Zusammenfassung

  • Nominierungen für die Multistakeholder Advisory Group des IGF 2027 sind bis 5. November möglich; die Amtszeit beträgt ein Jahr.
  • Stakeholder schlagen Kandidaten vor, der UN-Generalsekretär beruft die Mitglieder; das MAG berät zum Jahresprogramm.

Das Internet Governance Forum der Vereinten Nationen (IGF) hat die Nominierungen für seine Multistakeholder Advisory Group (MAG) 2027 eröffnet. Vorschläge müssen bis zum 5. November eingehen. Das Department für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten bittet im Auftrag des Generalsekretärs um Namen. Die Generalversammlung hatte das IGF im Dezember 2025 zu einem dauerhaften UN-Forum gemacht. Dauerhaft ist das Forum, nicht die MAG-Mitgliedschaft; die Amtszeit beträgt ein Jahr, wie der Aufruf festhält.

Das MAG berät über Programm und Zeitplan der jährlichen Konferenz, entwickelt Themen, wählt Workshops aus und koordiniert Sitzungen. So beeinflusst es, welche Fragen sichtbar werden. Es ist aber keine Behörde, die Regierungen, Unternehmen oder Netzbetreibern verbindliche Regeln auferlegt. Die Geschäftsordnung beschreibt den Planungs- und Beratungsauftrag.

Eine Nominierung ist keine Berufung. Einzelpersonen und Organisationen können Kandidaten vorschlagen, Selbstnominierungen sind möglich. Der Aufruf nennt Regierungen, Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und technische Gemeinschaften. Über die Berufung entscheidet jedoch der Generalsekretär. Mitglieder handeln in persönlicher Eigenschaft und bringen zugleich Sichtweisen ihrer Gruppen ein. Die MAG-FAQ erläutert diese Trennung.

Für 2027 strebt die Leitlinie rund 40 Prozent Regierungsbeteiligung an; die übrigen Plätze sollen ungefähr gleich auf Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft und technische Gemeinschaft verteilt werden. Auch Regionen, Geschlechterbalance, Jugendbeteiligung und Erfahrung mit Internet-Governance zählen. Bisher nicht oder selten vertretene Länder sollen bei Erfüllung der übrigen Kriterien bevorzugt werden. Dreizehn Mitglieder haben zum Ende des Zyklus 2026 drei oder ausnahmsweise vier Amtszeiten absolviert. Das beschreibt die Rotation, aber nicht die endgültige Zahl neuer Berufungen. Die 2027-Leitlinie nennt Ziele, keine bereits erreichten Ergebnisse.

Die Resolution A/RES/80/173 machte das IGF dauerhaft und ließ sein Sekretariat beim Department für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten. Sie verlängerte weder MAG-Amtszeiten noch erweiterte sie dessen Kompetenzen; Personal und Mittel bleiben an die Haushaltsverfahren der UN gebunden. Der Resolutionstext hält diese Grenze fest.

Nach dem 5. November ist die Berufungsliste der nächste überprüfbare Schritt. Sie zeigt, wie die Auswahl die regionalen, geschlechtlichen und institutionellen Ziele berücksichtigt und wie die Rotation umgesetzt wird. Der Aufruf nennt keine Zahl eingegangener Vorschläge; die Berufungen stehen noch aus.

Quellen