Zusammenfassung

  • draft-claise-green-capability-discovery-01 vom 10. September 2026 ergänzt ein vorgeschlagenes YANG-Fähigkeitsmodell um maximale Leistung sowie typische und maximale Ein- und Austrittszeiten.
  • Die Angaben können vor dem Einsatz als Instanzdaten oder am laufenden Gerät als nur lesbarer Betriebszustand bereitstehen. Leistungswerte, Übergangszeiten und Komponentenabdeckung dürfen unvollständig sein.
  • Der Entwurf definiert weder zulässige Übergänge noch schreibbare Aktionen. Nennleistung ist eine Planungsgrundlage, keine Verbrauchsmessung und keine Erlaubnis für einen aktuellen Zustandswechsel.
  • Das Dokument ist weiterhin ein individueller Internet-Draft ohne verzeichnete Arbeitsgruppenübernahme. Ein Betriebsbeleg muss Fähigkeit, Befugnis, Geräteantwort und gemessenes Ergebnis getrennt verbinden.

Die mögliche Ersparnis schaltet nichts ab

200 Watt im eingeschalteten Zustand, 15 Watt im Schlafmodus: Die Differenz von 185 Watt sieht eindeutig aus. Eine typische Rückkehrzeit von 800 Millisekunden und ein Höchstwert von zwei Sekunden lassen sich in eine Beschaffungsmatrix oder ein Kapazitätsmodell eintragen.

Im Netzbetrieb fehlen dennoch die entscheidenden Informationen. Führt die Linecard Verkehr ohne gleichwertigen Ersatz? Reicht die Ausweichroute? Ist eine Wiederherstellung binnen zwei Sekunden mit dem Dienstziel vereinbar? Wer darf die Änderung anstoßen, und akzeptiert das Gerät sie überhaupt? Auch die tatsächliche Leistungsaufnahme unter Last und Temperatur ist noch nicht gemessen.

Eine Fähigkeit beschreibt eine Möglichkeit. Eine Berechtigung entscheidet über diesen Zeitpunkt. Das Ergebnis zeigt sich erst nach der Aktion. Der Entwurf gewinnt gerade dadurch an Wert, dass er diese Ebenen nicht unbemerkt zusammenzieht.

Revision 01 macht Grenzen sichtbar

Der Datatracker-Eintrag führt A YANG Data Model for Power State Capability Discovery als aktiven individuellen Internet-Draft. Laut Historie erschien Revision 00 am 25. August und Revision 01 am 10. September. Ein RFC-Stream oder Arbeitsgruppenstatus ist nicht eingetragen. Die Angabe Standards Track im Dokumentenkopf ist ein Ziel, keine Übernahme durch GREEN, kein IETF-Konsens und keine IESG-Genehmigung.

Zwischen Revision 00 und Revision 01 liegt mehr als redaktionelle Pflege. Der offizielle Vergleich ergänzt max-power, trennt erwartete und maximale Leistung und führt je zwei typische und maximale Zeiten für Eintritt und Rückkehr ein. Hinzu kommen Regeln für unvollständige Abdeckung sowie Beispiele.

Die Autoren markieren offene Punkte: Braucht es zusätzlich zu Einzelkomponenten einen Systemwert? Können Hersteller belastbare Übergangszeiten liefern? Bedeutet Nameplate Power eine normale Herstellerangabe oder die maximale Auslegungsleistung? Solche Fragen verhindern, dass eine noch bewegliche Definition voreilig zur Vertragsgröße wird.

Drei Datensätze für dieselbe Hardware

Das neue Modul erweitert die Systemfähigkeiten aus RFC 9196. Es kann einen Standard für das gesamte System nennen oder mit einem Selektor auf Chassis, Linecard, Port oder Transceiver im Hardwareinventar nach RFC 8348 zeigen. Der begleitende GREEN-Entwurf für Leistung und Energie meldet am gleichen Komponentennamen Verwaltungszustand, Betriebszustand und Momentanleistung.

Der Fähigkeitsdatensatz ist weitgehend statisch. Ein Hersteller kann ihn schon vor der Installation als Datei nach RFC 9195 ausliefern. Das eingeschaltete Gerät kann dieselbe Struktur im Betriebsdatastore nach RFC 8342 anbieten. Quellenidentität und Zeitpunkt bleiben verschieden.

