Zusammenfassung
- Bambang Setiarso und Triyono beschrieben im März 1997 wachsende Computernetze in Indonesien, denen nach ihrer Einschätzung zu wenige gut durchsuchbare heimische Forschungsdatenbanken gegenüberstanden.
- In ihrer Darstellung sollte INAA bei BPPT den Netzbetrieb koordinieren, während INMIS bei LIPI Informationsdienste und Datenbankinhalte entwickeln sollte. Der Aufsatz beschreibt die Zuständigkeiten, belegt aber nicht deren vollständige spätere Umsetzung.
Ein Zugang, der die nächste Arbeit nicht findet
Eine Forscherin kann eine Datenbank im Ausland öffnen und trotzdem nicht erfahren, dass eine indonesische Universität das gesuchte Thema bereits bearbeitet hat. Der Bericht liegt womöglich auf Papier; ein brauchbarer Datensatz mit Titel, Schlagworten und Zusammenfassung fehlt. Die Leitung funktioniert, aber das Wissen bleibt unsichtbar. Genau diese Lücke stellten Bambang Setiarso und Triyono in einem Aufsatz der Zeitschrift BACA vom März 1997 heraus. Das Original ist im Zeitschriftenarchiv von BRIN erhalten.
Die Autoren wollten Berichte, wissenschaftliche Arbeiten und Abschlussarbeiten aus Indonesien so erschließen, dass Leser nach Themen, Titeln und Abstracts suchen konnten. Sie sahen die Kette aus Sammeln, Bearbeiten, Speichern und Verbreiten von Informationen gegenüber Computernetzen und Zugangsgeschwindigkeiten vernachlässigt. Diese Einschätzung ist ein zeitgenössischer Befund der Verfasser, keine landesweite Datenbankzählung. Auch eine unabhängige statistische Gegenüberstellung heimischer und ausländischer Sammlungen liefert der Text nicht.
Seine Vorgeschichte setzt 1986 bei LIPI, dem indonesischen Wissenschaftsinstitut, ein. Damals sei die Idee eines Computernetzes aus der Automatisierung von Bibliotheksdiensten entstanden. Um 1991 seien eine IPTEKnet-Arbeitsgruppe und ein Planungsausschuss unter dem Nationalen Forschungsrat hinzugekommen, an denen staatliche Stellen für Wissenschaftsinformation und Dokumentation beteiligt waren. Das sind Daten der Projektgeschichte nach Darstellung der Autoren, kein Nachweis über Indonesiens ersten Internetanschluss.
Daneben schildern sie preisgünstige akademische Netze um die Universität Indonesien, ITB und LAPAN. Genannt werden Funk, Telefon und X.25 vor gemieteten Leitungen sowie 9.600 Bit pro Sekunde als vergleichsweise langsamer Zugang in diesem Umfeld. Die Zahl darf nicht zur nationalen Verbindungsgeschwindigkeit werden; ebenso wenig waren diese Initiativen sämtlich IPTEKnet. Sie machen deutlich, wie viel Mühe bereits in den Kommunikationsweg floss. Ob danach indonesische Forschung am Ziel auffindbar war, blieb eine eigene Frage.
Zwei Anbieterrollen und eine Lücke dazwischen
Setiarso und Triyono unterschieden ausdrücklich zwischen network provider und information provider. Der eine sorgt für Transport und Koordination. Der andere wählt Quellen aus, überführt Papierbestände in verlässliche Datensätze, ordnet sie und hält sie aktuell. Die Autoren sahen zahlreiche neue Netze mit Namen auf „net“, während die lokalen Datenbanken ihrer Ansicht nach zurückblieben. Eine Webseite mit dem Namen eines Instituts ist noch kein Recherchewerkzeug für dessen Veröffentlichungen. Die Liste von Webservern im Aufsatz dokumentiert eine Beobachtung aus dem Jahr 1997, kein vollständiges landesweites Verzeichnis.
Bei IPTEKnet erhielt die Unterscheidung eine institutionelle Form. INAA, ausgeschrieben Ipteknet Network Administration and Authority, wurde BPPT für Netzbetrieb und -koordination zugeordnet. INMIS, Ipteknet Management Information Services, wurde LIPI für Informationsdienste und den Inhalt vernetzter Datenbanken zugeordnet. Forschungsinstitute und fähige Universitäten sollten wissenschaftliche Informationszentren aufbauen oder stärken. Wer eine Leitung betreibt, entscheidet damit noch nicht, welche Arbeit erfasst wird, wie sie beschrieben wird und wer ihren Datensatz später korrigiert.
Der Aufsatz benennt Hindernisse jenseits der Technik: Personal, Mittel, ungeordnete manuelle Bestände, Prioritäten zwischen Datenbanktypen, Sprache und die Differenz zwischen den Erwartungen der Nutzer und den Möglichkeiten der Einrichtungen. Allein bessere Leitungen konnten ausländische Informationen näher rücken lassen, während einheimische Forschung schwer zu finden blieb. Nur Datenbestände aufzubauen, ohne sie zugänglich zu machen, hätte ebenfalls zu kurz gegriffen. Die Autoren forderten ein gemeinsames Vorankommen beider Seiten.
Die Grenze dieser Quelle
Der Text nennt INAA und INMIS, enthält jedoch keine spätere Prüfung ihres Betriebs, kein vollständiges Inventar der aufgebauten Datenbanken und keine Nutzungszahlen. Sein Schlussappell für mehr lokale elektronische Bestände ist eine Forderung, kein Erfolgsbericht. Auch die Geschichte eines indonesischen Internetknotens, an dem Netze Verkehr austauschen, beantwortet eine andere Frage als dieser Aufsatz.
Hier geht es darum, was nach erfolgreicher Verbindung für den Leser tatsächlich vorhanden war. In dieser Geschichte sind Bibliotheken, Dokumentationsstellen und Forschungsinstitute ebenso wichtig wie Router oder Leitungen: Sie machten aus einer erreichbaren Infrastruktur erst eine Möglichkeit, indonesisches Wissen zu finden.
Quelle
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