Zusammenfassung
- RFC 1461 beschrieb im Mai 1993 SNMP-Verwaltungsobjekte für Multiprotokollverkehr über X.25. Eine ausgehende gekapselte Adresse ohne X.121-Ziel und ein ankommender X.121-Anrufer ohne erkennbare gekapselte Adresse erscheinen als getrennte Fehler.
- Für beide Fälle bleiben Zähler, letzte Fehleradresse und die Gerätebetriebszeit beim jüngsten Fehlschlag erhalten. Selbst eine unsichere Zuordnung zum Interface soll den Zähler nicht verstummen lassen.
Ein blinkender Anschluss kann beruhigen. Er beantwortet allerdings nicht, welche Nummer das Gerät für ein IP-Paket wählen muss. RFC 1356 hatte festgelegt, wie IP und andere Netzprotokolle über X.25 transportiert werden. Mark Throops RFC 1461 legte danach die Verwaltungsobjekte für die beteiligte Software fest. Das Dokument ist eine Spezifikation, kein Bericht über eine gemessene Störung in einem bestimmten Netz.
Seine Tabellen trennen Entscheidungen, die im Betrieb leicht zusammenfallen. In der ersten stehen nur X.25-Interfaces, die tatsächlich Multiprotokollverkehr tragen. In der zweiten stehen erreichbare Gegenstellen mit X.121-Adresse, Interface und Verweis auf die Rufparameter. Eine dritte Tabelle erfasst die Kapselungsarten der Gegenstelle. Die Hardware kann vorhanden, die Gegenstelle aber unbekannt sein. Und eine bekannte Gegenstelle kann für die benötigte Kapselung ungeeignet sein.
Der Ausgangszähler steigt, wenn für eine gekapselte Adresse weder in der Gegenstellentabelle noch durch einen Algorithmus eine X.121-Adresse gefunden wird. Daneben liegt die zuletzt gescheiterte Adresse. Bei IP besteht sie aus fünf Oktetten: zuerst 0xCC für den Kapselungstyp, danach vier Oktette IP-Adresse. Der gespeicherte sysUpTime-Wert bezeichnet den Zeitpunkt im laufenden Gerätebetrieb. Wer daraus ohne Neustartkontext eine Kalenderuhrzeit macht, produziert eine Genauigkeit, die das Objekt gar nicht liefert.
Für eingehende Anrufe gilt die umgekehrte Prüfung. Ein X.121-Anrufer kann unbekannt bleiben, weil sich seine Nummer keiner gekapselten Adresse zuordnen lässt. Auch diese Richtung erhält einen eigenen Zähler, die letzte Nummer und die Betriebszeit. Verbindungen, die wegen eines Q-Bit-Fehlers geschlossen werden, landen in weiteren Objekten. Drei Ursachen, drei Spuren; ein pauschaler Alarm über eine angeblich defekte X.25-Leitung würde sie zusammenwerfen.
Die auffälligste Einschränkung schreibt RFC 1461 selbst hinein. Kann ein Agent den ausgehenden Zuordnungsfehler keinem Paket-Layer-Interface sicher zuschreiben, soll er den ersten wahrscheinlichen Eintrag wählen und trotzdem zählen. Der Fehler ist beobachtbar, seine Interface-Zuordnung möglicherweise nur plausibel. RFC 1382 erfasst die X.25-Schicht mit ihren Verbindungen und Rufparametern. RFC 1461 zeigt, wo die Auswahl der Gegenstelle scheitert, bevor eine Verbindung das Problem erklären könnte.
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