Zusammenfassung
- ICANNs Schreiben verweisen auf Kontinuität und faire Wahlen; die Befugnis des AFRINIC-Verwalters folgt jedoch aus mauritischen Gerichtsbeschlüssen.
- Eine dauerhafte Lösung braucht eine öffentliche Zuordnung der Entscheidungen an Gericht, Mitglieder und ICANN-Anerkennungsverfahren.
AFRINICs institutionelles Vakuum erzeugt zwei verschiedene Risiken. Dauerhafte Lähmung schwächt das Vertrauen in Registry-Dienste; äußerer Druck ohne hinreichende Rechtsgrundlage untergräbt zusätzlich lokale Legitimität. ICANNs Schreiben und der ICP-2-Rahmen zeigen erheblichen internationalen Einfluss. Eine gesellschaftsrechtliche Befugnis über AFRINIC entsteht daraus nicht automatisch.
Die Trennung muss praktisch gelten. Mauritische Gerichte regeln Mandat und nationales Recht. AFRINIC-Mitglieder und Satzung regeln Wahlen und interne Rechenschaft, gebunden an gerichtliche Anordnungen. ICANN kann Anerkennung und globale Koordination nach eigenen Verfahren bewerten. Jeder Akteur sollte gewünschte Entscheidung, Ermächtigungsgrundlage und Überprüfungsweg offenlegen.
Wahlfristen, Schutz der Ressourcenvergabe und eine Anerkennungsprüfung sollten getrennte Spuren bilden. Der nächste wichtige Beleg wäre ein gemeinsamer Zeitplan, der den Dienst erhält und jede Befugnis abgrenzt.


