Zusammenfassung
- Die Projektgeschichte nennt Rafael Sagulas Veröffentlichung von HttpGet im November 1996 und Stenbergs Anpassung für einen IRC-Bot, der Wechselkurse aus dem Web holen sollte.
- Nach
urlgeterschien curl 4 am 20. März 1998. curl 7.1 vom August 2000 machte den Transferkern über die einfache libcurl-Schnittstelle für andere Programme zugänglich.
Der Bot hatte ein Beschaffungsproblem
Wechselkurse waren veröffentlicht. Der fehlende Teil war ein wiederholbarer Abruf ohne menschliche Bedienung. Stenberg schildert in der eigenen Chronik des Projekts, wie er bei der Arbeit an einem Bot für einen Amiga-IRC-Kanal auf HttpGet stieß. Der Brasilianer Rafael Sagula hatte das freie Kommandozeilenprogramm am 11. November 1996 veröffentlicht. Stenberg ergänzte es; am 17. Dezember folgte eine Ausgabe mit seinen Änderungen. Sagula schrieb also den Anfang, während der Bot dem Werkzeug einen neuen Pflegegrund gab.
Der erste Name war eine genaue, aber kurze Stellenbeschreibung: HTTP abrufen. 1997 kamen HTTP-Adressen als Kommandozeilenargument und Unterstützung für Proxys hinzu. Gopher wurde repariert, FTP-Downloads kamen dazu. Wer verschiedene Protokolle bedient, passt nicht mehr in ein HTTP-Schild. Im August 1997 wurde die Version 2.0 in urlget umbenannt. Das Versionsverzeichnis hält die Abstammung fest; eine Umbenennung löschte den alten Code nicht aus.
Das Wort „get“ überlebte seinen Sinn kaum ein Jahr. Noch 1997 wurden FTP-Uploads und HTTP POST ergänzt. Die Maschine konnte damit Daten senden, statt sie nur abzuholen. Der Bot verlangte zwar einen Kurs, aber die Software hatte inzwischen ein allgemeineres Problem gefunden: Netzwerktransfers in mehreren Richtungen und über mehrere Verfahren ausführen. Der neue Name hinkte der Arbeit hinterher.
Aus einem Befehl wurde eine aufrufbare Komponente
Am 20. März 1998 erschien curl 4. Die Vier zeigte Kontinuität mit urlget; der Name versprach weder ein bestimmtes Protokoll noch ausschließlich Empfang. SSL und Cookies folgten im Verlauf des Jahres 1998. Sie alle dem Tag der Umbenennung zuzuschreiben, würde die Entwicklungsarbeit künstlich zusammenschieben. Jedes neue Detail löste ein Hindernis, das bei tatsächlichen Transfers auftauchte.
Eine Kommandozeile genügte jedoch nicht, wenn ein anderes Programm den Transferkern in seinen eigenen Ablauf einbauen wollte. Ein fremdes Kommando zu starten und dessen Ausgabe zu zerlegen ist eine spröde Verbindung. Im Frühjahr 2000 wurde der Code laut Projektchronik für eine brauchbare Bibliotheksschnittstelle umgebaut. Die Version 7.1 erschien am 7. August mit dem „easy interface“. Im Änderungsprotokoll stehen öffentliche Symbole, installierte Header, Optionsaufrufe und der Bau einer gemeinsam nutzbaren Bibliothek. Solche Details entscheiden darüber, ob andere Entwickler eine Schnittstelle zuverlässig verwenden können.
Schon im August 2000 erschien laut Projektgeschichte eine fremde Sprachbindung für libcurl. Das zeigt den Wechsel der Rolle: Außenstehende konnten eigene Programme auf die Bibliothek stützen. Die heutige C-Dokumentation beschreibt das Grundmuster, Optionen zu setzen, einen Transfer auszuführen und anschließend aufzuräumen. Nicht jede heutige Funktion bestand damals. Entscheidend war, dass ein anderer Prozess die Netzwerkarbeit nun als Bibliotheksleistung beziehen konnte.
Die Namen zeigen, wer die Arbeit erledigt
HttpGet beschrieb HTTP-Empfang. urlget öffnete die Tür zu anderen URL-Schemata. curl wurde auch dem Versand gerecht. libcurl gab den Kern an Anwendungen weiter. Hinter der Namensfolge liegt keine Heldengeschichte eines einzigen Geistesblitzes, sondern eine Reihe laufender Programme mit immer größerem Auftrag. Wer eine Transfermaschine gemeinsam pflegt, erspart jedem Bot und jeder Anwendung die vollständige Eigenanfertigung. Die Wechselkursfrage war winzig. Die wiederholte Netzwerkarbeit, die sie sichtbar machte, war es nicht.
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