Der Steuerungsdatensatz liegt außerhalb dieses Moduls. Alle Knoten sind config false; es gibt weder schreibbare Daten noch RPC, Aktion oder Benachrichtigung. Auch die erlaubten Übergänge werden nicht beschrieben. Eine Anforderung im Steuerungsteil des anderen GREEN-Modells kann das Gerät annehmen oder ablehnen.

Der Ergebnisdatensatz benötigt Messwerte: erreichter Zustand, reale Leistung, verlagertes Verkehrsvolumen, Wiederherstellungszeit und Dienstwirkung. Eine angenommene Anforderung ist kein Beleg für die errechnete Ersparnis.

Eine Lücke ist kein Nullwert

Nenn- und Maximalleistung sind optional. Ein Gerät kann nur die unterstützten Zustände nennen. Bei stufenweiser Einführung dürfen Einträge für einzelne Komponenten fehlen. Das bedeutet unbekannt, nicht null und nicht grundsätzlich schlafunfähig.

Jeder Wert gilt für die ausgewählte Komponente und schließt deren Kinder im Hardwarebaum nicht automatisch ein. Eine Chassissumme ist nur dann vollständig, wenn der relevante Teilbaum abgeglichen und jede Einheit genau einmal gezählt wurde. Sonst bleibt sie eine Untergrenze.

Auch vollständige Katalogwerte sind Bemessungswerte. Last, Temperatur und Einsatzumgebung verändern die reale Aufnahme. Revision 01 verlangt deshalb, nominal-power als Planungsbasis statt als Messung zu behandeln. Der Entwurf für strombewusste Pfadplatzierung kann einen langsamen oder gedämpften Wert verteilen; ein zentraler Controller kann Live-Telemetrie abrufen. Die Herkunft und zeitliche Auflösung entscheiden über die zulässige Verwendung.

Übergangszeiten sind ebenfalls optional und bedingungsabhängig. Ein sparsamer Zustand mit langer Rückkehr kann für latenzkritische Dienste ungeeignet sein. Erst der Abgleich des Höchstwerts mit dem konkreten Dienstbudget schafft eine Betriebsentscheidung.

Auch ein Lesekatalog braucht Schutz

Die Liste zeigt Angreifern, welche Komponenten besonders lange aufwachen oder durch wiederholte Wechsel hohen Verbrauch und Instabilität erzeugen könnten. Der Entwurf verlangt sicheren Managementtransport, gegenseitige Authentisierung und Zugriffsbeschränkung über RFC 8341.

Eine Datei vor dem Einsatz sollte Hersteller, Produkt, Hardwarestand, Erstellungszeit, Hash und Geltungsbereich bewahren. Eine Live-Abfrage benötigt Gerät, Softwarestand, Inventarversion, Zeitpunkt und Zugriffspfad. Gleiches Schema bedeutet weder gleiche Herkunft noch gleiche Aktualität.

Der Beleg für den tatsächlichen Übergang

Ein folgenreicher Wechsel sollte Komponente und Inventarversion, Quelle und Alter der Fähigkeit, Vollständigkeit des Teilbaums, Nenn- und Maximalwerte, typische und maximale Zeiten, aktuelle Messung, Last und Verkehrsrolle, Dienstziel, genehmigende Richtlinie und Stelle, genaue Anforderung, Annahme oder Ablehnung, erreichten Zustand, gemessene Energiedifferenz, Dienstwirkung und Rückkehrbedingung zusammenführen.

Dieser Beleg ist ein redaktioneller Vorschlag von Daniel Kade, keine Forderung des Entwurfs. Heng Lus Text zur minimalen Anfangsspezifikation legt eine schmale gemeinsame Evidenzschicht nahe, ohne künftige lokale Entscheidungen zu übernehmen. The Policy Mirror trennt Kontrollflächen, während Reality, Not Advocacy Absicht und beobachtetes Ergebnis auseinanderhält.

Die GREEN-Charta beschreibt das Arbeitsgebiet. Sie übernimmt diesen individuellen Entwurf nicht automatisch. Auch beantragte IANA-Einträge sind noch keine Registrierungen. Revision 01 verbessert die Beschreibung der Möglichkeit. Die Verantwortung für den Eingriff bleibt vor Ort.

Quellen