Zusammenfassung

  • Die im Trinity-Archiv erhaltene HEAnet-Chronik datiert eine 9,6-kbit/s-EUnet-Leitung von TCD ins Internet auf Juni 1991. EUnet betrieb sie gemeinsam mit TCD über Canterbury bis Amsterdam. Die Chronik ordnet UCDs IXI-Anschluss ungefähr derselben Zeit zu und kennzeichnet einen möglichen Vorsprung von TCD um einige Wochen ausdrücklich als Schätzung.
  • Niall O’Reilly erinnert HEAnet-2 als Mehrprotokollnetz über X.25, das unter anderem IP kapselte. Zwei IXI-Verbindungen in UCD dienten unterschiedlichen Zwecken und ermöglichten Internetzugang über NIKHEF in Amsterdam. Die Trinity-Chronik hält den TCD-Weg fest. O’Reilly erläutert den UCD-Pfad.

Eine nationale Zeitleiste kann den Eindruck erwecken, „verbunden“ sei ein einzelnes Ereignis gewesen. Die Quellen beschreiben unterschiedliche technische Wege. Laut HEAnet-Chronik hatten TCD und Ieunet im Juni 1991 eine 9,6-kbit/s-Leitung zum Internet. EUnet betrieb sie mit TCD; der Verkehr lief über Canterbury, den Standort der University of Kent, und weiter zu EUnet in Amsterdam. Die Chronik nennt außerdem eine direkte Verbindung zwischen TCD und Ieunet sowie einen IXI-Anschluss von UCD ungefähr zur gleichen Zeit. Dass TCD einige Wochen früher dran gewesen sein könnte, ist die Einschätzung des Chronikautors, kein gesicherter Abstand.

UCDs Weg unterschied sich technisch. Niall O’Reilly berichtet, er sei im Juli 1991 nach UCD zurückgekehrt und habe am HEAnet-2 gearbeitet, einem Mehrprotokollnetz über X.25, das IP und IPX kapselte. Er erinnert zwei IXI-Verbindungen in UCD: eine für HEAnet-Standorte, eine für EuroKom. Sie boten auch Internetzugang über in X.25 gekapseltes IP zum IXI-Zugangspunkt bei NIKHEF in Amsterdam. Die Erinnerung erklärt den Weg, datiert aber nicht genau den Beginn des externen UCD-Dienstes.

Die Chronik ordnet den Entwurf in eine Erweiterung des HEAnet-Auftrags ein. Im Dezember 1990 beschloss HEAnet, Campus-LANs statt nur einzelne Rechner anzuschließen. Im darauffolgenden März schlug das Futures-Komitee ein routerbasiertes HEAnet-2 vor, das mehrere Protokolle, vor allem TCP/IP, über X.25 tragen sollte. Ein Vorschlag samt Umsetzung belegt nicht, dass jeder Campus sofort denselben Zugang erhielt. Die Chronik erwähnt auch 64-kbit/s-Eirpac-VPNs an Universitäten im Jahr 1991 und einen Vertrag ohne volumenabhängige Abrechnung, enthält aber keine Verkehrsstatistik.

John Boland von der Dublin City University beschreibt die Folgen für Anwendungen. Anfang der 1990er liefen SMTP, FTP und Telnet über ein 64-kbit/s-VPN auf dem paketvermittelten Eirpac-Netz von Telecom Éireann. Kleine Telnet-Pakete und häufige Handshakes wirkten sich unvorhersehbar aus; der Betreiber wollte diesen Verkehr schließlich verlagern. Das ist ein Betriebsrückblick ohne genaues Datum und lässt sich nicht auf alle HEAnet-Wege übertragen. Boland beschreibt diese Eirpac-Beschränkung.

X.25 verhinderte den Internetbetrieb nicht: Es transportierte Daten und bot einen internationalen Weg. Doch Erreichbarkeit hing auch vom Transport, Gateway und der jeweiligen Institution ab. TCDs EUnet-Leitung und UCDs IXI-Route waren kein einziger nationaler Schalter, der umgelegt wurde. Die Eirpac-Erfahrung zeigt, dass eine Route funktionieren und bestimmte Anwendungen dennoch einschränken konnte. Die institutionelle HEAnet-Geschichte datiert den Beginn der Zusammenarbeit auf 1983 und die Verwaltung durch UCD auf 1993 bis 1997; das ist Kontext, kein Nachweis des Routings von 1991. HEAnets institutionelle Geschichte.

Heng Lu Note 65 dient hier als redaktionelle Perspektive, um einen Entwurf, einen von Beteiligten erinnerten laufenden Weg und ein beobachtetes Anwendungsproblem auseinanderzuhalten. Sie ist kein Beleg für Irlands Internetgeschichte. Die verfügbaren Quellen belegen weder ein landesweit eindeutiges Datum des „ersten Internetanschlusses“ noch privaten Haushaltszugang oder unabhängig gemessenen Verkehr auf den beiden Wegen.

Quellen