Zusammenfassung

  • RFC 1020, S. Romanos und M. Stahls Internet Numbers vom November 1987, verzeichnete IP-Netznummern und autonome Systeme unter Verantwortung des DDN-NIC-Hostmasters. Ein Stern vor der Nummer kennzeichnete unabhängige IP-Netze; ihre Verwalter sollten eine gesonderte Erlaubnis zur Verbindung beantragen.
  • Zu jedem Netz oder AS standen eine verantwortliche Person und eine Netzmailbox. Eine NIC-Kennung half, aktuelle Kontaktdaten in WHOIS/NICNAME zu finden. Bei einer Umnummerierung blieb die alte Nummer zeitweise mit T und dem Namenszusatz -TEMP sichtbar.

Ein Sternchen kann eine sehr große Tür bewachen. S. Romano und M. Stahl gaben in RFC 1020 im November 1987 eine Bestandsaufnahme der Internetnummern heraus. Das Verzeichnis enthielt sowohl Netze des Forschungs- und Betriebsinternets als auch unabhängige Netze, die IP-Protokolle nutzten. Vor deren Nummer stand ein Stern. Die Verwalter mussten die Erlaubnis zur Zusammenschaltung gesondert beantragen; solche unabhängigen Netze sollten nicht in den Arbeitstabellen der Internet-Hosts und -Gateways stehen. Eine Nummer im Register war ein erledigter Vorgang. Der Weg durch das Tor war ein anderer.

Für die Zuteilung der IP-Netznummern und der Nummern autonomer Systeme war nun der Hostmaster des DDN Network Information Center bei SRI International verantwortlich. Die Autoren dankten Jon Postel und Joyce Reynolds für ihre fortgesetzte Unterstützung. RFC 1020 sollte regelmäßig aktualisiert werden; wer den aktuellen Stand brauchte, sollte sich an den Hostmaster wenden. Die gedruckte Tabelle hielt den November fest und nannte zugleich die Stelle, an der die nächste Änderung ankam.

Neben den Nummern standen kleine Klassifizierungen. R bezeichnete Forschung, D Verteidigung, G nichtmilitärische Behörden, C kommerzielle Nutzer. Das Sternchen markierte ein unabhängiges Netz. Diese Zeichen trennten, was im Alltag leicht zu einem einzigen Wort „registriert“ verklebt: Eine Stelle vergibt die Nummer, ein Verfahren behandelt die Zusammenschaltung, Netzbetreiber pflegen die tatsächlich genutzten Host- und Gateway-Tabellen. Die Tabelle war ein wichtiges Werkzeug für diese Arbeit, aber die Arbeit fand auch außerhalb des Papiers statt.

Das Verzeichnis nannte Menschen. Für jedes eingetragene Netz oder autonome System standen eine verantwortliche Person und deren Netzmailbox. Eine eckige Referenz verwies auf ein Dokument und eine NIC-Kennung. Diese Kennung war im WHOIS/NICNAME-Dienst eindeutig. Die Autoren beschrieben den Grund für eine solche zweite Adressierung: Menschen wechseln ihre elektronische Mailbox. Wer eine aktuelle Mailadresse oder Telefonnummer suchte, sollte WHOIS/NICNAME befragen oder den Hostmaster kontaktieren.

Ein Register mit veralteten Ansprechpartnern taugt wenig, wenn eine Störung koordiniert werden muss. Die gedruckte Mailbox war ein Anfang, die stabile Kennung eine Möglichkeit, den Kontakt zu erneuern. Es ging um jemanden, der eine Nummernfrage beantworten, eine Verbindung abstimmen oder eine fehlerhafte Route untersuchen konnte. Ein schönes Telefonbuch mit falschen Nummern ist in einem Netzbetrieb vor allem eine Dekoration. RFC 1020 beschrieb deshalb ausdrücklich den Weg zu einer frischen Auskunft.

Auch Netznummern konnten sich ändern. Bei einer Umnummerierung blieb die bisherige Nummer für eine Übergangszeit im Register. Ein T stand hinter ihr, und der Netzname erhielt -TEMP. Damit konnte ein Leser den alten Eintrag noch finden und zugleich seinen vorläufigen Zustand erkennen. Ob ein bestimmter Wechsel bei Hosts und Gateways vollständig umgesetzt wurde, müsste man an datierten Konfigurationen, Routentabellen und funktionierender Kommunikation prüfen. Das Register stellte das Warnschild an die richtige Stelle.

Für autonome Systeme gab es einen eigenen Abschnitt. Das Exterior Gateway Protocol nutzte ein 16-Bit-Feld zur Kennzeichnung von Gateway-Gruppen, und RFC 1020 registrierte dessen Werte. AS 0 war reserviert, AS 1 hieß „The BBN Core Gateways“, AS 18 „UTEXAS“. Diese Namen stammen aus der Liste vom November 1987. Für den tatsächlichen Datenverkehr wären Betriebsaufzeichnungen maßgeblich. Die gemeinsame Nummer machte eine Gruppe im technischen Gespräch eindeutig benennbar.

Viele Seiten erläuterten außerdem die damalige klassenbasierte Struktur der IP-Adressen und Sonderfunktionen wie die Loopback-Netznummer 127. Das war die Grammatik der gedruckten Zahlen. Die knappsten Zeichen des Buches verraten aber viel über seine Verwaltung: R, D, G oder C für die Verwendung; Stern für einen weiteren Zusammenschaltungsantrag; NIC-Kennung für den aktuell erreichbaren Verantwortlichen; T und -TEMP für den Übergang von einer Nummer zur nächsten. Jedes Zeichen verweist auf eine andere Tätigkeit.

Der Vorgang hat trockenen Humor. Eine Organisation erhält eine Nummer, schlägt das offizielle Register auf und findet neben sich ein Sternchen. Sie steht im Telefonbuch der Netze, aber die Aufnahme in die Verkehrsführung braucht weitere Entscheidungen. Der Witz endet, sobald ein Betreiber ein veraltetes Postfach anschreibt oder die falsche alte Nummer in seine Tabelle übernimmt. Eine gute Verwaltung macht diese offenen Arbeiten sichtbar und nennt einen zuständigen Kontakt.

RFC 1020 ist eine Bestandsaufnahme von 1987. Seine konkreten Namen und Nummern gehören zu diesem Datum. Der Text selbst verweist für neue Angaben auf Hostmaster und WHOIS/NICNAME. Genau darin liegt sein historischer Wert: Ein lebendes Netz braucht ein verlässliches Register, das den Weg zur nächsten Korrektur schon mitliefert.

Das Sternchen trennt Buch und Anschluss. Ein unabhängiges Netz konnte in der Nummernordnung auftauchen und musste die Verbindung zum gemeinsamen Internet noch beantragen. Die Kennung verfolgte die zuständige Person trotz wechselnder Adresse; der Übergangsvermerk verfolgte die alte Nummer. 1987 lagen Nummernbuch, Kontaktliste und Umstellungsplan auf demselben Schreibtisch.