chapter.html. Ohne Deklaration dient die Ersatzbasis des Dokuments als Ausgangspunkt. Stehen mehrere base-Elemente mit href im Dokument, zählt das erste in der Baumreihenfolge. Das Attribut target bestimmt getrennt davon das Standardziel für Navigationen von Links und Formularen; auch hier gilt eine eigene Regel für den ersten Eintrag. URL-Basis und Navigationsziel wohnen in derselben Tag-Familie, erledigen aber unterschiedliche Aufgaben.
Der Browser prüft die vorgeschlagene Basis. Eine unbrauchbare URL und die Schemata data: oder javascript: fallen im aktuellen Algorithmus auf die Ersatzbasis zurück. Die Sicherheitspolitik des Dokuments kann ebenfalls eingreifen. Content Security Policy Level 2 führte base-uri ein: Eine Seite kann begrenzen, welche URLs ihre Basis festlegen dürfen. Die Richtlinie erbt diese Grenze nicht automatisch von default-src. Wer einen zentralen Zeiger einbaut, kann seinen Bewegungsraum eigens abstecken.
Für Redaktionen ist das ein bequemes Werkzeug. Eine Sammlung von Seiten zieht um; eine Adresse zu ändern ist leichter, als jeden relativen Verweis anzufassen. Der gleiche Hebel vergrößert die Folgen eines Fehlers. Wer auf chapter.html schaut, kennt noch nicht den ganzen Reiseweg. Erst Dokumentadresse, gewählte Basis und etwaige Richtlinien ergeben das Ziel, das der Browser tatsächlich öffnet.
1995 trug BASE die Herkunft eines Dokuments mit, wenn es weitergegeben wurde. 1999 bekam die Angabe des Autors eine klare Vorrangstellung. Der heutige Standard beschreibt, welche erste Deklaration wirkt und wann der Browser sie zurückweist. Geblieben ist ein einfacher Handel: Viele kurze Wege teilen sich einen Anfang. Wird dieser Anfang versetzt, bleiben die Schilder sauber und zeigen dennoch in eine andere Stadt.
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