Zusammenfassung
- ARIN schlug im August 2026 vor, Whois-RWS, RWhois und Port 43 WHOIS zugunsten von RDAP zurückzuziehen. Für Port 43 war ein Übergang von zwei Jahren und ein frühester Termin am 1. Januar 2029 vorgesehen.
- In der von John Curran unterzeichneten Oktoberantwort bleibt Port 43 vorerst in Betrieb. Laut ARIN wollten 24 von 43 substanziellen Stellungnahmen entweder keine Abschaltung oder deutlich mehr Zeit.
Der Plan war schneller als die Nutzer
Vier Auskunftswege zu betreiben kostet Geld und vergrößert die Angriffsfläche. So begründete ARIN seinen Vorschlag vom 14. August. RDAP sollte am Ende allein bleiben. Die Rechnung war aus Sicht des Betreibers sauber; am anderen Ende der Leitung standen allerdings Abfragen, die weiterhin über Port 43 kamen.
ARIN nannte selbst das hohe Anfragevolumen und die Nutzergruppen: Sicherheitsfachleute, Forschende, Strafverfolgungsbehörden. Wer dort einen Client betreibt, ersetzt keinen Arbeitsablauf mit einem Häkchen in einer Migrationsfolie. Die neue Schnittstelle muss die nötigen Auskünfte im Alltag liefern, und die alten Programme müssen umgestellt werden. Gerade dieser Teil der Rechnung lag außerhalb des Rechenzentrums.
Vom 14. August bis zum 14. September konnte die Öffentlichkeit Stellung nehmen. Am 21. Oktober erschien die Antwort mit Currans Unterschrift. ARIN will nun beobachten, wie sich RDAP in kommerziellen Produkten und im Abfrageverkehr durchsetzt. Erst nach Erreichen von Voraussetzungen, die die Community benannt hat, soll erneut über das Ende von Port 43 beraten werden. Ein neuer Abschalttermin steht dort nicht. Der frühere Mindesttermin 2029 wird auch nicht ausdrücklich aufgehoben.
Wie deutlich die Bremsspur war, zeigte der ARIN-58-Rückblick: 24 von 43 substanziellen Kommentaren lehnten die Stilllegung ab oder verlangten eine wesentlich längere Frist. Diese 43 sind weder alle Internetnutzer noch ein Abstimmungsgremium. Es sind dokumentierte Einwände gegen einen konkreten Betriebsplan. Der Plan änderte sich.
Bei RWhois beginnt eine Frist von 365 Tagen erst, wenn ein Migrationswerkzeug öffentlich verfügbar ist. Für die Whois-RWS-API müssen zunächst Lücken zu RDAP, Dokumentation und Schulungen bearbeitet werden. Die Weboberfläche soll eine erweiterte RDAP-Suche als Beta bekommen, die mindestens sechs Monate parallel zum bisherigen Dienst läuft, bevor ein Enddatum feststeht. Curran hat aus einem einzigen Aufräumtermin mehrere prüfbare Schritte gemacht.
Für Port 43 fehlen noch die entscheidenden Maße: welcher RDAP-Anteil ausreicht, wie hoch das derzeitige Anfragevolumen ist und wann ARIN wieder konsultiert. Die alte Tür bleibt offen. Die Begründung, sie später zu schließen, muss künftig mehr sein als der Wunsch nach einem aufgeräumten Serverraum.
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