Zusammenfassung

  • Katsuyasu Toyama verlangte im August 2004 ein IPv6-IRR, bevor die Netze stark wachsen würden. Wer es verwaltet, wie Einträge gepflegt werden und wie Registries zusammenarbeiten, ließ sein Entwurf bewusst offen.
  • APNIC 18 unterstützte das Konzept und verwies die Einzelheiten an eine stille Mailingliste. Das Ziel Ende April 2005 wurde wegen technischer Anpassungen verfehlt; APNIC datiert die Umsetzung auf den 11. Mai 2006.

Ein Register lässt sich in einer Sitzung beschließen. Einen Route-Eintrag kann deswegen noch niemand darin pflegen. Bei APNIC 18 am 2. September 2004 erhielt Katsuyasu Toyamas Vorschlag für ein IPv6-IRR Zustimmung per Handzeichen, ohne Gegenstimme. Der Vorsitzende erklärte jedoch, dass die Runde nur das Konzept akzeptiert habe. Über Rahmen und Umsetzung müsse die Mailingliste reden. Ausgerechnet diese Liste sei sehr ruhig, merkte er an.

Toyamas Originalantrag zeigte, warum Schweigen dort teuer werden konnte. Sollte eine regionale, nationale oder lokale Registry den Dienst führen? Wie sähe die Datenbank aus? Wer korrigierte alte Objekte? Wie wären mehrere Registries aufeinander abgestimmt? Ein gepflegtes IRR könne die Prüfung von Routenankündigungen eines Nachbarn stützen, schrieb Toyama. Das Wort „gepflegt“ trug die Last des Arguments. Der Entwurf nannte außerdem höhere System- und Betriebskosten, die Kunden erreichen könnten.

Im Februar 2005 war aus der Richtung ein Plan geworden. APNIC wollte sein IPv4-IRR um IPv6 erweitern, RPSLng verwenden und bestehende Attribute ändern. Die Secretariat erwartete den Dienst bis Ende April. Toyama dankte für den Fortschritt. Der Aktionspunkt zur Diskussion von Architektur und Umsetzung blieb offen. Damit war geklärt, was APNIC bauen wollte, aber noch nicht, dass Betreiber es nutzen konnten.

Die September-Niederschrift korrigierte den Kalender. Technische Probleme bei der Softwareanpassung hatten das April-Ziel verschoben. APNIC testete und lud IPv6-Betreiber ein, Route-Objekte auf einem Testdienst einzutragen, bevor der Produktionsdienst starten sollte. Die Überweisung des Themas an die Liste war als erledigt markiert. Das Häkchen schloss den Diskussionsauftrag, nicht die Softwareeinführung.

APNICs prop-025-Verlauf nennt den 11. Mai 2006 als Umsetzungstag, etwa 13 Monate nach der April-Prognose. Er belegt eine APNIC-Fähigkeit, aber keine flächendeckende Übernahme eines gemeinsamen Rahmens durch alle RIRs und keine Fehlerquote der neuen Einträge. Toyama hatte einen frühen Start gewollt. Der Verlauf zeigt, wie viel Arbeit zwischen einer befürworteten Idee und einem Register lag, in das ein Netzbetreiber eine verlässliche IPv6-Route schreiben konnte.