- Lu Heng argumentiert, ein Register solle den Eintrag eines IP-Adressblocks führen, ohne das Netz zu kontrollieren, das von ihm abhängt.
- Er sagt auch, Netze müssten ihren Registrierungsanbieter wechseln können, ohne bereits genutzte Adressen zu verlieren.
- Seine Website nennt eine Notiz vom 18. September 2026 mit dem Titel “Need Base and Pre-Approval: The RIR Veto over IPv4 Transfers”, die die Genehmigung des Registers als Schwelle und nicht als Formalie rahmt.
Auf heng.lu formuliert Lu Heng das Prinzip knapp: Ein Register soll den Eintrag führen, nicht das Netz kontrollieren. Der Satz ist kurz, benennt aber das praktische Problem im Zentrum jedes IPv4-Transfers. Käufer und Verkäufer können einen Preis vereinbaren, einen Vertrag entwerfen und eine Routing-Umstellung planen. Der Eintrag muss trotzdem wechseln.
Lu Heng gründete LARUS 2016. Seine Website beschreibt LARUS als Anbieter von IP-Adressen und Netzwerkdiensten, die Unternehmen den Betrieb sichern. Dieser operative Kontext zählt: Ein Adressblock ist nicht nur eine Zeile in einem Geschäft, sondern Teil eines Netzes mit Kunden, Diensten und einem Routing-Plan dahinter.
Warum der Eintrag die eigentliche Grenze ist
Lu Hengs Argument lautet nicht, Register seien irrelevant. Es lautet, dass das Führen eines Eintrags und die Kontrolle eines Netzes verschiedene Machtbefugnisse sind. Er schreibt, Netze müssten ihren Registrierungsanbieter wechseln können, ohne die bereits genutzten Adressen zu verlieren. Wenn das gilt, ist der Eintrag stabil und übertragbar, und ein Adressinhaber kann Bedingungen neu verhandeln, Bestände konsolidieren oder den Anbieter wechseln, ohne sein Netz umzubauen. Wenn es nicht gilt, ist der Block nur so belastbar wie die Beziehung hinter dem Eintrag.
Derselbe Faden zieht sich durch die Notizen der Website. Eine Notiz vom 4. Juli 2026 heißt “The Multi-Stakeholder Mirage: How the Multi-Stakeholder Model Turned Attendance Into Mandate”. Der Titel fragt, wie Teilhabe an Internet-Governance zu einem Mandat wird, für andere zu entscheiden. Notiz 74 vom 18. September 2026 heißt “Need Base and Pre-Approval: The RIR Veto over IPv4 Transfers”. Die Formulierung ist scharf, der Gegenstand alltäglich: Die Genehmigung ist ein Schritt des Transfers und folgt dem Kalender des Registers, nicht dem der Parteien.
Was Käufer früh klären sollten
Für Käufer kommen die Verfahrensfragen vor dem Preis. Wer ist derzeit als Inhaber des Eintrags registriert? Welches Register führt den Block nach dem Transfer, und welche Unterlagen erwartet es von beiden Seiten? Ist die Genehmigung Bedingung für die Unterschrift oder läuft sie parallel? Wer trägt das Risiko, wenn die Prüfung länger dauert als der Vertrag annimmt?
Keine dieser Fragen beantwortet eine Preisliste. Sie lassen sich aber beantworten, bevor ein Preis vereinbart wird — und darin liegt der Unterschied zwischen einem Abschluss und einem Vorgang, der in der Warteschlange bleibt. Die Lehre ist nicht, dass der Markt nur aus Papierkram besteht. Sie ist, dass der Papierkram an der Stelle sitzt, an der der Markt real wird.
Knappheit hat IPv4-Adressraum zu einer Anlageklasse gemacht. Das Register hat sie nicht abgeschafft. Lu Hengs Position ist, dass der Eintrag ein Eintrag bleiben soll: verlässlich genug, um einen Markt zu tragen, begrenzt genug, um nicht zur Kontrolle über die Netze zu werden, die ihn nutzen.






